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50 Jahre BOOTE

Motoren, Macher & Magazine

Torsten Moench am 17.08.2017

Wie BOOTE entstand: Der Weg von der ersten Idee zum führenden Motorbootmagazin Europas – und wer hinter dem Magazin steckt

Zur Zeit unserer Gründung – wir reden von den wilden Sechzigerjahren – sah die deutsche Medienlandschaft ganz anders aus. Das Internet gab es nicht, und das Fernsehen stand noch in den Startlöchern. Radio, Zeitungen und Zeitschriften dominierten die Meinungsbildung in der kaum zwanzig Jahre alten Bundesrepublik.

Der Wassersportjournalismus war geprägt vom Platzhirsch YACHT aus dem Traditionsverlag De­lius Klasing (DK). Mit großen Auflagenzahlen bestimmten die sogenannten "Herrensegler", was auf dem Wasser en vogue ist und was eben nicht.

Doch zu den vom Wind angetriebenen hölzernen Schön­heiten der Seen und Meere gesellten sich Anfang der Sechziger zum Verdruss vieler Segler immer mehr Motorboote. Zunächst kleine, außenborderbetriebene Holz- oder Schlauchboote, dann zum Wasserwandern hergerichtete ehemalige Rettungsboote und später die eine oder andere in edlem Mahagoni daherkommende Motoryacht – meist Ein­zelbauten für wohlhabende Zeitgenossen mit klangvollen Namen.

Den gestandenen Segeljournalisten der YACHT war diese Art des "Wassersports" eher ein Gräuel; wenn überhaupt, wurde sie nur mit wenigen Zeilen bedacht, schließlich wollte man sich seiner Chronistenpflicht ja nicht völlig entziehen.
Zu dieser Zeit begab es sich, dass rührige Kollegen des Delius Klasing Verlags, namentlich Vordenker und Motorjournalisten-Legende Arthur Westrup, einen völlig neuen Trend erkannten:

Fotostrecke: BOOTE 50 Jahre: Die Gründer

Im Rahmen der beginnenden Massenmotorisierung und der damit verbundenen ersten Urlaubsfahrten per Kraftfahrzeug begannen einige Zeitgenossen, sich Anhänger, sogenannte Trailer, hinter Käfer und Co. zu hängen, auf denen sie dann leicht transportierbare Boote – aufgrund der Form und des Gewichts meist Motorboote – ans nächstgelegene Gewässer schleppten. Berührungsängste mit lärmenden und stin­kenden Motoren hatte der damalige Autofahrer ohnehin nicht, er war es gewohnt, unterwegs mal den Schraubenschlüssel oder die Ölkanne in die Hand zu nehmen.

Aus diesen Beobachtungen entstand 1966 unter Westrups Führung die Idee zur Zeitschrift "Auto & Boot" (noch heute eine Rubrikenbezeichnung in BOOTE). Um es vorweg zu sagen: Der erhoffte Erfolg blieb aus. Zeitschriftenverkäufer sortierten den Titel zu den zahlreichen Automagazinen, wo er sich kaum verkaufte, die spärlich vorhandenen Anzeigenkunden konnten mit diesem "Zwitter" aus Auto- und Motorbootzeitschrift schlichtweg nichts anfangen, und schlussendlich hatten die blechkutschenorientierten Motorjournalisten zu wenig Ahnung vom maritimen Metier.

Das änderte sich erst, als eine kleine Schar Münchner Reklamespezialisten mit Affinität zum motorisierten Wassersport ein bunt und frech daherkommendes Heftchen namens "Boote" auf den Markt brachten. Mangels finanzieller Mittel konnte es sich aber nicht lange halten und wechselte erst zum Krauskopf-Verlag, um dann vom Medien-Dickschiff Delius Klasing aufgekauft zu werden.

Dennoch: Endlich ein Konzept, das aufzugehen versprach! Neben dem DK-Hochglanz-Flaggschiff YACHT gab es offensichtlich Raum für ein "Magazin für Freizeitkapitäne", wie sich BOOTE damals noch nannte. Allein schon von der Wortwahl her ein Affront für den klassischen YACHT-Leser und deshalb nicht "standesgemäß".

Ramon Gliewe, erfahrener YACHT-Redakteur und den schönen Dingen des Lebens durchaus zugeneigt, wurde beauftragt, das kleine Schwesterschiff der YACHT, das fortan auf den alleinigen Namen BOOTE hörte, flott zu machen. Gliewe erwies sich dabei als Glücksgriff für den Verlag. Er ent­wickelte aus den Anfangsideen beider Gründungslinien, also Westrups technikorientiertem "Auto & Boot" und dem Lifestyle-Emporkömmling "Boote", ein Magazin, das perfekt in die Endsechziger passte.

Ein ungezwungener Umgang mit technischen Themen, Reportagen ohne jedweden Standesdünkel, Mut zur großzügigen Aufmachung mit vielen Bildern und leicht verständlichen Texten, für seriöse Fachmagazine damals nicht vorstellbar: So ging BOOTE Mitte 1967 an den Start. Themenspektrum: kleine Boote, Antriebsart egal – Hauptsache, Spaß auf dem Wasser.

Leicht bekleidete Covergirls posierten von nun an auf den kunstlederbezogenen Sitzen der gerade erst auf den Markt gekommenen Plastikboote – aus heutiger Sicht undenkbar. 

Mit dem Erfolg wuchs das Team. Unter anderem betraten Ende der Siebzigerjahre, also rund zehn Jahre nach Gründung, zwei Menschen die Redak­tionsbühne, die Aussehen und Ausrichtung des Magazins über Jahrzehnte prägen sollten (was zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand ahnte): Marianne Nissen, NDR-Radiojournalistin und passionierte Seglerin, sowie Rainer Bergmann, Sportjournalist mit Technikfaible und Affinität zu V8-Motoren.

Während Nissen, Tochter des Marinemalers Arge Nissen, sich der Optik des Heftes und der "bunten Themen" annahm, stürzte Bergmann sich auf die journalistische Aufarbeitung technischer Sachverhalte. Schon nach kurzer Zeit war klar: Die bevorstehenden Achtzigerjahre verlangten nach einem anderen, neuen BOOTE-Magazin.

Kaum war Gliewes Nachfolger inthronisiert, entschieden die beiden Vollblutjournalisten im Alleingang, also ohne den Verlag, Zitat: "allzu sehr", um Erlaubnis zu fragen, aus BOOTE ein reinrassiges Motorboot­magazin zu machen. Der Spagat zwischen Seglern und Motorbootfahrern musste ein Ende finden.

Fotostrecke: Die Entwicklung des Magazins

Problem: Wer sollte das Magazin leiten? Pragmatisch, wie beide auch heute noch sind, wurde die Führungsposition kurzerhand geteilt – Deutschlands kleinstes Magazin mit Doppelspitze war ge­boren. Dabei blieben beide ihren Leidenschaften treu. Nissen betreute die übergeordneten Reise- und Reportagethemen und brachte die nötige Portion "Seemannssprache" ins Heft, Motorenliebhaber Bergmann verschrieb sich dem rasant wachsenden Technikressort mit Boots- und Motorentests, Praxisthemen und dem immer wichtiger werdenden Ausrüstungsmarkt.

Unter dieser Führung erlebte BOOTE einen bis dahin ungekannten Boom. Die Auflagenzahlen stiegen stetig, die Werbeeinnahmen der ebenfalls aufstrebenden Motorbootindustrie sorgten für ein entspanntes Polster, auf dessen Grundlage sich prima experimentieren ließ. Damals völlig verrückte Ideen wie der "BOOTE-Schleusenkalender" oder das "BOOTE-Tankstellen-Verzeichnis" erblickten das Licht der publizistischen Welt.

Vollends auf die Spitze trieben es Nissen und Bergmann dann Ende der Achtzigerjahre, als sie BOOTE Exclusiv aus der Taufe hoben, ein Magazin für Yachten jenseits der 100-Fuß-Marke – in den Augen vieler Zeitge­nossen, auch aus der damaligen DK-Verlagsspitze, völliger Nonsens. Zunächst als Sonderheft geplant, hat BEX, wie es unter Insidern heißt, heute seinen festen Platz in der internationalen maritimen Medienlandschaft.

Zurück zu BOOTE: Angetrieben vom wirtschaftlichen Erfolg der Achtziger- und Neunzigerjahre wuchs das Redaktionsteam abermals. Die voranschreitende Spezialisierung im Journalismus verlangte nach fachkundigem Personal. Redakteure wie Erich Bogadtke (Test & Technik) oder Jürgen Straßburger (Reise) sowie Grafikerin Cornelia Dautzenberg gaben BOOTE eine bis dahin nicht da gewesene fachliche Tiefe, kombiniert mit einem frischen, modernen Design.

Kaum eine Leserfrage, damals noch per Telefon, Brief oder Fax gestellt, blieb unbeantwortet – eine stetig sprudelnde Themenquelle, aus der wir bis heute schöpfen. Der Umfang des Magazins schien nach oben keine Grenzen zu kennen. Von den anfänglich 90 Seiten stieg er teilweise auf mehr als 200 Seiten an. Auf diese Art fand fast alles, was mit Motorbooten zu tun hatte, Eingang ins Heft.

Anfang der Neunzigerjahre kam auch ich als Jung­ingenieur zu BOOTE. Nissen und Bergmann hatten entschieden, dem Thema Elektronik und Ausrüstung ein eigenes Ressort zu spendieren. Ihrer damaligen Entscheidung ist es zu verdanken, dass BOOTE sich auch in diesem Bereich als fach­kun­diger Berater etablierte und seinen Lesern bis heute nicht nur bei der Entscheidung für ein Boot, sondern auch bei der Wahl des passenden Zubehörs zur Seite steht.

Ende der Neunziger erschütterte dann ein Erd­beben die Medienwelt. Erst zaghaft, dann mit unbändiger Gewalt brannte sich das Kürzel "www" für "World Wide Web" ins Bewusstsein der Zeitschriftenmacher des Delius Klasing Verlags; das Internet stand vor der Tür.

Was macht man damit, wie geht man damit um? Kann es wirklich sein, dass es einen Trend weg vom gedruckten Magazin, hin zum schnellen Medien­kon­sum am Computer gibt?

Erneut erwiesen sich Nissen und Bergmann als kongeniales Duo.

"Das machen wir jetzt auch. Moench, Sie können eine Programmiersprache, das muss reichen. Machen Sie sich mal schlau. Ab­gabe dann nächste Woche."

Mit diesem ebenso kurzen wie unerfüllbaren Auftrag der Chefredaktion in der Tasche fuhr ich 1995 zum Firmensitz nach Bielefeld und versuchte einen – glücklicherweise sehr aufgeschlossenen – Verlagsleiter von den Vor­zügen eines BOOTE-Internetauftritts zu überzeugen. Um es kurz zu machen: Die "Abgabe" des Internets hat sich etwas verzögert, wir arbeiten heute noch dran – bis auf Weiteres.

Anfang der 2000er betrat schließlich – in meiner Person und der meines Freundes und Kollegen Ralf Marquarddie dritte Chefredakteursgeneration die BOOTE-Bühne. Doch auch wir können nur Ideengeber, Gesprächspartner und manchmal auch Hand­langer eines Teams von Spezialisten sein, die ich Ihnen auf den folgenden Seiten vorstellen möchte:

Fotostrecke: Die Redaktion heute

Gernot Apfelstedt

Ressort:_Servicethemen_News_Versicherungen_WANTED
Typ:_Last-Minute-Man
Lieblingsboot:_Rio 580 Cabin

Nach zehn Jahren Bootsleben für die Redaktion hatte die "Rio" ausgedient. 1994 wurde sie als schwimmende BOOTE-Visitenkarte von einer Nidelv 26 Classic (S. 43 oben) abgelöst. Als ich 1996 bei BOOTE an­heuerte, fristete sie ein Trauerdasein. Doch ich bin empfänglich für Boote mit bewegter Geschichte wie die "Rio", deren Höhepunkt die "Jungfernfahrt" Mitte April 1990 durch die "Noch-DDR" war – wo sie vielerorts als erstes Boot aus dem Westen bestaunt wurde. Als unser Verlag sie 2004 zum Kauf anbot, ergriff ich die Chance. Seither ge­nießt
sie als "Rubinette" (oben) ihr zweites Bootsleben.

Ingrid Bardenheuer

Ressort:_Reportage_Reisen_News
Typ:_Hinterfragerin
Lieblingsboot:_Yamarin 6230

Wir hatten das Boot von 2003 bis 2008. Motorisierung in unserem Fall: ein 150-PS-Zweitaktmotor (Yamaha 150 HPDI). Was ich an dem Boot so toll fand? Das Walkaround-Layout gibt Sicherheit auf Deck und hat was von "Abrahams Schoß". Verarbeitung: Top-Gel­coat-Qualität, hochwertige Beschläge, saubere Ausführung – auch in Kajüte und Staufächern. Fahreigenschaften: grandios. Vor allem im Rauwasser. Raumangebot: erstaunlich üppig auf Deck wie in der Kajüte, Schlafmöglichkeiten für zwei Personen. Kurzum: Ich trauere dem Boot nach. Es hatte eine praktische Größe, war wertig und hat einfach nur Spaß gemacht. Warum wir es verkauft haben? Das frage ich mich auch … Lag wohl daran, dass ich mehr Wohnraum wollte. Typisch Frau.

Rainer Bergmann

Ressort:_Herausgeber
Typ:_Macher
Lieblingsboot:_Chris-Craft 32 Seaskiff

Auf der Suche nach "meinem" Boot tat sich seinerzeit ein Problem auf, was eng mit meiner damaligen Position als Chefredakteur dieser Zeitschrift zusammenhing. Im Traum fuhr ich bereits das eine oder andere "Lieblingsboot". Doch ein neues Dampferchen, gekauft bei einer der in Betracht kommenden Werften, hätte mich in den Augen der Leser als neutraler Kritiker des Marktes infrage gestellt. Was also tun? Hier kam der Zufall zu Hilfe. Auf einer Reise entlang der Adria landeten wir in Mali Losinj im damaligen Jugoslawien. Dort entdeckte ich auf einem schiffsfriedhofähnlichen Gelände, aufgebockt an Land, eine Chris-Craft 32 Fuß Seaskiff. Mein Lieblingsboot. Auf Anhieb. Familienfreundlicher Grundriss mit Platz, Platz, nochmals Platz. Der Spontankauf zog zwar eine aufwendige und kostspielige Restaurierung nach sich, wie immer beim Erwerb von alten Stücken, Raritäten oder Antiquitäten. Meine Arbeiten an dem 1961 in den USA gebauten, heruntergekommenen Oldtimer dau­erten schließlich fast anderthalb Jahrzehnte. Eine Zeit, in der ich allerdings zum passionierten Oldtimer-Fan mutierte. Dann aber, Lohn der Anstrengungen, sah die alte Motor­yacht mit geklinkertem Rumpf und Mahagoniaufbauten nie schöner aus. Doch nach vielen schönen Reisen endete eine letzte dramatisch-traurig. Mein Lieblingsboot, die "Musta Kissa", lebt nicht mehr (BOOTE 5/2014). Sie ging nach einer Kollision in der Elbmündung unter. Totalschaden. Und nun? Inzwischen existiert wieder ein Lieblingsboot. Wieder ein Oldie. Alter schützt eben vor Torheit nicht.

Erich Bogadtke

Ressort:_Bootstest_Test & Technik
Typ:_Beruhiger
Lieblingsboot:_Luna 26

Die 8 m lange Luna 26 ist für mich der beste Motorsegler der Welt. Das ist, logisch, meine subjektive Meinung. Sie beeindruckt mich mit exzellenter Verarbeitung, ebensolchem Fahrverhalten als Motorboot und idiotensicheren Segeleigenschaften. Wenn man wie ich keine Ahnung vom Segeln hat, also genau das Richtige. Echte Seemänner, zu denen ich mich zähle, nutzen das Cockpitzelt auch schon mal als Schlafzimmer. Platz für eine Luftmatratze findet sich immer. Abgesehen davon sind Konstruktion und Verarbeitung der Luna 26 mit den legendären Coronets zu vergleichen. Sie konnten’s halt, die Dänen.

Ralf Marquard

Ressort:_Chefredaktion_Bootstest_Test & Technik
Typ:_Pedant
Lieblingsboot:_Arriva 2552

Die Arriva 2552 war mein erstes Powerboot, mit dem ich bei ordent­lich Kabbelwasser über den Rhein gebrettert bin. Ich war damals – vor gut 20 Jahren – total von der Ge­schwindigkeit um 50 kn und dem Über-die-Wellen-Fliegen mit anschließendem weichen Einsetzen fasziniert. Auch in schnellen Kurven zog der Rumpf soft sein Kreise, ohne zu mucken. Und das Beste dabei war der Sound, denn das Boot hatte eine (zu dem Zeitpunkt noch er­laubte) offene Auspuffanlage. Ein blubbernder V8, dessen Geräusch mit zunehmender Drehzahl in ein dröhnendes Gekreische übergeht: einfach nur geil – zumindest wenn man im Boot sitzt.

Peter Lässig

Ressort:_Bootstest_Test & Technik
Typ:_Sachverständiger
Lieblingsboot:_Pershing 54

Für mich ist die Talon 18 der Inbegriff von Spaß. Sie ist eine Adrenalinschleuder und letztendlich das Boot, das mich mit BOOTE in Verbindung gebracht hat und den Grundstein unserer Zusammenarbeit bildet. Ein echtes "Traumschiff" ist für mich jedoch die Pershing 54, die mir einen echten Freund beschert hat, Tilli Antonelli, Gründer und "The Brain" von Pershing. Ähnlich wie die Talon ist auch die Pershing eine kompromisslose, aber stilvolle "Fahrmaschine". Schnelle Boote sind – man möge es mir nachsehen – nun mal meine Leidenschaft.

Rüdiger Frank

Ressort:_Schlussredaktion
Typ:_dudenfest
Lieblingsboot:_kajak

Jetzt kommt alles raus … Bislang setze ich auf dem Wasser ausschließlich auf Muskelkraft, und selbst meine Paddelfertigkeiten sind ausbaufähig. Aber nach einem Jahr BOOTE kann ich mir einen Familientörn mit Charterschein gut vorstellen. Wir sprechen uns wieder!

Torsten Moench

Ressort:_Chefredaktion_Zubehörthemen
Typ:_Ungeduldig
Lieblingsboot:_Variant 600

Im Laufe meiner 40-jährigen Bootskarriere sind mir schon viele
Boote "untergekommen". Einige privat, die weitaus meisten jedoch beruflich. Eine genaue Anzahl kann ich nicht nennen, deutlich dreistellig wird sie aber wohl sein. Obwohl große, komfortable oder gar luxuriöse Boote darunter waren, zieht es mich privat immer wieder zu meinem Westentaschenkreuzer, einer 6 m langen Holz-Variant mit Außenbordmotor aus DDR-Produktion. Ob es nun am Werkstoff, den klassischen Linien oder den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten liegt, vermag ich gar nicht zu sagen. Oft reicht der bloße Anblick oder eine flüchtige Berührung des Mahagonirumpfs, um mein innerliches Treuegelöbnis an dieses Schiffchen zu erneuern.

Bodo Müller

Ressort:_Reise
Typ:_Freidenker
Lieblingsboot:_Azimut 68 S

Seit 1990 arbeite ich als freier Journalist für BOOTE. In mehr als einem Vierteljahrhundert habe ich weit über einhundert verschiedene Motorboote fahren dürfen. Einen eindeutigen Favoriten zu benennen fällt mir schwer, weil es für mich einen großen Unterschied macht, in welchem Revier ich fahre. Auf Binnenwasserstraßen favorisiere ich eine Linssen-Yacht. In tropischen Seerevieren bin ich gern mit einem Power-Kat von Robertson & Caine unterwegs. Das rassigste Boot, das ich fahren durfte, war die 22 Meter lange Azimut 68S. Mit 2 x 1350 PS ist die Azimut bis zu 34 Knoten schnell und bietet neben einem unbeschreiblichen Fahrgefühl ganz viel Lebensraum auf höchstem Niveau.

Susanne Stachelroth

Ressort:_ArtDirektorin
Typ:_Kreativ
Lieblingsboot:_Ocean Master 640 Cabin

Als Artdirektorin sind in den letzten Jahren Hunderte Boote über meinen Schreibtisch und Bildschirm gewandert. Unzählige Deckslayouts, Risse und Inneneinrichtungen habe ich gesehen. Die Ocean Master 640 Cabin hat es mir sofort angetan. Sie ist 6,30 m lang, 2,53 m breit und wiegt nur 1050 kg.
Ich brauche keinen großen Komfort, um mit einem Boot auf Reisen zu gehen. Ich mag es lieber kleiner. Die Ocean Master 640 Cabin hat eine kleine Kabine, die gemütlich und durch ihr relativ großes Luk in der Decke hell wirkt. Der Kajütaufbau ist sehr flach und läuft nach vorn hin mit dem Deck zusammen, sodass er sich sehr schön ins Deckslayout einfügt. Mit ihrer Größe und ihrem Gewicht ist die Ocean Master 640 Cabin noch mit einem geeigneten Auto trailerbar. Und so könnte man zu den vielen schönen Destinationen trailern, die ich tagtäglich auf meinen Schreibtisch liegen habe – das wäre ein Traum.

Morten Strauch

Ressort:_Fotograf
Typ:_Nordlicht
Lieblingsboot:_Paragon 25

Als Fotograf kann ich ein Testboot größtenteils nur von der Optik und meinem Bauchgefühl her beurteilen. Eines, das mir eindrücklich in Erinnerung geblieben ist, ist die Paragon 25, die ich an der schwedischen Küste fotografiert habe. Das coole, funktionale Design und die daraus resultierende Seetüchtigkeit haben mich begeistert. Ich mag Boote mit Off­shore-Qualitäten, die auch bei widrigem Wetter einsetzbar sind und dabei eine "bella figura" machen.

Jürgen Strassburger

Ressort:_Reportage und Reise_Leserfragen
Typ:_wandelndes Lexikon
Lieblingsboot:_Nidelv 26 Classic

Mein Lieblingsboot heißt "Troll" und ist eine Nidelv 26 Classic HT. HT heißt Hardtop, und tatsächlich hat sich das feste Dach über die Jahre bei Wind und Wetter bestens bewährt. Seit 23 Jahren sind wir jetzt "zusammen" und haben gemeinsam 17 Logbücher gefüllt. Kleinere Pannen gab es jede Menge, einen Aussetzer, der Crew oder Boot gefähr­-
det hätte, zu keiner Zeit. Viele unserer gemeinsamen Erkundungen und Erlebnisse konnten Sie, liebe Leser, seit 1994 in BOOTE lesen und nach­vollziehen. "Troll" ist mit einem Volvo Penta TMD 22 motorisiert, der aktuell ziemlich genau 3000 Betriebsstunden auf dem Buckel hat. Rund 36 000 km beziehungsweise 19 438 sm haben wir binnen und buten unter den Kiel genommen. Und es geht ja noch weiter …

Christian Tiedt

Ressort:_Reportage und Reise_News_Website
Typ:_Allrounder
Lieblingsboot:_Targa 44

Der Gedanke, mit einem Sportboot selbst bei Sturm und Hagel "draußen" vergleichsweise sicher zu sein, gefällt mir. Kein Wunder, dass die Boote auch professionell eingesetzt werden. Für mich bedeutet diese typisch skandinavische Qualität jedoch, dass sich bei uns im Norden Europas Reviere erkunden lassen, für die man auch einmal eine längere Etappe über offenes Wasser wagen muss. Dazu kommen jede Menge Power und eine – meiner Ansicht nach – wirklich durchdachte (und ebenso seefeste) Inneneinrichtung.

Ulli Tauber-Dallach

Ressort:_Grafik
Typ:_Turbo
Lieblingsboot:_Knierim Excalibur, 50 Performance Cruiser

Ja, das ist ein Segelboot! Ich bin weder Motorbootlerin noch Seglerin – habe aber definitiv meine schönsten Stunden des kompletten "Losgelöstseins" und der Zerstreuung im tiefen Blau der Ozeane und rosaroten Licht der Sonnenuntergänge auf dem Segelboot unserer Freunde verbracht. Grund genug, die Knierim Excalibur zum meinem Lieblingsboot zu erklären.

Dieter Wanke

Ressort:_Test & Technik_Reportagen
Typ:_Redegewandt
Lieblingsboot:_Saver MG 710

Es liegt in der Natur der Sache, dass ich für jedes Revier ein anderes Lieblingsboot habe. An der Nordseeküste wäre das vielleicht ein Trawler, wollte ich mal wieder die Weltmeere bereisen, hätte mein Lieblingsboot zwei Rümpfe und einen Mast. Nun wohne ich in der Mitte Deutsch­lands, umgeben von den zentralen Wasserstraßen Rhein und Main. Da bietet sich ein flotter, transportabler Flitzer an, der ohne festen Liege­platz auskommt. Als solcher hat mich im letzten Jahr die neue Saver MG 710 sehr beeindruckt. Kombi­niert war das Boot mit einem Suzuki DF 200, der ganz vorzüglich mit dem RIB harmonierte. Neben dem leichten Handling und den sehr harmonischen Laufeigenschaften haben mich insbesondere der Fahrspaß und die Spurtstärke des knapp 42 kn schnellen Bootes sowie die gute Verarbeitung überzeugt.

Manfred Welkamer

Ressort:_Meckerecke_Werkstatt_Messen
Typ:_Problemlöser
Lieblingsboot:_Bertram 38

Ich mag Kämpfernaturen. Das gilt natürlich auch für Boote. Ein "Kämpfer" ganz besonderen Zuschnitts ist die Bertram 38. Während einer Biskaya­querung hat mir dieses Boot gefühlt mehr als einmal das Leben gerettet. Das Seeverhalten ist grandios und selbst unter schwierigsten Bedingungen mit der Schulnote 1 + zu bewerten. Technik und Installationen funktionieren zu­verlässig, und die Raumaufteilung sowie der typisch amerikanische "Way of Life", den dieses Boot wie kein zweites verkörpert, machen die Bertram zu meiner persönlichen Nummer eins.

Katharina Wist

Ressort:_ Redaktionsassistentin
Typ:_gute Fee
Lieblingsboot:_Cigarette 41' AMG

Ich will Spaß, ich geb Gas. Schnelle, sportliche Boote wie die Cigarette 41' sind meine Passion. Mit knapp 90 kn übers Wasser zu gleiten stell ich mir im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend vor. Bietet das Gefährt dann noch guten Komfort und Sicherheit, ist meine (Boots-)Welt in Ordnung.

Felix Wemheuer

Ressort:_BOOTE-TV_Social Media und Website
Typ:_neugierig
Lieblingsboot:_Elling E6

Mit dem nötigen Kleingeld würde meine Wahl auf die Elling E6 fallen. Ich mag schnelle Verdränger, und ich würde gerne die Freiheit haben, mal auf eigenem Kiel nach Kanada oder in die USA statt an die Ostsee zu fahren. Bei unserem Test in Heft 11/2016 stellten wir eine Reichweite von 2225 sm plus Reserve fest – passt!
 

Torsten Moench am 17.08.2017
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