25-PS-Außenbordertest 25-PS-Außenbordertest

25-PS-Außenborder Motorentest

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Sebastian Gollasch am 16.09.2017

Wir zeigen, wie sich die aktuellen 25-PS-Außenbordmotoren der Marken Mercury, Suzuki, Tohatsu und Yamaha im direkten Vergleich schlagen

Stillstand heißt in vielen Branchen, so auch in der Motorenindustrie, Rückschritt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Motoren-Hersteller versuchen, all ihre Modelle auf dem neusten Stand zu halten. Das gilt auch für die 25-PS-Klasse, die wir letztmalig 2007 auf dem Prüfstand hatten.

Was die Ingenieure und Techniker seitdem verbessert haben, zeigen wir in diesem Test. Suzuki wartet sogar mit einem ganz neuen 25er-Motor auf, der eigenen Angaben zufolge auf dem aktuellsten Stand der Technik in dieser Klasse ist.

Generell finden die 25-PS-Motoren ihren Arbeitseinsatz am Spiegel von größeren Schlauch- oder kleinen, offenen Sportbooten. Für unseren Motorentest stand ein Zoom SP 450 Alu-Schlauchboot aus dem Hause Zodiac zur Verfügung. Es hat eine Gesamtlänge von 4,5 m und misst 1,8 m in der Breite. Zugelassen ist es bis 40 PS. Wie es sich im BOOTE-Test, in Kombination mit dem Mercury F25, schlägt, können Sie in der BOOTE-Ausgabe 03/15 nachlesen.

Fotostrecke: 25-PS-BOOTE-Außenbordertest

Kommen wir zu den Motoren und Herstellern, die es sich nicht haben nehmen lassen, der BOOTE-Einladung zum 25-PS-Außenborder-Test zu folgen. So stellen sich in alphabetischer Reihenfolge Mercury F25 MLH, Suzuki DF25 AL, Tohatsu MFS25C L und zuletzt Yamaha F25 DMHL dem direkten Vergleich untereinander in den Kategorien Geschwindigkeit, Verbrauch, Beschleunigung, Geräuschentwicklung und Handhabe.

Wer allerdings den Motorenmarkt etwas kennt, der weiß sicherlich, dass das noch nicht alle Hersteller waren, die einen Außenborder in dieser Leistungsklasse anbieten. Stimmt: Bei BPR/Evinrude war es nach eigenen Angaben ein zeitliches Problem, da man mit der Markteinführung des Evinrude G2 beschäftigt war, und seitens der Importeure der Marken Parsun und Selva wurde auf unsere Anfrage nicht reagiert.

Kommen wir zu den Fakten: Unter den nicht gedämmten und nur mit einem Wasserabscheider versehenen Kunststoff-Hauben arbeitet bei Mercury, Suzuki und Tohatsu jeweils ein Reihen-drei-Zylinder Viertakter. Yamaha setzt nach wie vor in dieser Leistungsklasse auf einen Reihen-zwei-Zylinder, der ebenfalls nach dem Viertaktprinzip arbeitet.

Hat man früher (2007) noch bei Suzuki und Yamaha auf Vergaser gesetzt, so ist man mittlerweile, wie die Konkurrenz Mercury und Tohatsu damals schon, auf elektrische Kraftstoff-Einspritzanlagen umgestiegen. Neben der Gemischaufbereitung haben alle vier Motoren in puncto Volllast-Drehzahlbereich weitere Gemeinsamkeiten. Alle vier Modelle sind auf Höchstdrehzahlen zwischen 5000 U/min und 6000 U/min ausgelegt.

Hinsichtlich des Gewichts besteht oft eine Differenz zwischen den Werksangaben und unseren Messungen. Wir messen die Außenborder grundsätzlich im fahrfertigen Zustand, sprich mit Propeller und Motoröl. So wiegt der leichteste Motor in unserem Test 66,3 kg und der schwerste 81,6 kg. Entsprechend gebührt dem Suzuki der Titel des Leichtgewichts und der Yamaha muss sich das Prädikat "Blei-Ente" gefallen lassen.

Als "Lahme-Ente" darf man den F25 DMHL (Yamaha) aber, bei einer erreichten Höchstgeschwindigkeit von 40,2 km/h, nicht bezeichnen. Mit dieser Geschwindigkeit ist er nämlich schnellster im Vergleich. Aber auch die Konkurrenz ist nicht viel langsamer, so teilt sich das Feld aus vier Motoren auf exakt 1 km/h auf. Einen deutlicheren Unterschied stellten wir bei der Geräuschmessung fest. Dort fällt der  einzige Zwei-Zylinder im Test negativ auf. So macht er sich bereits im mittleren Geschwindigkeitsbereich akustisch bemerkbar.

Bei Volllast ist er dann mit einem Wert von 95 db/A unüberhörbar. Im Vergleich sind die Marken Mercury, Suzuki und Tohatsu mit  gemessenen 90 db/A erträglicher. Als konsequent leiser Motor zeigt sich der neue Suzuki. Mit 69 db/A bei 10 km/h (Kanalgeschwindigkeit) und damit 6 db/A weniger als die anderen Motoren, zeigt sich deutlich, dass die Ingenieure des Motorenherstellers ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Das ist aber auch im mittleren Bereich deutlich. Dort bleibt der Suzuki mit geringerem Abstand der leiseste Motor. In der nächsten Kategorie, dem Beschleunigen aus dem Leerlauf auf 35 km/h, hat ebenfalls der Suzuki die Nase knapp vor dem Yamaha.

Anscheinend ist die Neukonstruktion DF25A L für die Konkurrenz bei den Messungen nicht zu schlagen. Doch wie sieht es beim Thema Bedienungskomfort und Verstaumöglichkeit aus? Für ersteres bietet Mercury die Drehgas- und Schaltpinne. Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder man mag sie oder nicht. Ich finde die Pinne zum Anlegen praktisch, da man mit einer Hand sowohl schaltet, lenkt als auch Gas gibt.

Bei den anderen Motoren muss man sich umdrehen und mit der zweiten Hand schalten, während man mit der anderen Gas gibt und lenkt. Wichtig ist ein kompaktes Packmaß, wenn der Motor beispielsweise im Kofferraum transportiert werden soll. Dafür lässt sich die Pinne beim Suzuki um 90° hochklappen. Das können der Tohatsu mit 100° und der Yamaha mit 120° noch etwas besser, wodurch die Außenborder kompakter und einfacher zu stauen sind.

Kommen wir zum Fazit. Der Yamaha F25 DMHL beschleunigt das Testboot in 5,5 sec auf 35 km/h, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 40,2 km/h. Das sind zwar keine schlechten Ergebnisse, jedoch ist der Motor dabei zu laut. Mit einem Preis von 4565 € kann der Zwei-Zylinder auch nicht wirklich punkten, somit landet der Yamaha auf dem letzten Platz. Mercury und Tohatsu bilden in unserem Test das grundsolide Mittelfeld.

Bei den Messwerten gibt es keine nennenswerten Ausreißer. Bei der Handhabe der Steuerung sorgt der Mercury nach einer kurzen Eingewöhnungsphase an der Drehgas-Schaltpinne beim Anlegen für mehr Komfort. Zudem sind beide Modelle echte Preisbrecher. Der Tohatsu kostet 4190 € und der Mercury geht bereits für 4165 € über den Ladentisch. Damit sind beide Motoren über 500 € günstiger als der teuerste Motor im Test.

25-PS-Motorentest Werte

25-PS-Motorentest Messwerte

Eine gewisse Überlegenheit des neuen Suzuki DF25A L gegenüber seiner Konkurrenz angesichts der Messergebnisse lässt sich nicht abstreiten. Der Suzuki ist leiser, sparsamer, beschleunigt besser und ist sehr leicht. Inwiefern das den Preis von 4700 € rechtfertigt, bleibt jedem Skipper selbst überlassen, rein technisch weiß der DF25A L auf jeden Fall zu überzeugen. 

Sebastian Gollasch am 16.09.2017
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