Quicksilver Activ 755 Weekend Quicksilver Activ 755 Weekend

Test: Quicksilver Activ 755 Weekend

Multitalent fürs Wochenende

Ralf Marquard am 02.09.2017

Quicksilver Activ 755 Weekend: Ein Kajütboot, das viele Varianten des Wassersports auf Lager hat. Wir fuhren das Boot auf der Ostsee vor Kiel.

Boote wie die Quicksilver Activ 755 Weekend sind echte Multitalente. Einerseits bietet sie vieles, was man für die Reise mit Familie oder Partner benötigt, andererseits taugt sie auch gut als Tauch- und Angelboot oder als Schlepper für Tubes und Co.

Zum Reiseboot machen sie die Kojen im Bug und in der Unterflurkabine, die zusammen drei bis vier Personen Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Kleine Nasszelle, Sitzecke (auch Notkoje) im Fahrerhaus plus Pantryblock komplettieren den Wohnkomfort.

Zum Entspannen unter freiem Himmel lädt die L-Sitz­ecke mit Tisch im Cockpit ein. Mit geteilter Badeplattform und Badeleiter können dann auch die Wasserratten und Akteure, die sich auf jeglicher Art von Wassersportgerät hinterherziehen lassen, prima ins und aus dem Wasser klettern. Sonnenhung­rige passen auf die Heckbank; richtig viel Platz bekommen sie gegen Aufpreis mit dem Cockpit-Paket.

Fotostrecke: Quicksilver Activ 755 Weekend

Für Freunde des Angelsports eignet sich das Boot mit Angelrutenhalter und geräumigem Cockpit ebenfalls als Basis, was gleichermaßen für Taucher und deren Ausrüstung gilt. Das Beste dabei: Crew und Fahrer können auch bei schlechtem Wetter unterwegs sein, da sie im geschützten Fahrerhaus immer ein trockenes Plätzchen finden. Wer die Saison verlängern möchte, greift besonders in nördlichen Revieren gern auf die optional erhältliche Dieselheizung zurück.

Fahren und Manövrieren

Beim Thema „Motor und Antrieb" muss sich der Skipper zwischen einer Innen- und Außenborderversion entscheiden. Wie man bereits an den Fotos erkennt, fahren wir mit einem Außenborder. Und das nicht mit irgendeinem, sondern mit einem Mercury, da der genauso zur Brunswick-Familie gehört wie die Quicksilver-Boote.

Das heißt: Die 755 gibt es (fast) ausschließlich im Paket mit Mercury. Die Motorleistung  sollte laut Werft zwischen 175 und 300 PS liegen. Wir fuhren mit einem F250 Verado Plus (250 PS). Er bringt das Testboot (Powertrim down) zwischen etwa 2000 und 3800 U/min in Gleitfahrt, dabei hat man einen kurzen Augenblick durch den ansteigenden Bug die Instrumententafel im Blickfeld.

Mit dem Einsatz der Trimmklappen lässt sich die Übergangsphase einen Tick verkürzen, für die normale Gleitfahrt sind die Trimmklappen jedoch nicht nötig, es sein denn, man muss Seitenlage (beispielsweise durch Wind) ausgleichen. Ansonsten wird nur mit dem Powertrim (maximal 4 auf der Anzeige) gefahren. Wer dann Strecke machen will, lässt den Motor 4000 U/min drehen und gleitet bei einem Verbrauch von 1,9 l/sm mit gut 20 kn übers Wasser.

Eine Tankladung reicht so theoretisch für akzeptable 134 sm plus 15 % Reserve. Über 200 sm erreicht man in Verdrängerfahrt; bei diesen Geschwindigkeiten sollte man auf Geradeauskursen das Boot einpendeln lassen und dabei nur wenig gegenlenken. Laufen während der langsamen Fahrt Personen von der einen zur anderen Seite, beeinflusst das den Kurs nur gering.

Im Hafen erleichtert auf unserem Testboot ein Bugstrahlruder die Anlegemanöver, was besonders bei Wind von Vorteil ist. Der Wind zwischen etwa 3 bis knapp 5 Windstärken erzeugte auf der Ostsee vor Laboe eine Kabbelsee, die der Quick­­silver-Rumpf mit gut 20 kn weich und trocken durchfährt. Gleiches gilt bei der Hecksee von Berufsschiffen.

Damit der Fahrer alles fest und exakt im Griff hat, installiert die Werft eine elektrisch gesteuerte Lenkung und Schaltung. Beides lässt sich kinderleicht stehend wie auch sitzend bedienen. Für Bequemlichkeit sorgt auf der Fahrerseite ein Sportsitz mit klappbarer Sitzfläche. Man schaut durch eine Sicherheitsglasscheibe, die zwei Scheibenwischer mit Waschanlage reinigen, wobei der Backbord-Wischer auf der Zubehörliste steht.

Sicherheit und Ausrüstung

Beim Thema Betriebssicherheit überzeugen sau­bere und feste Installationen, in der Kraftstoffleitung wünschen wir uns jedoch noch Extra-Spritfilter. Außerdem vermissen wir die Handlenzpumpe, die nach dem BOOTE-Standard auch die zwei elektrischen Bilgenpumpen nicht ersetzen können.

Der Weg auf das Vordeck führt über 0,21 m breite Seitendecks mit Reling und wirksamen Antislipstrukturen. Eine Badeleiter, die man auch vom Wasser aus ordentlich bedienen kann, gehört genauso zum Standard wie ein selbstlenzender Ankerkasten, zu öffnende Seitenfenster, Tisch, LED-Innenbeleuchtung, duales Batteriesystem (mit Wahlschalter) und Pantry mit Spüle.

Wer noch Kühlschrank und Gaskocher an Bord haben möchte, bestellt dies am einfachsten mit dem Smart-Edition-Paket (etwa 10 000 €), das reichlich praktisches Zubehör beinhaltet. Gleiches gilt für das Elektropaket, zu dem der wichtige Kartenplotter und das Radio gehören.

Fazit:
Die Quicksilver Activ 755 Weekend wird ihrem Namen auf jeden Fall gerecht und bietet viele Wassersportmöglichkeiten. Wir empfehlen jedoch, die Standardversion mit den Zusatzpaketen "Smart Edition"
und "Elektro" aufzustocken. Die Fahr- und Manövriereigenschaften machen einen ansprechenden Eindruck, Gleiches gilt für Verarbeitung und Installationen.  

Datenblatt: Quicksilver Activ 755 Weekend

Werft:
Typbezeichnung: Quicksilver Activ 755 Weekend
CE-Kategorie: C - Küstennahe Gewässer
Material von Rumpf und Deck: Kunststoff
Länge (m): 7,40 m
Breite (m): 2,85 m
Verdrängung (kg): 2,43 t
Preis: 63.300,00 €
Ralf Marquard am 02.09.2017
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