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Ausgespachtelt?

Michael Rink am 06.06.2017

Eine neue Verordnung sorgt derzeit für Ratlosigkeit im Baumarkt – einige Lacke und Spachtelmassen wurden dadurch aus dem Regal verbannt

Eine Neuerung in der Chemikalien-Verbotsverordnung im Januar dieses Jahres bringt auch für Bootsfahrer Veränderungen mit sich. Die neue „Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens und über Abgabe bestimmter Stoffe, Gemische und Erzeugnisse".

So der etwas sperrige Name, regelt den Verkauf von Chemikalien; darunter fallen auch Stoffe, die in Lacken und Spachtelmassen enthalten sind und bisher einfach im Baumarkt gekauft oder online bestellt werden konnten. Betroffen ist besonders der Versand, der bei einigen Farben und Spachtelmassen jetzt gar nicht mehr gestattet ist.

Die neue Chemikalien-Verbotsverord- nung, kurz ChemVerbotsV, hat besonders den Verbraucherschutz zum Ziel. Laut Verbraucherschutzministerium wurde die Änderung am 20. Januar 2017 von der Bundesregierung beschlossen und ist eine Woche später in Kraft getreten.

Die folgenreichsten Neuerungen sind, dass Verkäufer von betroffenen Produkten eine behördliche Erlaubnis für den Verkauf haben müssen, die Chemikalien nicht mehr frei zugänglich im Regal stehen und nicht mehr auf dem Postweg versandt werden dürfen.

Die Verordnung bezieht sich auf Produkte mit bestimmten GHS-Gefahrstoff- kennzeichnungen (GHS: Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals), darunter GHS6 mit dem Piktogramm des Totenkopfes mit gekreuzten Knochen und GHS8 mit der Darstellung eines Oberkörpers, der von innen strahlt.

Aber nicht alle Produkte mit diesen Piktogrammen sind von der Neuregelung betroffen, sondern nur solche, die gleichzeitig bestimmte sogenannte Gefahrenhinweise tragen. Durch die neueste Änderung sind nun Produkte nach GHS8 mit den Gefahrenhinweisen H370 und H372 hinzugekommen.

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Michael Rink am 06.06.2017
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