Schiffstaufe "Berlin" Schiffstaufe "Berlin"

Deutsche Seenotretter

Neuer Seenotkreuzer "Berlin" getauft

Marc Princz-Schelter am 21.12.2016

"Berlin" heißt der neue Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Er ersetzt damit den gleichnamigen Vorgänger

Am Samstag 17.12.16 wurde der neue Seenotrettunskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) für die Kieler Förde auf den Namen "Berlin" getauft. Der Neubau wird vorraussichtlich Mitte Januar 2017 auf der Station in Laboe seinen Dienst aufnehmen. Diese ist die einsatzreichste Station der Seenotretter. Die DGzRs verzeichnet dort jährlich zwischen 130 und 150 Alarmierungen.

Die 47-jährige gebürtige Bremerin und in Berlin lebende Schauspielerin Meret Becker nahm die Taufe vor wünschte "allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr". Durch die Taufe auf den Namen der Hauptstadt, würdigt die DGzRS die Verbundenheit vieler Berliner zu den Seenotrettern. Das moderne Spezialschiff ersetzt damit seinen gleichnamigen Vorgänger und wird auch künftig von der Station Laboe an der Kieler Förde in See stechen.

Nicht nur die gesamte Arbeit der Seenotretter, sondern ebenfalls die "Berlin" wurde ausschließlich durch Spenden finanziert – viele davon kommen aus Berlin.

28 Meter Länge und 6,20 Meter Breite, sowie zwei Meter Tiefgang können sich sehen lassen. Außerdem ist sie fast 4000 PS stark und 24 Knoten schnell. Die Taufe fand auf dem Gelände der Zentrale der Seenotretter in der Bremer Neustadt statt. Der Vorsitzer der Seenotretter Gerhard Harder bedankte sich sehr herzlich bei den Unterstützern und betonte das der Neubau ausschließlich durch freiwillige Zuwendung möglich gemacht wurde. Er sagte außerdem das jeder Förderer mit Recht behaupten kann einen Beitrag dazu geleistet zu haben.

Die Seenotretter danken den Spendern mit einer Tafel mit ihren Namen drauf die bei jedem Einsatz mitfahren. Online-Spender konnten ihre Namen auf einer großen Folie in Sammelschiffchen-Form am Rumpf wiederfinden.

Auch der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses Ralf Wieland bekräftigte seine Freude gegenüber der patenschaftlichen Verbundenheit und dem Respekt den die Berliner für die außergewöhnliche Arbeit der Seenotretter aufbringen.

Da die gleichnamigen Vorgänger der Berlin, ebenfalls nur durch großzügige Unterstützung gebaut werden konnten, entschlossen sich die Seenotretter den Namen des aktuellen Neubaus ausnahmweise schon vorher bekannt zu geben und nicht wie sonst üblich, erst bei der Taufe.  Gerhard Harder sagte das besonders die Ausnahme dieser traditionellen Regel zu der breiten Unterstützung geführt hat, die sich die Seenotretter gewünscht und erhalten haben.

Die Geschichte der Berlin geht bis in das Jahr 1873 zurück. Das erste speziell konstruierte Rettungsboot der Seenotretter wurde damals auf der Wiener Weltausstellung vorgestellt - bereits dieser Bau wurde durch Spenden finanziert.

Die Berlin ist der zweite 28-Meter-Seenotrettungskreuzer, welcher im Zuge der turnusgemäßen Modernisierung der Rettungsflotte konzipiert wurde und auch für Einsätze unter extremsten Wetterbedingungen gewappnet ist. Die Kontrolle, ob das Schiff den Anforderugen entspricht, wurde in der Nordsee erfolgreich absolviert.

Marc Princz-Schelter am 21.12.2016
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