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50 Jahre: Bootsdesign

Eine Frage der Form

Udo Hafner am 09.06.2017

Fünf Jahrzehnte Bootsdesign: Über Serienfertigung, starke Trends und radikalen Imagewandel. Ein Blick zurück auf die bewegte Geschichte des Bootsbaus in Deutschland und international

Vor einigen Jahrzehnten mussten sich die Werften recht lange bemühen, wenn sie ein neues Boot in ihr Portfolio aufnehmen wollten. Es wurden Prototypen gebaut und wieder zersägt, manueller Formenbau war der einzige Weg zum Serienboot.

Die Neuentwicklungen gründeten auf Erfahrungen aus Vertrieb, Kundengesprächen und eigenen Testfahrten. Oft entschied am Ende das gute Händchen des Werftchefs über einen gelungenen Wurf.

Seit den ersten Versuchen, Kleinserien zu bauen, hat sich der Bootsbau bis heute zu einem Industriezweig entwickelt. Es gibt Werften, die jedes Jahr mehrere neue Modelle entwickeln, deren Merkmale sich nach Marktanalysen und Anforderungen von Investoren richten.

Kaum eine Nische ist unbesetzt, der Wettbewerb hat sich enorm verdichtet. Jeder versucht, seine Boote noch ausgefeilter, mit noch mehr Funktionen und mit noch geringeren Kosten anzubieten. So kommt es, dass interessierte Messebesucher oder Bootseigner im eigenen Hafen früher oder später über neue Yachten stolpern, deren gesamtes Design, Lösungen an Deck oder Inneneinrichtung höchstens ein Stirnrunzeln hervorrufen.

Dank der immer weiter entwickelten Fertigungs- und Planungsmethoden ist die Herstellung heutzutage deutlich effektiver geworden. Zwar erfolgt der Zusammenbau eines Bootes oder die Herstellung individueller Komponenten, zum Beispiel Kissen, oft noch in Handarbeit; dagegen werden die GFK-Formen schon seit Langem gefräst, Metallspanten und Möbel werden per CNC zugeschnitten.

Zulieferer sucht man danach aus, wie gut sie sich insgesamt in den Herstellungsprozess einfügen. Das klingt nicht mehr romantisch, und im klassischen Bootsbau sind ohnehin nur noch wenige Hersteller wie Boesch oder Pedrazzini zu finden.

Der komplette Rückblick erscheint in der Juli-Ausgabe von BOOTE, ab dem 21.06.2017 erhältlich (für Abonennten natürlich schon eher).

Udo Hafner am 09.06.2017
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