Seadek Seadek

Werkstatt: Decksbeläge von SeaDek

Neu eingedeckt

Dieter Wanke am 07.09.2017

Egal ob ein Neuboot veredelt oder das alte Gebrauchtboot auf­gehübscht werden soll: Die Decksbeläge von Seadek machen individuelle Lösungen möglich

Den Anfang machten Surfer: Schaum­platten verschafften ihnen einen besseren Stand auf ihren Brettern. Doch schnell schwappte die Welle in den Bootsbau über. Dank bester rutschhemmender Oberflächenstruktur und eines angenehm weichen Trittgefühls eignet sich das Material nämlich auch hervorragend als Decksbelag.

Es handelt sich um einen geschlossenzelligen, UV-beständigen Schaum aus Ethylen-Vinylacetat-Copolymer, auch als EVA bekannt, der aus einer oder zwei aufeinander laminierten Schichten unterschiedlicher Beschaffenheit und Farbe bestehen kann. Die Unterseite ist mit einem Acrylklebstoff von 3M mit sehr hoher Klebekraft beschichtet.

Fotostrecke: Arbeitsschritte: Seadek Decksbeläge anbringen

Es gibt drei Varianten: eine fünf Millimeter starke einfarbige Version, eine sechs Millimeter starke zweifarbige – beide mit strukturierter Oberfläche – sowie eine sechs Millimeter starke zweifarbige ("Faux Teak" genannt), deren gebürstete Oberfläche der Maserung von Holzbelägen ähnelt. Letztere ist die gängigste Form; sie ist in drei verschiedenen Brauntönen und in Grau lieferbar. Ansonsten sind 17 Farben verfügbar, darunter vier Camo-Versionen.

Gefertigt werden die standardisierten und grundsätzlich 1 x 2 m großen Platten bei Seadek in Rockledge, Florida. Die Rohware kann mit jeder Kontur versehen werden. Muster, grafische Elemente oder Beschriftungen sowie Lasergravuren sind in beliebiger Form möglich. Das ist bei der zweifarbigen Ware besonders wirkungsvoll, aber auch bei einfarbigen Platten möglich.

Bisher wurden die End­produkte ausschließlich in den USA an­gefertigt. Inzwischen hat die Aktivboot GmbH (www.seadek.de) in Wiesbaden nicht nur den Vertrieb für Deutschland und Europa übernommen, sondern auch die Fertigung der Formteile findet nun hier statt. Grundlage ist das aus den USA stammende Plattenmaterial.

Grundsätzlich können die Beläge für jedes beliebige Boot hergestellt und vom Kunden selbst verlegt werden. Alles ist möglich, solange die Plattengröße nicht überschritten wird. 

Für viele Boote sind die Konturen bereits vorhanden. Wenn nicht, muss der Kunde bei der Erstellung der Formen selbst Hand anlegen, denn die kann jeder individuell für sein Boot selbst bestimmen. 

Dazu bekommt der Eigner – auf Wunsch auch der Sattler des Vertrauens oder ein Händler – eine transparente Schablonenfolie zugeschickt. Darauf kann er selbst alle gewünschten Formen aufzeichnen, auch bereits vorhandene Strukturierungen im Deck übernehmen und gegebenenfalls Vermerke über die gewünschte Verlaufsrichtung der gebürsteten Oberfläche und der Anschlüsse machen.

Bei vorhandenen Strukturen muss ein kleines Übermaß angegeben werden, da der Klebstoff auf glatten Flächen besser hält als auf struk­turierten. Außerdem wird ein Decksplan benötigt, auf dem die Teile durchnum­meriert werden. Ein paar mitgelieferte Fotos sind ebenfalls hilfreich.

Diese Aufzeichnungen werden an Aktivboot zurückgeschickt. Die Konturen werden gescannt, geglättet und dann wieder auf eine Schablonenfolie geplottet. Die bekommt der Kunde nochmals zugeschickt, um sie erneut auf sein Deck zu legen und jede Kontur abschließend zu über­prüfen. Fehler sind damit ausgeschlossen. Bei Ungenauigkeiten können noch Korrekturen eingezeichnet werden.

Wenn die Freigabe erfolgt, geht es direkt in die Fertigung, wo die Formteile produziert werden. Den fertigen Satz bekommt der Kunde dann zugeschickt, sodass er alles selbst montieren kann.

Einige Händler oder Hersteller, beispielsweise Sea Ray, Aqualine, Hellwig oder Viper, arbeiten auch bei Neubooten direkt mit Aktivboot zusammen. Für diese Boote können die Seadek-Sätze fertig bei den Werften oder Händlern bestellt und dort auch montiert werden. Die Preise hängen vom jeweiligen Aufwand und Materialverbrauch ab.

Dazu ist immer ein individuelles Angebot nötig. Als Beispiel für das Cockpit einer Regal 2250 werden 1300 Euro genannt. Eine Badeplattform schlägt bei diesem Boot mit 650 Euro, ein Walkthrough mit 325 Euro zu Buche.

Alle neun Arbeitsschritte finden Sie in der Oktober-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 13. September im Handel gibt. Für Abonnenten natürlich schon eher!

Titel 10/2017

Titel 10/2017

Dieter Wanke am 07.09.2017
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