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Hilfe für Flüchtlinge

Schenkt Sicherheit!

Yolanda Hösch am 29.07.2017

Der Verein Hanseatic Help sucht dringend Feststoffrettungswesten für die Flüchtlingsboote im Mittelmeer – der Tod lauert selbst am Rettungsschiff

Nach vielen Tagen Ungewissheit und Todesangst auf dem offenen Meer und katastrophalen Bedingungen an Bord der dahintreibenden Nussschale kommt endlich das rettende „Ufer“ in Sicht: Ein Schiff der zivilen Seenotrettung nähert sich. Die Crew bereitet die Evakuierung des hoffnungslos überfüllten und seeuntüchtigen Bootes vor.

Nun scheint es nur noch ein kleiner Schritt, doch der endet immer wieder tödlich. In dieser kaum zu kontrollierenden Situation fällt einer der völlig entkräfteten Menschen über Bord. Sekundenschnell sinkt er ins „Massengrab Mittelmeer“.

Allein im Jahr 2016 ertranken dort etwa 5000 Geflüchtete – auch auf diese tragische Weise.

Um zu verhindern, dass auf den letzten Metern noch etwas schiefgeht, müssen die von Panik ergriffenen Menschen – die wenigsten von ihnen können schwimmen – erst einmal mit Rettungswesten ausge­stattet werden. Sie beruhigen die Gemüter, schaffen Vertrauen und erleichtern so die Übernahme. Sie sind überlebenswichtig.

Helge Weigand, seit Oktober 2015 im Verein Hanseatic Help aktiv, wollte dem Sterben im Mittelmeer nicht mehr tatenlos zusehen. Mit seinem Sohn Jonas macht er sich am 6. Februar auf den Weg nach Malta, um die Organisationen Sea Watch, Jugend Rettet und LifeBoat neben anderen Hilfsgütern mit etwa 1500 gespendeten Schwimmwesten zu versorgen. Mission: den Helfern helfen, Menschenleben zu ret­ten. Diese liegen mit ihren Rettungsschiffen „Sea Watch 2“, „Iuventa“ und „Minden“ im Hafen von Valletta und brechen von dort immer wieder zu neuen Einsätzen auf.

Die zweiwöchige Reise quer durch Europa beginnt in Hamburg, wo ein 40-Tonner mit Kleidung, Rettungswesten und von der Bundeswehr gesponserten Decken beladen wird. Beim ersten Stopp in Papenburg kommen noch mehr Rettungswesten hinzu, in Augsburg werden weitere warme Decken von The Protec Bros bei­gesteuert, dann geht es über Savona nach Livorno in der Toskana, wo der letzte Schub Rettungswesten und die Fähre nach Malta warten.

Randvoll kommt der Lkw im Hafen von Valletta an, sehnsüchtig erwartet von den Teams der Seenotrettung.

Zum dritten Mal schon beliefert Hanseatic Help Hilfsinitiativen im Mittelmeerraum mit Sachspenden. Der erste Lkw startete im Juni 2016 nach Griechenland, wo die geladenen Hilfsgüter direkt vor Ort in Flüchtlingscamps verteilt wurden. Im August 2016 ging es mit Unterstützung des Projekts Seehilfe e. V. und der Stiftung Musik Bewegt nach Sizilien – mit Kleidung, Hygiene­artikeln und Zelten im Gepäck. Diese wurden unter anderem an SOS Méditerranée mit ihrem Rettungsschiff „Aquarius“ verteilt.

Hanseatic Help entstand aus der Hamburger Freiwilligeninitiative Kleiderkammer Messe­hal­len, die im Spätsommer 2015 ankommende Geflüchtete mit dem Nötigsten versorgte. Seit der Gründung des Vereins im Oktober 2015 un­terstützt Hanseatic Help bedürftige Menschen wie Geflüchtete, Obdachlose und Bewohner von Frau­enhäusern und Kinderheimen. Darüber hinaus konnten schon etwa 70 Hilfstransporte in Krisenregionen wie Syrien, den Nordirak, Kenia oder Haiti geschickt werden.

Zurück zum Brennpunkt Mittelmeer: Vor allem von der libyschen Küste starten unzählige Flücht­lingsboote zur gefährlichen Überfahrt nach Italien. Auf hoher See geraten sie unweigerlich in Not. Damit Rettungsaktionen der ohne staatliche Unterstützung operierenden Hilfs­organisationen nicht tragisch enden, ruft Han­seatic Help zu Spenden von Feststoffrettungswesten auf. Auch Geldspenden sind willkommen.

Info: Hanseatic Help e. V., Große Elbstraße 264, 22767 Hamburg; Spendenkonto: Hanseatic Help e. V., IBAN: DE61 2005 0550 1241 1552 56 BIC: HASPDEHHXXX. Ansprechpartner für Rettungswestenspenden: Helge Weigand, helge.weigand@hanseatic-help.de
 

Yolanda Hösch am 29.07.2017
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