Bootsdemo Berlin Bootsdemo Berlin

Reportage: Bootsdemo Berlin

Demo: Wem gehört der Müggelsee

Klaus-Dieter Seelig am 05.11.2016

In Berlin tobt derzeit ein Konflikt, in dem Interessen des Wassersports und des Naturschutzes aufeinanderprallen. Bootsbesitzer sehen sich zu unrecht als Umweltschutzgegner an den Pranger gestellt

So etwas hatte die Hauptstadt noch nicht erlebt. Ende September schlängelten sich an einem sonnigen Wochenende rund 170 Schiffe mit ungefähr 800 bis 1000 Teilnehmern durch das Regierungsviertel der Hauptstadt. Alle Arten von Booten waren vertreten – vom kleinen Zwei-Mann-Schlauchboot über einen Opti bis hin zur 40-Fuß-Motoryacht.

Hagen Jerzynski

"Die Belange der Nutzer sind in keiner Weise ausreichend berücksichtigt. Zur Not müssen wir den Rechtsweg beschreiten und durch alle Instanzen klagen"

Gediegene Yachtbesitzer teilten sich die Spree mit alternativen Freizeitkapitänen, die man nach Haarpracht und Hautschmuck eher in Kreuzberg und Friedrichshain verortet hätte. Was für viele Touristen nach einem fröhlichen Happening und lohnenden Fotomotiven für den heimatlichen Dia- oder Laptop-Abend aussah, hatte allerdings einen ernsten Hintergrund. 

Die vielen Protestschilder und Transparente an den Booten machten es deutlich. Es war eine Demo, eine eindrucksvolle dazu, und es ging um den Müggelsee. Mit fast 7,5 Quadratkilometer Fläche ist er der größte Berliner See und liegt im Südosten der Hauptstadt. 

"Der Senat hätte schon vor Jahren tätig werden müssen. Wir sind doch nur die Sündenböcke für deren Versäumnisse und jetzt muss alles in kurzer Zeit durchgeboxt werden" - Lutz Menzer, Motorbootfahrer auf dem Müggelsee

Und er ist mit den umliegenden Wäldern und den angrenzenden Erhebungen eines der wichtigsten Naherholungsgebiete der Metro­pole. Jetzt soll der Müggelsee nach dem Willen des Berliner Senats vollständig zum Landschaftsschutzgebiet und rund ein Viertel der Fläche sogar zum noch stärker geschützten Naturschutzgebiet er­ klärt werden. 

In den geplanten Natur­ schutzgebieten am südlichen und östli­chen Ufer wären damit alle Nutzungen ausgeschlossen, die die Natur in irgend­ einer Weise berühren, und selbst auf den restlichen Flächen des Sees müsste in je­ dem Einzelfall geprüft werden, ob die Re­gelungen des §26 BNatSchG im Hinblick auf das Landschaftsschutzgebiet eingehal­ten werden. 

"Wir werden immer als Umweltsünder dargestellt, dabei sind es ganz andere, die den Dreck machen. Nur wir haben keine Lobby davor!" - Ingo Herrmann, Bootshaus Herrmann

 

Die vollständige Reportage finden Sie in der Dezember-Ausgabe von Boote, ab dem 16.11.2016 im Handel.

 

Fotostrecke: Demo Berlin

 

 

Klaus-Dieter Seelig am 05.11.2016
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