Andy Leemann Andy Leemann

Reportage: Andy Leemann

Von Einem, der auszog, die Welt zu erkunden

Klaus-Dieter Seelig am 10.09.2017

In BOOTE erzählt der Schweizer Andy Leemann über seine Leidenschaft für Flüsse, die Herausforderungen auf Schlauchboot-Expeditionen und sein nächstes Projekt – eine Südamerika-Durchquerung

Wenn man Glück hat, trifft man ihn auf der Ve­randa seines Hauses, rund 20 Kilometer von Palma de Mallorca entfernt. Und Glück muss man in zweierlei Hinsicht haben. Zum einen ist sein wunderschönes Grundstück in der Nähe eines kleinen Dorfs und abseits der Touristenpfade selbst mit Navi nur schwer zu finden. Zum anderen ist er sehr viel unterwegs. Entweder auf der Insel oder ganz einfach irgendwo in der Weltgeschichte.

Obwohl sich der 62-jährige Andy Leemann auf über 17 000 qm ein Refugium mit Blick bis weit ins Innere der Insel geschaffen hat, ist Stillstand nicht seine Sache.

Erst vor Kurzem ist er von seinem letzten Abenteuer zurückgekehrt. Mit zwei Schlauchbooten hat er die Küste Patagoniens in Südamerika erkundet und dabei unter anderem Kap Hoorn gerundet. Über 4000 Kilometer oder 2250 nautische Meilen unter schwierigsten See- und Wetterbedingungen

Gestartet ist er in Puerto Montt, rund 3000 Kilometer Luftlinie nördlich von Kap Hoorn gelegen. Das Gebiet zwischen diesen beiden Punkten zählt wohl zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften, die es auf der Welt gibt, aber auch zu den einsamsten und, vor allem wenn man auf See ist, zu den anspruchsvollsten.

Heftige Stürme und Strömungen, hohe Wellen, Kälte, Eis und Schnee wechseln mit wenigen sonnigen und ruhigen Perioden ab. Es hing oft nur vom Wetter ab, ob das ganze Vorhaben ein Erfolg werden würde.

Daneben sind es aber auch einige andere Faktoren, die über Erfolg und Misserfolg eines solchen Unternehmens entscheiden. Zum einen ist da die Logistik. Weil in zwei Schlauchbooten bei Weitem nicht der gesamte Treibstoff mitgenommen werden konnte, musste sichergestellt sein, dass an bestimmten Punkten Benzin in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung stand.

Gerade im menschenleeren Patagonien keine leichte Aufgabe. Trotzdem war die längste Strecke ohne jegliche Versorgung immerhin 400 Meilen lang, und so mussten für dieses Teilstück 1600 Liter Benzin für die zwei Yamaha mit je 115 PS und den 250 PS starken Mercury mitgenommen werden. Daneben aber auch Verpflegung, Kleidung, Notfallequipment und vieles mehr.

Für die Mannschaft blieb da nur sehr wenig Platz. Elf Männer im Alter von 35 bis 70 Jahren aus aller Herren Länder auf beengtem Raum und unter harten äußeren Bedingungen – das schafft Probleme! "Es war nicht immer einfach", erinnert sich Andy Leemann auch an stressige Momente der Tour.

"Doch je länger wir unterwegs waren, desto besser funktionierten wir als Team. Die Leidenschaft für solche Abenteuer hat uns im Endeffekt zusammen­geschweißt."

Die spektakuläre Landschaft hat für alle Strapazen entschädigt. Tagelang unterwegs zu sein, ohne eine andere Menschenseele zu sehen – stattdessen riesige Gletscher, Eisberge und Wasserfälle und immer wieder Wale, Pinguine und Seelöwen. Diese Momente so­wie der Drang, Neues zu entdecken, sind der Antrieb für seine Unternehmungen. 

Die vollständige Reportage lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 13. September im Handel gibt. Für Abonnenten natürlich schon eher!

Titel 10/2017

Titel 10/2017

Klaus-Dieter Seelig am 10.09.2017
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