Drei Tage unter Strom Drei Tage unter Strom

Reportage: elektrische Antriebe

Drei Tage unter Strom

Dieter Wanke am 08.08.2017

Elektrisch fahren ist angesagt. Aber funktioniert es bereits immer und überall, auch auf dem Wasser? An einem langen Wochenende waren wir mit Auto, Boot und Bike von Steckdose zu Steckdose unterwegs.

Elektrische Antriebe funktionieren – ob ein Vehikel von einem Elektromotor oder dem klassischen Kolbenmotor angetrieben wird, spielt gar keine große Rolle. Aber auch wenn die Technologie immer besser wird, ist der Energiespeicher immer noch der Haken an der Sache. Bei unserem Versuch wollen wir die Grenzen der heute für jedermann verfügbaren und erprobten Technik ausloten.

Um von München ans Wasser zu kommen, fiel die Wahl auf einen BMW i3 mit aktueller Ausstattung. Am Bodensee wartete eine neue Nimbus 305 Drophead E-Power auf uns. Natürlich wollten wir auch nach der Ankunft in den Häfen noch elektrisch mobil sein. Dazu ging ein Bordfahrrad mit elektrischer Tretunterstützung in Form eines BMW Cruise e-Bike mit auf Törn.

Das Rad machte uns dabei in Sachen Reichweite am wenigsten Sorgen, denn laut Hersteller sind hier 100 Kilometer drin. Kritischer war da schon das Auto. Von München bis zur Meichle und Mohr Marina in Kressbronn sind mehr als 200 Kilometer zu überbrücken. Das schafft der BMW i3 selbst mit dem neuen 33-kW-Akku unter realistischen Bedingungen nicht.

Fotostrecke: Elektrisch fahren ist angesagt

Sicherheitshalber nehmen wir also eine Version mit Range-Extender – ein eingebauter Generator, der notfalls Strom liefert, falls Nachladen unterwegs nicht möglich ist. Die von Verbrennungsmotoren gewohnte Sorglosigkeit führt hier also nicht ans Ziel, schließlich ist die Infrastruktur erst im Aufbau.

Das ging allerdings auch Bertha Benz so, als sie mit ihrem Patent-Motorwagen die erste Tour von Mannheim nach Pforzheim fuhr und sich das Benzin in der Apotheke in Wiesloch besorgte …

Ganz so schlimm ist es heute mit dem Strom nicht mehr. Das Netz an Stromzapfsäulen ist noch dünn, wächst aber ständig. Mal schnell wieder volltanken geht natürlich nicht. Nachladen dauert. Aber die Technik wird auch hier ständig besser. Erst kürzlich hat BMW bei seinem i3 in Sachen Akkutechnik gehörig nachgelegt.

Als der Elektroflitzer 2013 auf den Markt kam, war ein Akkupaket mit 60 Ah eingebaut. Nur drei Jahre später wurde der aktuelle Energiespeicher mit immerhin 94 Ah vorgestellt. Laden lässt er sich an jeder üblichen, mit 16 A abgesicherten Haushaltssteckdose – aber nicht schnell. Verkürzt werden kann die Ladezeit nur mit aufpreispflichtigem Zubehör. Voraussetzung dafür ist eine mit 32 A abgesicherte Steckdose. Damit werden die Ladezeiten erträglicher; trotzdem ist das nicht mal schnell erledigt.

Die derzeit beste Technik stellt das "Combined Charging System" (CCS) zur Verfügung, mit dem ein leerer Akku des i3 mit 50 kW innerhalb von 39 Minuten auf 80 Prozent geladen werden kann. An einer Haushaltssteckdose mit 16 A dauert dieser Vorgang 9,5 Stunden. Ein spürbarer Fortschritt. Aber solche Ladesäulen findet man noch selten.

Die komplette Reportage finden Sie in der September-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 16.08.2017 im Handel gibt.

Dieter Wanke am 08.08.2017
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