LPS LPS

Zubehör: Lithium-Power-System

Kraft-Steckdose

Olaf Schmidt am 12.04.2018

Bordelektrik kann auch einfach sein: Das neuartige Lithium-Power-System von Hersteller Clayton fasst alles zusammen, was man für die Versorgung eines Bootes mit 12 und 230 Volt braucht

Es klingt fast zu einfach: 12-Volt- Gleichstrom und 230-Volt-Wechselstrom sind bequem verfügbar, und um die Trennung von Starter- und Verbraucherbatterie müssen Sie sich auch nicht mehr kümmern. Dabei steht unter Deck nur ein einziges Gerät, an dem gerade einmal vier Kabel angeschlossen sind.

Eins geht zur 12-Volt-Verteilung, das zweite zur Motorbatterie. Nummer drei ist der Land­anschluss, an Nummer vier hängen Ihre 230-Volt-Steckdosen. Das war’s.

Dieses allumfassende Gerät heißt Li­thium Power Supply, abgekürzt LPS. Es soll mit seinem eingebauten Lithiumakku die Stromversorgung einer Yacht sicherstellen, welche konventionell mit Bleiakkus von 180 Amperestunden ausgerüstet wäre. Über die Saison 2017 konnten wir die Praxistauglichkeit auf einem Fahrtenboot ausprobieren und ausgiebig testen.

Sichere Lithium-Technik
Beim Thema Lithium wird der eine oder andere Skipper hellhörig, es gibt ja immer mal wieder Meldungen über brennende Akkus – was auf einem Schiff auf See natürlich ka­tastrophal wäre. Allerdings darf nicht alles, was mit den Buchstaben "Li" anfängt, über einen Kamm geschoren werden.

Unter dem Oberbegriff gibt es nämlich mehrere Tech­niken mit sehr verschiedenen Eigenschaften. Man kann das etwa so vergleichen: Einen Kraftstoff namens Diesel nimmt jeder Skipper bedenkenlos mit an Bord, bei Gas (ebenfalls ein Kraftstoff) gibt es da schon differenzierte Meinungen bis hin zur Totalablehnung.

In der LPS kommt ein Akkumulator in Lithium-Eisen-Technik (LiFe) zum Einsatz. Bei Unterhaltungselektronik sind dagegen die billigeren und leichteren Lithium-Kobalt-Typen (LiCo, manchmal auch als LiPo bezeichnet) verbreitet.

Lithium-Eisen hat an Bord gleich mehrere Vorteile: Erstens ist die Technik sehr viel sicherer im Betrieb; der bei Handys gefürchtete Brand kann bei der LPS schon aufgrund der verwendeten Materialien nicht auftreten. Zweitens passt die Spannung gut zu den traditionell im 12-Volt-Netz benutzten Ge­räten und Leuchten.

Der Akku in der LPS speist, über Sicherungen und einen elektronischen Hauptschalter, direkt das Gleichstromnetz mit nominell 13,2 Volt. Im prak­tischen Betrieb können je nach Ladezustand zwischen 12,0 und 15,0 Volt auftreten. Das passt gut zu gängigen 12-Volt-Verbrauchern, denn bei Bleibatterien liegt die Spannung üblicherweise zwischen 11,8 und 14,8 Volt.

Voll überwacht
Für Sicherheit und Wohl des Akkus sorgt in der LPS ein elektronisches Management. Dies liefert unter anderem genaue Werte zum Ladezustand (s. Bild rechts) sowie die Information, woher wie viel Strom ge­liefert wird und was auf welchen Wegen abfließt. Die Crew kann so mit einem Blick erfassen, wie viel Energie in der LPS gespeichert ist und wie lange dieser Vorrat beim aktuellen Verbrauch vorraussichtlich ausreichen wird.

Das Management ist bei Lithiumakkus auch dafür zuständig, die einzelnen Zellen auf identischen Ladezuständen zu halten (englisch "Balancing"), den Akku vor zu hohen Temperaturen oder zu großem Strom zu schützen und Tiefentladung zu verhindern. Sollte diese Elektronik ausfallen, greifen bei einem Kurzschluss immer noch die zusätzlich vorhandenen konventionellen Schmelzsicherungen.

Den vollständigen Zubehörtest lesen Sie in der Mai-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 17. April 2018 im Handel gibt. Für Abonnenten natürlich schon eher.

Olaf Schmidt am 12.04.2018
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