Frachter-Kollision vor Kap Arkona

04.02.2013 DGzRS - Nächtlicher Großeinsatz für die Rettungskräfte: Auf der Ostsee nordwestlich von Kap Arkona auf Rügen kollidierten am Wochenende zwei Frachtschiffe.

Im Licht des Suchscheinwerfers des Seenotkreuzers „Harro Koebke“ sind die Schäden am Bug der „Katre“ zu erkennen.
© DGzRS
Im Licht des Suchscheinwerfers des Seenotkreuzers „Harro Koebke“ sind die Schäden am Bug der „Katre“ zu erkennen.

Nach der Kollision zweier Frachtschiffe im Verkehrstrennungsgebiet nordwestlich der Insel Rügen waren die Seenotretter in der Nacht zu Sonnabend, 2. Februar 2013, stundenlang auf der Ostsee im Einsatz. Der Seenotkreuzer „Harro Koebke“ von der Station Sassnitz der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eilte gemeinsam mit weiteren Schiffen der unter maltesischer Flagge fahrenden "Katre" und der unter niederländischer Flagge fahrenden "Statengracht" mit Wassereinbruch zu Hilfe. Insgesamt 24 Seeleute waren an Bord der zwei Frachter.

Im Licht des Suchscheinwerfers des Seenotkreuzers „Harro Koebke“ sind die Schäden am Bug der „Katre“ zu erkennen
© DGzRS
Im Licht des Suchscheinwerfers des Seenotkreuzers „Harro Koebke“ sind die Schäden am Bug der „Katre“ zu erkennen

Über den internationalen UKW-Sprechfunk-Notrufkanal 16 erfuhr die Seenotleitung Bremen der DGzRS von der Kollision. Die beiden Schiffe waren rund zwölf Seemeilen (etwa 22 Kilometer) nordwestlich des Kaps Arkona zusammengestoßen. Der Bugwulst der in Ballast (leer) fahrenden 88 Meter langen "Katre" (acht Menschen an Bord, Zielhafen: Stralsund) wurde bei der Kollision eingedrückt, Steven und Schanzkleid wurden stark beschädigt. Auf der 172 Meter langen "Statengracht" (16 Menschen an Bord, Zielhafen: Rostock) drang nach Beschädigung im vorderen Drittel des Rumpfes unterhalb der Wasserlinie Wasser in einen mit Papier beladenen Laderaum ein. Verletzte gab es nicht. Allerdings bekam die "Statengracht" schnell etwa zehn Grad Schlagseite.

Die Seenotretter waren gemeinsam im Einsatz mit dem Mehrzweckschiff "Arkona" der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Die "Bredstedt" wiederum, ein Einsatzschiff der Bundespolizei, begleitete die "Katre" in den Fährhafen Sassnitz-Mukran. „Harro Koebke“ und "Arkona" übernahmen die Sicherungsbegleitung der schwer beschädigten "Statengracht" Richtung Rostock. Währenddessen hielten sie sich bereit, nötigenfalls ihre leistungsstarken Lenzpumpen einzusetzen, um den Havaristen schwimmfähig zu halten. Für den schwer zugänglichen beschädigten Laderaum der "Statengracht" waren insbesondere die mobilen Pumpen der „Harro Koebke“ das geeignete Einsatzmittel. Der Besatzung des Frachters gelang es jedoch, den Wassereinbruch mit eigenen Pumpen unter Kontrolle zu halten.

Von Warnemünde aus fuhr der Bergungsschlepper "Baltic" der "Statengracht" und ihren Begleitern entgegen. Nördlich Darßer Ort erreichte er den Havaristen und übernahm die Sicherungsbegleitung. Gegen 4 Uhr übernahm das Havariekommando in Cuxhaven auf Ersuchen der Verkehrszentrale Warnemünde die Gesamteinsatzleitung der weiteren Bergungsmaßnahmen. Die Seenotretter machten sich gegen 5.30 Uhr auf den Rückweg nach Sassnitz. Gegen 7.25 Uhr, nach mehr als sechs Stunden im nächtlichen Einsatz, meldeten sie sich wieder "klar P III" (einsatzbereit auf ihrer Station).

Zur Einsatzzeit herrschten nordwestlich Rügen schwache umlaufende Winde und ruhige See.

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