Atlantic Adventure 780 Atlantic Adventure 780

Test: Atlantic Adventure 780

Solides Multitalent - Teil 2

Ralf Marquard am 17.12.2017

Die Instrumente (Motor: Standard, Navigation: Zubehör) sind problemlos ablesbar, die Wippschalter mit Symbolen gut zu bedienen. Hierzu gehört auch ein Schalter für den Scheibenwischer auf der Fahrerseite (Beifahrerseite gegen Aufpreis), der die Scheibe aus gehärtetem Kunststoff von Spritzwasser- und Regentropfen befreit. Dass das Material noch nicht optimal ist, hat auch die Werft erkannt und rüstet zukünftige Boote mit Sicherheitsglas aus. Eine weitere Änderung: Der Beifahrersitz wird nicht mehr so dicht an der Seitenwand installiert, damit man links mehr Armfreiheit hat.

Fahren und Manövrieren

Motorisiert wird die Atlantic 780 mit Ex­tra-Langschaft-Außenbordern bis 300 PS. Wir fuhren mit einem Mercury Verado 250, dessen Lenkung und Schaltung elektronisch angesteuert werden. Schiebt man den Gashebel langsam nach vorn, hebt sich der Bug ab circa 2200 U/min an und senkt sich beim Erreichen der Gleitfahrt (3500 U/min) wieder. Die Sicht bleibt dabei ausreichend erhalten. Auf jeden Fall hat der Motor genügend Dampf, um einen Tube locker hinterherzuziehen, zum Wasserskilaufen fällt die Heckwelle allerdings nicht gerade flach aus.
Gute Gleitfahrt macht die Motor-Boot-Kombination bei 4000 U/min, das ist zugleich der wirtschaftlichste Drehzahlbereich.

Bei einem Verbrauch von gut 1,50 l/sm errechnen wir mit dem 260-l-Tank eine Reichweite von immerhin 146 sm plus 15 % Reserve. Bei Vollgas verringert sich dieser Wert um etwa 50 sm. Positiv auch der Geräuschpegel: Selbst bei Vollgas liegt er mit geschlossener Eingangstür nur bei 82 dB(A). Öffnet man Letztere, erhöht er sich auf 85 dB(A), hält also genau den BOOTE-Richtwert ein. Für den Rauwassertest mussten wir uns mit Sport­boot­wellen begnügen, die unser Testboot ohne Spritzwasser problemlos überspringt.

"Gut festhalten!" heißt die Devise bei schnellen Manövern, denn die Atlantic fährt sehr enge Kurven mit spürbaren Fliehkräften, bevor der Propeller Luft zieht und die rasante Fahrt beendet. Das geschieht mit getrimmtem Außenborder etwas früher als ohne Trimm. Auf Slalomkursen schwingt der Rumpf unabhängig vom Motortrimm immer kontrollierbar von der einen zur anderen Seite. Beim Verreißen der Steuerung macht er eine kräftige Seitenbewegung; wer es hier übertreibt, merkt dies daran, dass der Propeller nach Luft schnappt.

Die Lenkung zeigt sich in allen Situationen leichtgängig und exakt – eine Eigenschaft, die sich auch bei Hafenmanövern wie beispielsweise beim Umlenken positiv bemerkbar macht. Hierbei reagiert die Atlantic direkt, und die Wendekreise fallen sowohl rückwärts wie auch vorwärts klein aus. Kanalfahrer müssen auf Geradeauskursen den Rumpf erst einpendeln lassen und dann ab und zu etwas korrigieren.

Technik, Sicherheit und Wohnen 

Kleine Wartungs- und Kontrollarbeiten am Motor lassen sich von der geteilten Badeplattform aus durchführen. Für größere Inspektionen oder Reparaturen gehört das Gespann auf einen Trailer (etwa 3200 kg); so kann man in Ruhe (und ohne Angst,  dass Teile ins Wasser fallen) am Motor arbeiten. Die Leitungen vom Motor zum Borddurchlass laufen in einem Flex­rohr, von achtern nach vorn liegen sie sicher in einem Schutzrohr. Im Heck­stau­raum und unter dem Fahrstand ist alles einigermaßen übersichtlich und fest verstrapst.

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Ralf Marquard am 17.12.2017
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