Muring Muring

Wissen & Praxis: Die Muring

Hält auch ohne Haken: Die Muring als Ersatz für den Anker

Christian Tiedt am 24.07.2015

Die Muring ersetzt den eigenen Anker, doch wie funktioniert sie und welche Vorteile gibt es? Bojenfelder und Muringplätze mit Heckboje oder Grundleine

Muring

Bug zum Steg, Heck an der Muringboje – hier in Risør an der norwegischen Südküste 

Als Muring bezeichnet man eine Einrichtung aus Grundverankerung (in der Regel einem schweren Ankerstein aus Beton), einem Geschirr aus Kette und Leine und eventuell einer Muringtonne oder -Boje, an der ein Boot festmachen kann. Die Muring ersetzt also den eigenen Anker und hat dazu den Vorteil, dass sie Dank des höheren Gewichtes über wesentlich mehr Haltekraft verfügt. Man unterscheidet dabei drei Arten:

  1. Muringfelder haben keine Landverbindung. Man findet sie häufig in Buchten ohne Steganlagen oder in Vorhäfen. Allein (oder im Päckchen) kann das Boot frei um seine Boje herumschwojen. Ein Dingi ist zum Landgang also Pflicht.
  2. Muringplätze mit Heckboje findet man in vielen Häfen des skandinavischen Ostseeraumes. Dabei wird der Bug ganz gewöhnlich mit zwei Vorleinen am Steg festgemacht, wie in einer Box mit Pfählen. Das Heck hängt allerdings mit einer langen Achterleine am Ring einer Muringboje, entweder auf Slip oder mit einer speziellen Karabinerkonstruktion eingehakt. An Land geht es in der Regel über Vorschiff und Bugkorb.
  3. Muringplätze mit Grundleine gehören dagegen im Mittelmeer zum Standard, etwa in Stadthäfen mit Kaimauer. Dort liegt das Heck an der Pier; das Vorschiff wird von einer schweren Muringleine gehalten, die von der Oberkante der Mauer über den Grund zum Ankerstein führt und erst an Bord geholt und nach vorn geführt werden muss, bevor sie festgemacht werden kann. Größere Yachten verfügen dort deshalb oft über eine Gangway, die die tiefliegende Badeplattform überbrückt.
Christian Tiedt am 24.07.2015
Kommentare zum Artikel