Elling E6 Elling E6

Test: Elling E6

Lust auf Hochsee?

Ralf Marquard am 19.06.2017

Die Elling E6: Sie besitzt alles, was man für die große fahrt benötigt... Auf der Hanseboot in natura zu sehen, haben wir sie vorab schon einmal getestet...

Elling-Boote sind schon etwas Besonderes, ihr Erfinder Anton van den Bos konzipiert sie bewusst für die Fahrt auf See. Damit sind nicht nur Küstenregionen gemeint, sondern Fahrten wie beispielsweise über den Ärmelkanal oder sogar die weite Reise über den Atlantik.

Damit die neueste Entwicklung, die Elling E6, damit locker zurechtkommt, lässt der Werftchef den Rumpf aus Kevlar fertigen – ein Material, das auch für die Herstellung von schusssicheren Westen verwendet wird. Wenn man an Bord kommt, hat man generell das Gefühl, dass alles solide, sauber und sicher gebaut wird.

Dazu tragen beispielsweise die auf Hochglanz lackierten Oberflächen bei. Van den Bos:

„Um immer ein optimales Ergebnis zu erzielen, lackieren wir jeden Gelcoat über." 

Das gleiche Bild zeigt sich unter Deck bei den Möbeln und Verkleidungen sowie den (fast) vollständig gestrichenen Rumpfinnenseiten. Sorgfalt ebenfalls im Motorraum. Dort liegen die Leitungen, Rohre und Schläuche sauber gebündelt oder in Schutzrohren.

Die Elektroanlage ist übersichtlich verdrahtet, und die Kraftstoffanlage – mit zweifach verschraubten Schlauchanschlüssen sowie doppelt ausgeführter Spritfilteranlage mit Ablasshahn und Manometer (zur Kontrolle von Filtern und Leitungen) und einem Tagestank, um den Haupttank vor Bakterien und Co. zu schützen – bietet einen guten Standard.

Aber nicht nur die Installationen machen einen positiven Eindruck, sondern das gesamte Antriebs­konzept ist wohldurchdacht. Der Haupt­antrieb besteht aus einem elektronisch gesteuerten Volvo Penta D13 mit 900 PS, und als Hilfsmotor wurde ein Volvo Penta D2 mit 75 PS installiert.

Das Wichtigste bei Letzterem ist die mechanische Funk­tionsweise und Ansteuerung. Auf sie hat der Werftchef besonderen Wert gelegt – denn wenn beispielsweise ein Blitzschlag die Elektronik der Hauptmaschine lahm­ legt, tuckert der mechanische D2 immer noch weiter.

Darüber hinaus verfügt der Hilfsdiesel über einen eigenen 200­l­ Tank, damit selbst bei einer eventuellen Diesel­pest in den Haupttanks sauberer Sprit für die Notfallfahrt zur Verfügung steht. Mit dem Hilfsdiesel erreichten wir immerhin noch eine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 7 kn. Ein Notsteuerungssystem ist ebenfalls vorhanden.

Schiebt man den Hebel des Hauptmotors ganz nach vorn, fahren wir auf der Nordsee (zwischen IJmuiden und Scheve­ningen) gut 20 kn. Der Geräuschpegel bleibt mit 67 dB(A) am Fahrstand im komfortablen Bereich. Klar muss sein, dass man so nicht gerade sparsam unter­wegs ist.

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Ralf Marquard am 19.06.2017
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