Leopard Leopard

Test: Leopard 43 PC

Schnell gemacht

Torsten Moench am 20.03.2017

Leopard 43 PC Raumwunder auf zwei Rümpfen – stark, groß und sicher. Dazu auch noch üppig motorisiert.

Katamarane sind in unseren Breiten immer noch Exoten. Obwohl in den Charterflotten dieser Welt zu Tausenden vertreten, führen sie als Eignerboote in Deutschland ein Schattendasein. Der Grund liegt auf der Hand: Mit einer Breite von mehr als 6 m über­fordern Katamarane die meisten Häfen und Marinas hierzulande.

Da helfen nur XXL-Boxen oder ein Liegeplatz am Kopfsteg. Ist das Problem jedoch gelöst, spricht eigentlich alles für diesen Boots­typ. Er ist geräumiger und zugleich spar­samer als vergleichbare Monohulls. Neuerdings kommt hinzu, dass moderne Motorkatamarane üppig motorisiert sind und ihren einrümpfigen Kollegen, selbst Gleitern, auf der Teststrecke in puncto Speed Paroli bieten können. 

Ein gutes Beispiel dafür ist unser Testboot Leopard 43 PC, das in der von uns gefahrenen Moorings-Charterversion 433 PC heißt. Ausgestattet mit zwei je­weils 260 PS starken Yanmar-Motoren, erreicht die Leopard rund 22 kn und kon­sumiert dabei etwa 108 l Dieselkraftstoff (Gesamtverbrauch beider Motoren) pro Stunde.

Daraus errechnet sich eine Reichweite von 170 sm plus 15 % Reserve. Will man lange Strecken zurücklegen und reduziert man die Geschwindigkeit entsprechend auf törntaug­liche 9 kn, dann reicht der 1000 l fassende Tank für respektable 365 sm plus Reserve.

Einen guten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Reichweite erzielt man nach unseren Messungen bei 16 kn mit einem Verbrauch von 55 l/h und einer Reichweite von 250 sm.
Aufgrund der großen Entfernung des auf der Flybridge befindlichen Fahrstands zu den Motorräumen in den Rümpfen bleibt das Fahrerohr bei allen Geschwindigkeiten vom Motorengeräusch nahezu unbehelligt.

Wind und Wellen sind dort oben deutlich lauter als das sonore Wummern der Yanmars im Keller. Während unseres einwöchigen Testtörns auf den Bahamas (siehe dazu auch Seite 86) hatten wir ausreichend Gelegenheit, die Leopard 43 PC in verschiedenen Seegangs- und Manöversituationen kennenzulernen.

Auffällig war, dass das Boot bei Wellenhöhen über 1,5 m mit zunehmender Geschwindigkeit stabiler läuft als mit geringen Geschwindigkeiten. Im Klartext: Wir fühlen uns im Seegang bei 16 kn deutlich wohler als bei 7 kn. Ein Nachteil aller Katamarane: Auf dem Vordeck wird’s bei Seegang schnell nass.

Die überkommende Gischt erreicht den rund 3 m höher gelegenen Fahrstand jedoch nicht. Will man unter diesen Bedingungen scharfe Kurven fahren, werden die bis dahin guten Geradeauslauf-Eigenschaften zum Nachteil. Wer das Boot in einen annehmbaren Wendekreis bringen möchte, reduziert dazu die Drehzahl des kurven­inneren Motors.

Den kompletten Fahrbericht finden Sie in der aktuellen April-Ausgabe, die es ab dem 22.3.2017 im Handel gibt.

Fotostrecke: Leopard

Torsten Moench am 20.03.2017
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