Neander Dtorque 111 Neander Dtorque 111

Test: Neander Dtorque 111

Reifezeugnis

Erich Bogadtke am 18.12.2017

Der erste Turbodiesel-Außenborder der Welt ist reif für die Serie. BOOTE ging mit Neanders Dtorque 111 aufs Wasser und war beeindruckt

Am Anfang war die Idee, ein Motorrad mit einem aufgeladenen Dieselmotor zu bauen. Gedacht, getan. Das Bike und sein Zweizylinder sorgen für Furore. Die Techniker aus Kiel bekommen viel Lob, den Technologiepreis des Ministers für Wissenschaft, Wirt­schaft und Verkehr und damit verbunden eine kräftige Finanzspritze. Die Krux ist nur, dass keiner das einzigartige Motorrad für 95 000 Euro kaufen will oder kann.

Dass auch der heute serienreife Turbodiesel-Außenborder, der lange nur in den Köpfen des Unternehmerduos Hitzbleck-­Lester existiert, nicht  für ’nen Appel und ’n Ei zu haben ist, versteht sich von selbst. Oder?

Daher (und aus anderen Gründen) sind Freizeitkapitäne in der Neander-Kundendatei schwer zu finden. Ihre Favoriten haben vier Zylinder und eine elektronische Benzineinspritzung, sind rund 50 kg leichter und in der Regel schon für weniger als ein Drittel des Preises zu haben.

Der Turbodiesel wirbt für sich mit Argumenten wie Betriebssicherheit, Lebensdauer, überall verfügbarem Kraftstoff, enormem Drehmoment, geringem Verbrauch und den damit verbundenen großen Reichweiten. Bleibt die Frage: Lassen sich die Profis, die Neander bei den Kreuzfahrtreedereien, Offshore-Technikern, Fischern und staatlichen Organisationen wie Polizei, Bundeswehr, THW und Co ansprechen will, davon beeindrucken?

Das Team um Lutz W. Lester ist davon ­jedenfalls felsenfest überzeugt. Claus Brüstle, "Erfinder" von  Mercurys Verado und heute Vorstand Technik der Neander AG: "Ich will, dass das Projekt Turbodiesel-­Außenborder zur Erfolgsstory wird." "Co-­Autoren" sind Bosch, Davis Engineering, FEV, Selva, Steyr Motors und Yanmar. Letzterer hat lange Zeit eigene Diesel-­Außenborder gebaut und übernimmt jetzt den Vertrieb weltweit.

An den Mann gebracht werden soll ein 804 cm3 großer Zweizylinder, der mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Vierventiltechnik ausgestattet wird, die für perfekte Gaswechsel im Brennraum und dadurch – zusammen mit der Common-­Rail-Einspritztechnik – für eine effiziente und saubere Verbrennung sorgt. So spart man Sprit und schont die Umwelt. Maßgeblich für das hohe (111 Nm) Dreh­moment, das schon bei 2000 U/min vorhanden ist und erstaunliche Schubkräfte mobilisiert, sind der wassergekühlte Turbolader und die Ladeluftkühlung.

Den kompletten Motorentest lesen in der aktuellen Januar-Ausgabe von BOOTE

Erich Bogadtke am 18.12.2017
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