Aquino 1190 Aquino 1190

Test: Aquino 1190

Stahlboot aus Deutschland

Ralf Marquard am 17.07.2017

Hübsch gemacht: Mit der Aquino 1190 verleiht die Kuhnle Werft aus Rechlin ihrer Flotte ein modernes Outfit

Wer schon mal mit den Kormo­ranen der Kuhnle Werft unterwegs war, weiß es: Die "Dinger" sind praktisch aufgeteilt und fast unverwüstlich. Ideal, wenn da nicht diese Optik wäre! Bezeichnungen wie "fahrendes Bügeleisen" oder "Stahlross" sind keine Seltenheit.

Harald Kunhle ist jedoch davon überzeugt, dass die Linien dieser "Boote mit Charakter" auch in 20 bis 30 Jahren noch zeitlos elegant sein werden

Dennoch hat sich die Werft des Wunschs einiger Kunden angenommen, ein modernes Stahlboot zu bauen. Herausgekommen ist die Aquino 1190, die bei Kuhnle im Charterbetrieb läuft, aber ebenso, wie die gesamte Kormoran-Baureihe, als Eignerver­sion angeboten wird.

Fotostrecke: Aquino 1190

 Wir fuhren unser Testboot auf der Müritz, Ausgangspunkt war die Kunhle-Charterbasis in Rechlin. Schon beim Ablegen fällt sofort auf, dass man es den Skippern möglichst leicht machen möchte, denn das Boot ist mit einem Joysticksystem ausgerüstet.

Es macht das An- und Ablegen zum Kinderspiel

Man muss den Stick nur in die gewünschte Richtung drücken, und die Aquino bewegt sich exakt und zielgenau auf die gewählte Marschroute. Selbst das Kreiseln um die eigene Achse bewältigt der Rumpf mühelos; der Stick wird dafür nach links oder rechts gedreht. Möglich macht dies die hydraulische Anlage der Aquino. Sie besteht aus einer Hydraulikpumpe, die anstatt eines Getriebes an den Motor geflanscht wird. Diese treibt wie­derum die Hydraulikmotoren von Bug-, Heckstrahlruder und Propellerwelle an.

Schiebt man den Hebel nach vorn, verhält sich die Aquino erst mal wie ein Boot mit Wendegetriebe. Je höher die Drehzahl, desto schneller fährt sie. Auffällig ist aber der Punkt um 1750 U/min, denn ab hier nimmt die Geschwindigkeit (11,5 km/h) bis zur Maximaldrehzahl von 2850 U/min kaum noch zu (etwa 0,3 km/h).

Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit von etwa 15 km/h erreicht das Boot damit nicht. Ein Zeichen, dass die Feinabstimmung zwischen Diesel, Hydraulik und Propeller noch nicht stimmt. Unsere Testkombination fährt somit bei 1750 U/min wirtschaftlich und erreicht mit einer Tankfüllung (550 l) abzüglich 15 % Reserve respektable 750 km. Zügelt man die Drehzahl noch etwas, ergeben sich schnell Reichweiten im vierstelligen Kilometerbereich.

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Ralf Marquard am 17.07.2017
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