Bodden-Krimi Bodden-Krimi

Wanted

Bodden-Krimi

Gernot Apfelstedt am 08.03.2017

Mit großem Aufgebot jagt die WSP Mecklenburg-Vorpommern einen Bootsdieb seine Beute wieder ab. Außerdem: vier neue Steckbriefe auf unserer Fahndungsliste

Monat für Monat verlängert sich unsere Fahndungsliste gestohlener Boote und Jetskier. Hinter den Steckbriefen verbergen sich immer wieder Geschichten, die wehtun. Sowohl materiell – wenn kein Versicherungsschutz besteht wie etwa bei den bestohlenen Rettern der DLRG Berlin (BOOTE 7/2016) – als auch ideell – weil mit dem verschwundenen Boot Erinnerungen und Emotionen verbunden sind.

Ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit würde sich breitmachen, gäbe es nicht immer wieder auch schöne Erfolge. Diese findet man genauso in der jährlichen Bilanz des Konstanzer Kompetenz-Zentrums Bootskriminalität (siehe BOOTE 9/2016) wie das meist äußerst unerfreuliche Lagebild entwendeter Boote und Motoren (BOOTE 8/2016).

Einen besonders kuriosen Fall schildert das Landeswasserschutzpolizeiamt Mecklenburg-Vorpommern.

Die Einsatzleitstelle der Polizei Neubrandenburg meldete eines Abends den Diebstahl eines Dienstbootes des Nationalparkamts Vorpommersche Boddenlandschaft auf der Barther Oie: Eine „unbekannte männliche Person" habe das Fahrzeug, das mit Gliederkette und Schloss am Steg befestigt war, in Schlepp genommen und sei in Richtung Zingst/Meiningenbrücke abgefahren.

Die WSP-Inspektion Stralsund schickte ihr Schlauchboot „MV 01" in den 46 km (Seeweg) entfernten Einsatzraum. Kollegen des Polizeireviers Barth unterstützten landseitig. Als stärkster Trumpf erwies sich jedoch ein Helikopter: „Merlin 2" von der Polizeihubschrauberstaffel Mecklenburg-Vorpommern.

Fotostrecke: Bodden-Krimi

Dessen Besatzung spürte den verdächtigen Bootsverband im Bodstedter Bodden auf, als er entlang des Ufers in Richtung Sportboothafen Wieckunterwegs war. Von „Merlin 2" aus der Luft gelotst, nahm das Dienstschlauchboot „MV 01" Kurs auf den Schleppverband.

Als es ihn erreichte, hatte der mutmaßliche Dieb bereits sein Zugboot verlassen und zog beide Rümpfe im knietiefen Wasser zu Fuß zum Wiecker Hafen: Kurz vor dem Ziel war ihm der Sprit ausgegangen! Beim anschließenden Verhör durch die Polizei gab der Beschuldigte zu, das Boot des Nationalparkamtes gestohlen zu haben, nachdem er den Sicherungsbolzen an der Steganlage gelöst hatte.

Erstaunlich das Motiv des Mannes: Wie er den Beamten verriet, wollte er mit dem geklauten Boot eine Bootsvermietung aufbauen!

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Gernot Apfelstedt am 08.03.2017
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