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Neues Werftgelände bei Berlin

Aufschwung Ost

Klaus Seelig am 20.07.2017

Im Südosten Berlins, nahe dem kleinen Städtchen Königs Wusterhausen, entsteht gegenwärtig ein neues Werftgelände von Nautilus Hausboote

Eigentlich wollten Andreas Hoffmann und seine Frau Dörte Schiemang nur ein Hausboot für den eigenen Bedarf bauen. Beide fühlen sich seit ihrer Kindheit dem Wasser verbunden. Als gelernter Tischler und Architekt wollte Andreas Hoffmann dabei seine Leidenschaft für das Wasser und seine beruflichen Fähigkeiten unter einen Hut bringen. Doch sein Entwurf und vor allem das fertiggestellte Hausboot fanden bei Freunden und Bekannten so großen Anklang, dass er sich schließlich entschied, den Beruf des Architekten an den Nagel zu hängen und als Unternehmer den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Das war vor sechs Jahren.

Das Risiko hat sich gelohnt. Der Neubau der Werft geht voran; das 10 000 m² große Gelände in Niederlehme bei Königs Wus­terhausen wird nach der Fertigstellung eine 1500 m² große Werfthalle und Büro­räume beherbergen. Daneben sollen außerdem die firmeneigene Marina für den Charterbetrieb und eine Vielzahl von Serviceeinrichtungen für Eigner und Char­terkunden entstehen. Schon vorhanden sind ein großer Kran, ein Waschplatz für die Hausboote, eine kleine Marina, eine Wassertankstelle und eine Selbstbedienungstankstelle auf dem Land sowie diverse Einkaufsmöglichkeiten. In naher Zukunft geplant sind darüber hinaus eine zweite größere Marina für Hausboote, Verkaufsflächen, mobile Ferienhäuser sowie eventuell Wohnmobilstellplätze und Gastronomie. Zurzeit arbeiten 14 fest angestellte und einige freie Mitarbeiter in Hoffmanns Firma. In der neuen Marina und Werft werden es bald 20 bis 25 sein.

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Mit zündenden Hausboot-Ideen auf Expansionskurs: Andreas Hoffmann und Dörte Schiemang haben die Weichen für die Zukunft ihres Unternehmens gestellt. Noch werden die Nautilus-Modelle in der Werfthalle in Köpenick gebaut. Im Sommer soll der Neubau in Niederlehme fertig sein.

"Wir wollen an unserem neuen Standort einen vollständigen Service für den Hausbootfahrer anbieten, den es in dieser Form bisher noch nicht gibt", beschreibt Andreas Hoffmann seine Pläne.

Neubau, Wartung, Charter, Winterlager und Liegeplatz: alles aus einer Hand. Das ist seine Vorstellung für die nächsten Jahre. 2 Millionen Euro sollen in diesem Sommer im märkischen Sand verbaut werden, um diese Pläne zu verwirk­lichen. Um so weit zu kommen, waren aber auch schwierige Jahre zu meistern. Die Banken waren nicht von Anfang an davon über­zeugt, dass Hausboote ein tragfähiges Konzept für eine Kreditvergabe darstellen, und beim Bau der Boote gab es so manchen Lernpro­zess zu bewältigen. Inzwischen sind rund 40 Hausboote verschiedener Größen ausge­liefert worden, und die Firma kann die Nachfrage mit den bisherigen Kapazitäten nicht mehr erfüllen.

Nautilus baut derzeit folgende Hausbootserien: Nautino mini und Nautino maxi, die Eventboote Vagabund 30 und 43 sowie Nautilus 40 und 53; hinzu kommen schwimmende Ferienhäuser vom Typ Ei-Home in den Größen 45, 80 und 160 m²).

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Große Fensterflächen, freundliches und lichtdurchflutetes Interieur – Nautilus-Hausboote wie hier der "Wasserfloh 1" aus der Baureihe Nautino maxi bieten das Flair eines Lofts auf dem Wasser. Doch bei allem Design kommt auch der praktische Nutzwert nicht zu kurz.

Konnten bisher maximal zwölf Boote pro Jahr ausgeliefert werden, sind künftig Stückzahlen von über 100 möglich, die auf 13 Bauplätzen parallel entstehen. Bei Bedarf können die Kapazitäten sogar noch erweitert werden.

"Unser Erfolg beruht auf guter Qualität, gutem Design, Komfort und guten Fahreigenschaften", erklärt Andreas Hoffmann das In­teresse an seinen Entwürfen.

Nautilus-Hausboote haben die Anmutung eines modernen Apartments oder Lofts auf dem Wasser und treffen offenkundig den Geschmack vie­ler Kunden. Rechtsanwälte, Manager, Schau­spie­ler und Schlagerstars wie zum Beispiel Yvonne Catterfeld und ihr Lebenspartner Oliver Wnuk haben sich inzwischen ein Hausboot als Zweitwohnsitz, als Wochenenddomizil oder auch als Investition zum Verchartern zugelegt und sind bereit, je nach Größe und Ausstattung zwischen 200 000 und 500 000 Euro auszugeben. Kaminofen, Sauna, Heizung, aus­fahr­bare seitliche Decksflächen, Fußbodenhei­zung, Klimaanlage, hochmoderne Küche – fast alles ist realisierbar, um diese Investition sogar ganzjährig nutzen zu können.

Hausboote liegen zweifelsfrei im Trend, und Nautilus Hausboote trifft diesen Trend offenbar zielgerichtet. Andreas Hoffmann will mit seinen neuen Kapazitäten aber nicht nur den deutschen Markt bedienen. Ein Vertriebsbüro hat kürzlich in Norwegen eröffnet, weitere Länder sollen bald folgen.

Info: Nautilus Hausboote GmbH, Grünauer Str. 57, 12557 Berlin, Tel. 030/24 35 55 87, Fax 030/722 49 78, www.nautilus-hausboote.de

Klaus Seelig am 20.07.2017
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