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Test: Bayliner 842 Cuddy

Griff nach den Sternen

Peter Lässig am 21.11.2016

Fahrspaß in allen Bereichen: Mit dem neuen V6-250 PS von MerCruiser hat sich die neue Bayliner 842 Cuddy das Prädikat als sportliches Familienboot voll verdient.

Die amerikanische Marke Bayliner ist nicht nur auf dem deutschen Markt ein Begriff und hat so manches Hoch und Tief hinter sich. Es gab Zeiten, in denen man in Sachen Qualität nicht auf dem Stand der Erwartungen agierte. Das ist lange her und spätestens seitdem die Boote in Polen gebaut werden, vorbei.

„Made in Polen“ hat das Image sogar zum Guten gewandelt, und da macht unser Testboot keine Ausnahme.

Die Guten Noten bei Verarbeitung, elektrischen und technischen Installationen und Ausstattung sind mehr als berechtigt. Allerdings spricht das Gewicht gegen einfache Mobilität an Land, denn für den Transport benötigt man einen Trailer, der mindestens drei Tonnen zuladen darf.

 

Fahren und Manövrieren

Egal, ob voraus oder rückwärts, in langsamer Fahrt bewegt sich das Testboot hin, wo es soll. Vollkreise durchmessen maximal 1 ½ Bootslängen, und wenn es beim Umsteuern mit rückwärts eingelegtem Gang etwas zu lange dauert, kommt das Bugstrahlruder (Extra) zum Einsatz. Wendig nennt man das. Bis etwa 5 kn Fahrt nehmen Personen, die im Boot den Platz wechseln, geringen Einfluss auf Kurs und Krängung, weshalb man die langsamen Passagen besser einen halben Knoten schneller fährt. Da bleiben auch die vom Boot erzeugten Wellen noch akzeptabel.

Ab 3000 U/min oder ab 14 kn senkt sich der Bug und das Testboot fängt mit ganz beigetrimmtem Antrieb und ohne unterstützende Trimmklappen an zu gleiten.

Die Höchstgeschwindigkeit messen wir mit fast leerem Boot bei 34 kn, wobei der Motor nicht mehr als 5100 U/min dreht. Nach Auswertung unserer Messdaten ermitteln wir die wirtschaftliche Gleitfahrt bei 3500 U/min oder 21 kn Fahrt. Da reicht eine Tankfüllung für einen theoretischen Aktionsradius von 128 sm plus 15 % Reserve. Das genügt uns aber nicht. Eilige müssen sich in voller Fahrt schon nach etwa 91 sm nach einer Bunkerstation umschauen. 

Fotostrecke: Bayliner 842 Cuddy

Nur in Verdrängerfahrt kommt man weiter, da bei 5 kn knapp 200 sm am Stück möglich sind. Der Lautstärke-Grenzwert von 85 dB/A wird nur bei Vollgas überschritten.

Unser Testrevier ist der Main bei Schweinfurt, stellenweise eng und kein Rauwasser.

Deshalb können wir zu letzterem wenig sagen, außer, dass wir Wellen der Berufsschifffahrt ohne große Schwierigkeiten sicher und komfortabel überfahren. Das Boot läuft sozusagen wie auf Schienen, was der Rumpfgestaltung mit ihren längs angeordneten Gleitstufen geschuldet ist.

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Peter Lässig am 21.11.2016
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