Hanseboot 2012: gemischte Bilanz

05.11.2012 Christian Tiedt - Nach neun Messetagen ging gestern in Hamburg die 53. Hanseboot 2012 zu Ende. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus – je nach Blickwinkel.

Schwerpunkt Ostseeraum: der finnische Gemeinschaftsstand.
© HMC / Nico Maack
Schwerpunkt Ostseeraum: der finnische Gemeinschaftsstand.

Zum Abschluss meldeten die Veranstalter durchaus positive Zahlen: Mit „rund 80.000“ Besuchern lag die Hanseboot 2012  nach Messeangaben im Bereich des vergangenen Jahres; 2011 seien es dagegen exakt 78.920 gewesen. Die Vorjahreszahl überraschend jedoch – im Abschlussbericht 2011, der BOOTE noch vorliegt, war von 95.000 Besuchern die Rede gewesen (2010: 100.000), was einen deutlichen Rückgang bedeuten würde.

Eine im Messeauftrag durchgeführte, repräsentative und unabhängige Befragung der Besucher ergab weiter, dass der Fachbesucheranteil in diesem Jahr im Vorjahresvergleich um sieben Prozentpunkte auf 22 Prozent anstieg. Eine deutliche Steigerung um fünf Prozent auf insgesamt 25 Prozent habe es danach auch bei der Anzahl der Erstbesucher gegeben. Neue attraktive Angebote, wie die Refit-Arena oder die „Hall of Fame“ mit alten und neuen Klassikern, wurden gut angenommen. Zusätzlich erfolgte eine gezielte Fokussierung auf den Ostseeraum.

Dolce Vita: Cockpit der Riva Tritone, die einst dem Verleger Axel Springer gehörte.
© Thorsten Baering
Dolce Vita: Cockpit der Riva Tritone, die einst dem Verleger Axel Springer gehörte.

„Die verstärkte Ausrichtung der Hanseboot auf die nordeuropäischen Reviere hat erste Früchte getragen“, sagte dazu Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung. „Aussteller aus allen Segmenten hätten bestätigt, dass spürbar mehr Besucher als in der Vergangenheit aus Dänemark, Schweden und anderen Ländern Nordeuropas die Messe besucht haben. Im Jahr Eins der Neuausrichtung ist unsere Bilanz nach neun Tagen Hanseboot eine positive.“

Tatsächlich hatte die Hanseboot während der Saison in Skandinavien – dem erwähnten neuen Konzept entsprechend – kräftig die Werbetrommel gerührt, offenbar mit einigem Erfolg. Auch Aussteller zeigten sich mit dem Ansatz zufrieden: „Mit der Ausrichtung auf Nordeuropa ist die Hanseboot definitiv wieder auf dem richtigen Weg. Wir hatten ein gutes Publikum bei uns am Stand", sagte beispielsweise Joachim Voß, Geschäftsführer von CBC Cityboats, der die Marke Sea Ray auf der Hanseboot präsentierte. Auch die Gemeinsachftsstände von Finnland und Polen in der Halle B6 sowie von Estland (Halle A4) zeigten die neue Ausrichtung deutlich.

Dennoch blieben den meisten Besuchern die vielen Freiflächen und großzügig-breiten Gänge nicht verborgen: Rund 500 von BOOTE gezählte Wasserfahrzeuge – vom Schlauchboot-Dingi bis zur Motoryacht – ließen Raum für mehr: „Warum hat man stattdessen nicht einfach auf ein, zwei Hallen verzichtet?“, fragte ein Gast aus Hannover stellvertretend für viele weitere am BOOTE-Stand in Halle B6. Tatsächlich hatte zuletzt die süddeutsche Messe Interboot in Friedrichshafen Ende September auf eine Halle verzichtet und mit einer kompakteren Ausstellung punkten können.

Bootsmessen haben es derzeit allerdings nirgendwo leicht: Die Wirtschaftskrise ist in der Branche nach wie vor spürbar und veranlasst die meisten Unternehmen, Ausgaben zu reduzieren – und Messeauftritte sind sehr kostspielig. Dazu kommt die regionale Konkurrenz: Die lange in Norddeutschland und Skandinavien als Leitmesse angesehene Hanseboot befindet sich inzwischen nicht nur im verstärkten Wettbewerb mit aufgewerteten Regionalmessen in den nordischen Ländern, sondern ebenso mit der Boot & Fun Berlin, die Ende November startet und in den vergangenen Jahren ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnen konnte. Zwar sind die Schwerpunkte und Zielgruppen in Hamburg und Berlin unterschiedlich, genügend Überschneidungen gibt es aber dennoch. Viele Austeller wollen (oder können) aber nur eine Messe „bespielen“.

Man darf gespannt sein, welche Schlüsse die Verantwortlichen der Hanseboot aus den vergangenen neun Tagen für den weiteren Kurs der Messe ziehen werden. Fest steht dagegen schon, dass die 54. Ausgabe der Hanseboot vom 26. Oktober bis 3. November 2013 stattfinden wird.

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