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Vorschau: Boot Düsseldorf 2016 (Teil 2)

Eine Weltklasse für sich

Gernot Apfelstedt am 21.01.2016

Was die Bootsmessen angeht, spielt Düsseldorf in einer anderen Liga. Teil 2 unseres Streifzugs durchs Angebot der Boot 2016, die am Samstag startete.

Die erste Motoryacht, die ihren Weg vom niederländischen Aalst über die Maas und den Rhein nach Düsseldorf fand, war die Elling E4 aus der Neptune Marine Werft. Eine Yacht, die auch kürzlich bei einer BOOTE-Reportage eine wichtige Rolle spielte. Am 9. Dezember – 45 Tage vor dem Start der Boot 2016 – legte die mit vielen Extras ausgestattete fast 15 m lange E4 um 13 Uhr an der Rampe am Messegelände an und der schwierige Lift aus den Fluten des Rheins mittels "Big Willi" begann.

Ein spannender Moment auch für boot-Director Goetz-Ulf Jungmichel: "Das Auskranen kann man schon 100-mal miterlebt haben, es ist und bleibt immer wieder aufregend." Damit ist es nun aber erst einmal vorbei. Wie bereits in Teil 1 unserer Messe-Vorschau erwähnt, wechselt Jungmichel nach acht Jahren von der weltgrößten Yacht- und Wassersport-Show als Generalsekretär und Geschäftsführer zum Deutschen Segler-Verband (siehe dazu unser Interview auf S. 22).

Sunseeker und Princess: Die großen kommen

Die Elling E4 war natürlich nicht das einzige Schiff, das die boot auf dem Wasserweg ansteuerte. Vier weitere Yachten wurden noch im Dezember ausgekrant, und im Januar ging es an der Wasserrampe richtig los: Da legten Luxusyachten von Sunseeker, Princess oder Drettmann, seit fünf Jahren erstmals wieder mit einer großen Yacht auf der Boot Düsseldorf vertreten, am Messegelände an. Zum Teil reisten sie sogar gemeinsam auf einem riesigen Ponton von Rotterdam bis nach Düsseldorf.

Die marktführenden Motorboot-Werften wie beispielsweise Jeanneau, Cranchi, Sessa, Nimbus oder Windy residieren in den Hallen 4 und 5. (Hier geht’s zum Hallenplan)

Im Motoren- und Motorbootsegment lässt die boot kaum Wünsche offen. 250 Werften, Händler und Importeure zeigen in sechs Hallen mit Sportbooten, Daycruisern und Kajütbooten in allen Preisklassen ein nahezu komplettes Angebot des internationalen Marktes. Die marktführenden Motorboot-Werften wie beispielsweise Jeanneau, Cranchi, Sessa, Nimbus oder Windy residieren in den Hallen 4 und 5. Jeanneau und Beneteau nutzen die boot Düsseldorf darüber hinaus auch zur Vorstellung ihrer mit Außenbordern motorisierten Boote in der Halle 9. Auch die US-amerikanische Brunswick Group tritt mit ihren Marken Sea Ray, Bayliner und Quicksilver dort auf.

Megayachten: Halle 6 ist komplett ausgebucht

Schon weit im Vorfeld der Boot 2016 war die Halle 6 ausgebucht. Rund 60 luxuriöse Yachten sowie Boote und Tender "ankern" hier. Seit letztem Jahr ist vor allem das Angebot von Yachten zwischen 20 und 25 m noch breiter aufgestellt. So sind jetzt auch die Allrounder Beneteau mit ihren Monte Carlo Yachts und Jeanneau mit Prestige-Yachten in der Halle 6 an Bord – neben Großyacht-Stammgästen wie Azimut, Sunseeker und Princess.

Besonders im Motorbootbereich brennt die boot Düsseldorf auch 2016 ein Premierenfeuerwerk ab. Zehn Debütanten stellten wir in BOOTE 1/2016 vor, 14 weitere folgen in diesem Heft auf den Seiten 118 bis 125. Dabei handelt es sich freilich nur um eine beispielhafte Auswahl. Eine weitgehend komplette Premieren-Liste finden Sie unter www.boote-magazin.de

Elektro-Schlauchboot in Halle 10

In Halle 10, Stand B 74, geht mit myWay nicht nur eine neue Schlauchboot-Marke an den Start, sondern auch das von Julian Haslberger neu gegründete Unternehmen myWay Marine GmbH aus Seefeld, das die Elektromobilität auf dem Wasser vorantreiben will. Mit Torqeedo als Weltmarktführer für leistungsstarke elektrische Bootsantriebe und der in Torino/Italien ansässigen Bootswerft Surmarine fand er zwei starke Partner. Das Ergebnis heißt myWay 290, ein ultraleichtes Schlauchboot mit Double-Shell-Festrumpf und Schläuchen aus Orca-Hypalon, motorisiert mit einem Torqeedo Cruise 4.0 – für die nötigen Batterien schufen die Konstrukteure unter der Sitzbank Platz. Info: 

Unabhängig auf zwei Rümpfen

Schon jahrelang im Bereich der alternativen Antriebsformen unterwegs sind die österreichischen Solar-Pioniere Michael Köhler und Heike Patzelt. Seit der Vorstellung ihres weltweit ersten völlig energieautarken Katamarans, der "Solarwave 46", auf der boot 2010 sind sie beiden ständig auf der Düsseldorfer Messe präsent. In Halle 15, Stand A 64, präsentieren sie zwar noch nicht die Baunummer 1 der zweiten Solarwave-Generation – die SW 62 Cruiser bekommt in ihrer türkischen Werft gerade den letzten Schliff – dafür ein Modell, Pläne, Videos, Fotos und die Alleinstellungsmerkmale ihres Projekts, das den Komfort eines Motorbootes mit der Lautlosigkeit eines Segelbootes verbindet und nach den Worten von Michael Köhler "neue Standards setzen wird hinsichtlich Verarbeitungsqualität, Sicherheit, Verlässlichkeit, Energieeffizienz, Autarkie und Komfort".

Powerboat World in Halle 4

Von der Kraft der Sonne zur Powerboat World in Halle 4: Hier stellt der Deutsche Motoryachtverband auf seinem Stand C 37 neben vielfältigen Aktivitäten rund um den Wassersport traditionell die Rennboot-Highlights der vergangenen Saison vor.

Ein Ausrufezeichen in dieser Themenwelt setzt einmal mehr André Schürle, dessen Neckargemünder Rennstall neuerdings unter "Team Germany Motorsport" firmiert. Er ist dort mit zwei Ständen vertreten (C 41 und D 27). Gilt der eine erneut dem auf der boot 2015 aus der Taufe gehobenen Jugendbootsport-Projekt "GT 15 Challenge" (BOOTE 3/2015), signalisiert der andere Schürles Rückkehr in die Königsklasse des Bootsrennsports: die Formel 1! Nicht im Waterski Racing, sondern mit einen F1-Kat des Italieners Francesco Cantando (Foto S. 114). Mit dessen Motorglass F1 Team fusionierte Schürle. Dietmar Kaiser soll bereits in der Saison 2016 Erfahrung als F1-Testfahrer sammeln.

BOOTE wie immer mitten in Halle 9

Die "Koordinaten" von BOOTE lauten wie in den Vorjahren Halle 9, Stand C 25. Dort stellt Autorin Uta Eisenhardt am ersten Messewochenende jeweils um 13 Uhr ihr Buch "Vier Zimmer, Küche, Boot" vor.
Detail-Info zur Messe: www.boot.de

Gernot Apfelstedt am 21.01.2016
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