Bneteau Flyer 7.7 Bneteau Flyer 7.7

Test: Beneteau Flyer 7 Sundeck

Erfolg der Flieger

Peter Lässig am 13.09.2016

Beneteau Flyer 7.7 Sundeck: Die Serie „Aus eins mach’ drei“ findet ihre Fortsetzung. Peter Lässig testet die neue Ausgabe.

Beneteau „fliegt" einfach weiter. In Heft 2/2014 stellten wir die Flyer 6 und in Heft 9/2015 eine der beiden kleineren Flyer 5 vor. Nun also die nächste Serie: Flyer 7.7. Bei allen Baureihen bedient man sich des gleichen Konzepts – ein Rumpf mit zwei oder drei verschiedenen Ausbauvarianten.

Die Flyer 7.7 gibt es in drei Versionen, als Sport-, Space- und, wie das Testboot, als Sundeck. Die Dimensionen der Flyer 7.7 verlangen nach Zugfahrzeugen, die wenigstens drei Tonnen an den Haken nehmen dürfen, plus Sondergenehmigung bis drei Meter Breite, die man in Deutschland ohne Probleme bekommen kann. 

Die Flyer 7.7 ist wie ihre kleineren Schwestern ein Sportboot, das in Frankreich in Serie gefertigt wird.

Wir fragen uns, ob man vielleicht nicht die Zeit hat, sich um jede Schnittkante zu kümmern, kritisieren die unbehandelten Durchbrüche und Bereiche, wo Kabel und Schläuche auf diesen scheuern und werten die technischen Installationen ab. Weiteres Minus: Die Befestigung der Schalensitze macht einen wackeligen Eindruck. 

Von obigen Kritikpunkten abgesehen, hinterlässt die Kunststoffverarbeitung außen und innen einen ebenso guten Eindruck wie der Alpi-Holzausbau unter Deck oder die doppelschalige Bauweise. Bei der Motorisierung sind 300 PS die Obergrenze, die entweder von einem oder, wie auf dem Testboot, von zwei 150 PS- Außenbordmotoren erreicht werden. 

 

Fahren und Manövrieren

Zwei Motoren mit gegenläufigen Propellern lassen das Testboot im Standgas fast auf der Stelle drehen und mit beiden Getrieben auf „voraus" oder „zurück" durchmisst ein Vollkreis gut zwei Bootslängen. Bedeutet wendig. Die langsamen Passagen fahren wir mit maximal 6 kn (1500 U/ min), damit die vom Boot erzeugten Wellen nicht stören.

Der Übergang von Verdränger- in Gleitfahrt ist kurz, und das Absenken des Bugs um 3000 U/min zeigt, dass wir voll gleiten. Das Boot steigt wie vom Lift gehoben ohne Sichtbehinderung fast parallel aus dem Wasser, und die Höchstgeschwindigkeit (43 kn) wird schnell erreicht. Die kleinstmögliche Gleitfahrt ist mit dem Gleitbeginn (um 3000 U/min) identisch. 

Das Ruder, der hydraulischen Steuerung lässt sich in Gleitfahrt nur mit Kraftaufwand betätigen. Zudem dreht man bei Volleinschlag mehr als siebenmal von einer zur anderen Seite. Dazu verfügt die Flyer 7.7 über den Air-Step-Hull, wo während der Fahrt kontrolliert Luft unter den Rumpf geleitet wird, was zu ökonomischerem Fahren verhelfen soll.

Die Motoren sind zugunsten von Geschwindigkeit hoch am Spiegel montiert, wodurch die Propeller bei Kurvenfahrten schnell zum Ventilieren neigen; engere als drei bis vier Bootslängen durchmessende Kurven sind ohne ventilierende Propeller nicht möglich, egal, wie die Motoren getrimmt sind.

Nur wenn man es schafft, schnell genug zu kurbeln, bringt man das Testboot inner- halb von zwei Bootslängen durchmessenden Kurven bei den 180°-Wenden in einem Rutsch „um die Ecke", wo dann am Ende die Drehzahlbegrenzer voll zum Einsatz kommen.

Positiv: Diese Manöver fährt man, ohne dass der Rumpf einhakt oder schaukelt.

Auf der gedachten Slalomstrecke sind die Kurswechsel ungefährlich mit hörbar nach Luft schnappenden Propellern und minimal über die Längsachse pendelndem Boot verbunden. In der Summe heißt das, Extremmanöver lösen sich im wahrsten Sinn des Wortes in Luft auf. 

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Peter Lässig am 13.09.2016
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