Seenotkreuzer „Arkona“ Seenotkreuzer „Arkona“

Wissen & Praxis

Die Boote der Retter

Felix Wemheuer am 12.06.2017

Die Boote der Retter müssen sich unterschiedlichsten Herausforderungen stellen. Wir stellen einige Vertreter hier vor

Neben den großen Kreuzern um­fasst die Flotte der deutschen Seenot­retter derzeit 39 kleinere Seenotret­tungsboote von 6,8 bis 10,1 m Länge. Die 20 SRBs der 9,5­/10,1­m­ Klasse bilden darunter die größte Gruppe. Als Selbstaufrichter konstruiert, er­ setzten die Spezialfahrzeuge ab 1999 ihre Vorgänger der 8,5­m­Klasse, wo­ bei zahlreiche Einsatzerfahrungen in die Konzeption einflossen.

Die Boote der Retter

Bislang letzter Neuzulauf war 2016 „Henrich Wuppesahl", weitere Ein­heiten befinden sich jedoch im Bau. Die 9,5­ und 10,1­m­ Aluminiumboo­te sind bis auf den Längenunterschied weitgehend identisch. Sie verfügen über einen rundum geschlossenen Fahrstand, eine Bergungspforte an Steuerbord sowie ein Schleppsystem und sind medizinisch und rettungs­ technisch umfangreich ausgestattet. Stationiert sind sie an Nord­ und Ost­see. www.seenotretter.de

In Kooperation mit den niederländischen Seenotrettern der KNRM (Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij) und der Universität Delft entwickelte die Damen-Werft von 2009 bis 2014 ein modernes Spezialfahrzeug für Such- und Rettungsaufgaben.

Die Boote der Retter

Unter der Typenbezeichnung SAR 1906 entstand ein schnelles, sehr seetüchtiges 19-Meter-Boot mit Aluminiumrumpf. Der Selbstaufrichter mit dem charakteristischen Axtbug zum Durchschneiden von Wellenkämmen und dem umlaufenden, ausgeschäumten Fenderschutz bietet im komplett geschlossenen Steuerhaus sechs gefederte Jockey-Sitze für Skipper und Crew.

Bis zu 120 Personen können zusätzlich an Bord genommen werden. Für den Antrieb sorgen Hamilton-Waterjets und MTU-Diesel mit je 1200 PS Leistung. Die KNRM stellte das nach einem Sponsoren-Unternehmen „Nh1816" genannte Boot 2014 als erstes seiner Klasse in Dienst. www.knrm.nl

Die Britischen Inseln haben von Felsenküsten bis hin zu flachen Wattenrevieren alles zu bieten. Entsprechend vielfältig sind die Herausforderungen für die Seenotretter der Royal National Lifeboat Institution, die neben dem Vereinigten Königreich auch für die Republik Irland zuständig sind.

Die Boote der Retter

Ihr neuer 13-m-Standardtyp ist allwettertauglich und soll möglichst viele Eigenschaften vereinen. So kann die aus GFK gebaute Shannon-Klasse nicht nur von gewöhnlichen Liegeplätzen aus starten, sondern auch von der Sliprampe oder vom Trailer.

Das Ein- und Auswassern vom Traktor-Trailer-Gespann erfolgt in Fahrt voraus; sein neu entwickelter Aufsatz ist um 180 Grad drehbar, das Boot nach zehn Minuten erneut einsatzklar. Im Jahr 2014 wurde die erste Einheit in Dienst gestellt; 20 weitere, darunter "William F. Yates" der RNLI-Station Llandudno in Wales folgten bislang. Insgesamt sind rund 50 Shannons geplant. www.rnli.org

Felix Wemheuer am 12.06.2017
Kommentare zum Artikel