USA: Alaska – der Südosten. Teil 1

17.02.2013 Christian Tiedt - Grizzlies und Goldminen: Vor der monumentalen Kulisse der Pazifikküste gingen wir mit einer Charterflotte von Grand-Banks-Trawlern auf Abenteuerkurs.

Alaska, Elfin Cove
© Morten Strauch
Alaska, Elfin Cove

Captain James Cook stand auf dem Achterdeck von Seiner Majestät Sloop "Resolution" und blickte mürrisch über die graue See ostwärts. Seit Wochen schon das gleiche Bild: Seit ihrem Landfall an der amerikanischen Pazifikküste im Bereich des heutigen Oregon zeigte sich das grüne Ufer wolkenverhangen; Regen und Nebel wechselten sich ab. 

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© Morten Strauch
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Es war Anfang März des Jahres 1778, und der berühmte Entdecker befand sich auf seiner dritten großen Reise um die Welt.  Sein Ziel im kommenden Sommer war die Suche nach der schon damals legendären Nordwestpassage. Dieser mythische Seeweg, den spanische Seefahrer schon durchschifft haben wollten und sogar auf ihren Karten als "Straße von Anian" verzeichnet hatten, sollte irgendwo im Nordwesten des nordamerikanischen Kontinents seinen Anfang nehmen und bis zum Atlantik führen. Die bekannte Route nach Asien um Kap Hoorn ließe sich um Tausende Meilen abkürzen, viele Männer würden sehr reich werden.

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© Christian Tiedt
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Doch dann änderte sich das Wetter endlich, viele Hundert Seemeilen weiter nördlich: Die niedrige graue Decke über der "Resolution", die bislang jeden klaren Blick aufs Land verwehrt hatte, zerfaserte plötzlich, löste sich auf. Die Sonne ließ den Ozean in tiefem Blau erstrahlen, und die Wolken gaben den Blick frei auf ein zerklüftetes Panorama aus dichten Wäldern, Felsen, und Schnee – auf Alaska in seiner ganzen, kalten, abweisenden Schönheit. Über den gleißenden Gletschern ragte im Hinterland ein eisstarrender Gipfel auf, der sich gut als Landmarke für die Navigatoren nachfolgender Schiffe eignen würde. In Erinnerung an die trüben vergangenen Wochen kam auch für den so sachlichen Cook nur ein Name in Frage: Mount Fairweather – Schönwetter-Berg.

Dass die britische Krone gerade jetzt auf die Nordwestpassage aufmerksam geworden war und ihren fähigsten Entdecker ausgesandt hatte, sie zu finden, war kein Zufall: Ernsthafte Konkurrenz drohte. Von Westen kommend, hatte das russische Zarenreich in seinem ungestillten Expansionsdurst erste Fühler über die Beringstraße ausgestreckt, die beide Kontinente voneinander trennte. Erste Handelsposten waren bereits an der Küste Alaskas entstanden, Siedlungen und der Aufbau einer Verwaltung folgten. Zunächst hieß das Zauberwort noch Pelzhandel, aber was wäre, wenn sich der Zar den Zugang zur Nordwestpassage sichern, sie mit Zoll belegen oder gar sperren würde?

Wäre die Geschichte danach nur ein wenig anders verlaufen, wären wir auf unserem Abenteuertörn durch Alaska, der heute seinen Anfang nehmen soll, vielleicht auf Russisch begrüßt worden, wir wären auf dem Aerodrom von Nowo Archangelsk gelandet, wie die Stadt bei ihrer Gründung hieß, statt auf dem Sitka Airport. Und auf dem Festungshügel würde die weiß-blau-rote Flagge Russlands wehen, nicht die Stars and Stripes.

Doch nichts von alledem: Um 1860 waren die Taschen des Zaren so klamm, dass Alexander II. seine amerikanischen Besitzungen unbedingt loswerden wollte und sich nach Käufern umsah. Die Briten hatten jedoch das Interesse verloren: Die Nordwestpassage hatte man nach opferreicher Suche zwar inzwischen gefunden, sie führte jedoch an der Nordküste des Kontinents entlang, war beinahe das ganze Jahr über mit polarem Packeis verbarrikadiert und daher kaum nutzbar.

Also bekamen die Vereinigten Staaten den Zuschlag für 7,2 Millionen Dollar – das machte einen halben Cent pro Quadratkilometer. Und dennoch wurde Außenminister Seward für seine "Dummheit" viel gescholten: gutes Geld für nichts als Wildnis! Der Goldrausch lag in weiter Zukunft. 

Und so werden wir doch auf Amerikanisch begrüßt: Amy nimmt uns mit einem fröhlichen "Welcome to Alaska!" im Namen von NW Explorations in Empfang, die mit sechs Grand Banks aus ihrer Charterflotte und erwartungsvollen Crews in jedem  Sommer in den Norden aufbrechen. Ab mit dem Gepäck in den Mietwagen und runter zur Marina, wo unsere smarten, weißen Trawler zwischen den echten Fischerbooten – farbenfrohen, aber abgearbeiteten gillnetters und purse seiners – ein stolzes Bild abgeben.

Unsere Heimat für die nächsten zehn Tage ist "Deception": Die Grand Banks 49 Classic ist das Führungsboot der Flottille, geskippert von Brian, der auch gleichzeitig Firmeninhaber ist. Mit an Bord sind seine Frau Carol, mit großer Hingabe zuständig für die Pantry, ihre Tocher Amy, die sich in der Firma um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert, die Biologin Emmelina (oder kurz "Emmo"), die den anderen Booten unterwegs Tierwelt, Natur und Geschichte per Funk näherbringen wird, und – last, but not least – Jordan, first mate, und hilfsbereit in wirklich jeder Situation.

Der Heimathafen Bellingham im Bundesstaat Washington, gleichzeitig Basis von NW Explorations, verrät in goldenen Lettern am Heck, wie weit die Reise in jedem Sommer geht. Unterteilt ist sie in mehrere Etappen, während die Besatzungen, je nach gebuchtem Abschnitt, wechseln. Für uns wird sie von Sitka nach Juneau führen, entlang der wilden Küste von Chichagof Island, zu kleinen Fischeror-ten, die so abgelegen sind, dass keine Straße zu ihnen führt, und schließlich zum Glacier Bay Nationalpark – dem absoluten Höhepunkt der Reise, Wetter hin oder her.

Am späten Nachmittag macht sich bald nach unserer Ankunft der Jetlag bemerkbar: In Deutschland, das uns um zehn Stunden voraus ist, sitzt man jetzt schon am Frühstückstisch. Bestes Mittel gegen die Müdigkeit ist frische Luft, also steht Sightseeing auf dem Programm, jetzt Anfang Juli bei Nieselregen und acht Grad. Wir marschieren in die Stadt, vorbei an der Fischfabrik und der örtlichen Freimaurerloge, die auch schon bessere Tage gesehen hat. Ein Quad knattert vorbei.

Entlang der Lincoln Street stehen noch einige Holzhäuser aus russischer Zeit, und auch sonst hat sich Sitka, dessen heutiger Name aus der Sprache der Tlingit-Ureinwohner stammt, sein Erbe bewahrt – russische Geschäfte und Straßennamen, russisch-alaskisches Essen (Pelmeni mit Schneekrabbe, Blini mit Königslachs) und die Holzkathedrale des Heiligen Michael mit ihrem orthodoxen Goldkreuz auf dem Zwiebeldach. Natürlich wird das Lokalkolorit auch für die Kreuzfahrtschiffe gepflegt, deren Passagiere viel Geld in der Stadt lassen.

Andererseits ticken die Uhren – und Bewohner – hier oben tatsächlich anders als in den lower forty-eight. Man ist nicht nur räumlich vom Rest der USA getrennt – ein gutes Stück Kanada liegt dazwischen –, auch in Hinsicht auf das Lebensgefühl sind die "unteren 48" Bundesstaaten weit weg.

Das Äußere wird von Notwendigkeiten geprägt, auf eine entspannte Art spielt Mode keine große Rolle – Ölzeug, Holzfäller-jacken und vor allem "Xtratufs": Hinter dem Markennamen verbergen sich extrem robuste Gummistiefel in pflegeleichtem Braun. "In Seattle trägt man die nur, wenn es in den Wald geht", verrät uns Emmo, "hier oben sogar zum Sommerkleid."

Früh am nächsten Morgen heißt es "Leinen los": In sauberer Kiellinie passieren unsere sechs Grand Banks die Steinmole und gleiten auf glattem Wasser mit Nordkurs auf den Sitka Sound hinaus, während die Flagge Alaskas mit dem Sternbild des Großen Bären hoch unter der Steuerbordsaling im frischen Fahrtwind flattert. Skipper Brian nimmt das UKW-Sprechgerät vom Haken und macht die "Morgenrunde": Jedes Boot wird angerufen, alles in Ordnung!

"Deception" führt die Flotte an, aber von seinem Fahrstand hat er trotzdem genau im Blick, was hinter ihm passiert: Der Kartenplotter mit Radar- und AIS-Overlay gibt präzise Auskunft über Position und Kurs der anderen Crews. Die Hebel werden nach vorn geschoben, und die beiden nagelneuen, gerade erst eingebauten John Deeres unter den Bodenplatten lassen uns ihre Begeisterung spüren.

Mit schäumender Bugwelle laufen wir auf eine schmale Öffnung zwischen Krestof und Halleck Island zu – die Olga Strait. Als die hohen Flanken uns einschließen, verschwindet das Mobilfunknetz Balken für Balken. Hier draußen sind wir jetzt auf diesem Weg auch für die moderne Welt nicht mehr erreichbar.

Bordsprache ist zwar Englisch, jedoch ist eine ganze Reihe von Dialekten vertreten; denn die Besatzungen sind ein bunter Haufen: Amerikaner, Kanadier, ein Brite, wir Deutschen und – die größte Gruppe – gleich drei Grand Banks voller glänzend aufgelegter Australier. Alles in allem knapp drei Dutzend Personen, darunter viele Paare.

Schon an diesem ersten Tag bekommen wir einen Vorgeschmack auf die wilden Tiere, das wildlife Alaskas. Immer wieder greift Emmo aufgeregt zum Funkgerät: "Dort, an Steuerbord voraus ein Braunbär. Er grast ganz friedlich." Der Grizzly hebt nur den Kopf, als unsere Prozession an ihm vorüberzieht, und lässt sich nicht weiter stören. Dann werden Weißkopf-Seeadler gesichtet, die stolzen Wappentiere der Vereinigten Staaten. Hell hallt ihr Schrei durch den Fjord.

In der Neva Strait sind es zunächst Seeotter und Seelöwen, die vor uns auftauchen, und dann endlich: There she blows! – "Da bläst er!" Eine ganze Gruppe von Buckelwalen kreuzt unseren Bug im Salisbury Sound. Wie feiner Nebel schießt ihr Blas mit jedem Atemzug empor. Die dunklen Rücken gleiten gemächlich durchs glatte Wasser, und vor dem Abtauchen zeigen sie ihre nass glänzende Fluke wie zum Abschied. Dabei wird es nur eine von zahllosen Begegnungen mit den friedlichen und neugierigen Meeressäugern auf diesem Törn sein.

Nach einigen Seemeilen vor der Küste nähern wir uns dem ersten Tagesziel: Klag Bay. Die Piehle Passage führt uns durch ein Labyrinth von Felsen, Inseln und Untiefen, während "Deception" den kräftigsten Strömungswirbeln ausweicht und mit ihrem Kielwasser die Kurslinie für die Nachfolgenden vorzeichnet. Tonnen sucht man hier vergebens; hin und wieder nur gibt eine nummerierte Bake auf einem markanten Felsen den generellen Weg an, mehr nicht. Wer sich hier hineinwagt, braucht genaue Ortskenntnis – oder eben einen erfahrenen Lotsen wie Brian.

Im trüben Zwielicht des frühen Abends fallen die Anker in das nur von feinen Nieselschleiern aufgeraute Wasser von Klag Bay. Überall in der Bucht rasseln die Ketten durch die Klüsen; Jordan ist schon vorher mit dem Dingi unterwegs, um die besten Plätze anzuweisen und beim Manöver an Deck zu helfen.

Dann herrscht Stille. Wie ein Gerippe ragen die abgefaulten Pfeiler einer alten Landungsbrücke in das Wasser: Schwer vorstellbar, aber bis in die Dreißigerjahre des vergangenen Jahrhunderts befand sich hier die ergiebigste Goldmine Alaskas: 13 Millionen Dollar wurden aus dem Felsen gebrochen und mit einer Lorenbahn zutage gefördert. Ein ganzes Dorf stand hier, wie der Abdruck einer alten Postkarte im Revierhandbuch verrät. Längst hat der Regenwald sich alles zurückgeholt.

Wer die verbliebenen Spuren dennoch sehen will, muss mit dem Dingi an den steinigen Strand und hinauf durch nassen Farn und tropfende, von Flechten und Moos bewachsene Sitkafichten und Hemlocktannen. Unterwegs trifft man auf halb verfallene Hütten, an deren grauen Holzwänden noch die hellen Schatten der aufgehängten Werkzeuge erkennbar sind, und auf verlassenes Baugerät, einen kleinen Bulldozer etwa, von Rost überzogen und mit ausgeweidetem Motorraum, aus dem nur noch die Kabel hängen. Eine morbide Szenerie.

Doch dann stehen wir vor dem vergitterten Mineneingang. Ein Blick in den schwarzen Schlund, dann ist noch Zeit für einen Erinnerungsschnappschuss. Wer auf ein Nugget gehofft hatte, wird enttäuscht. Dafür weist Emmo auf ein anderes Souvenir hin: zylinderförmige Bruchstücke der Bohrkerne von den Probebohrungen, die noch zuhauf im Wald liegen. "Die geben einen schönen Briefbeschwerer ab", sagt sie. Alle greifen zu.

Der nächste Tag bringt uns zurück in die  Zivilisation – zumindest nach den Maßstäben, die hier oben gelten. Weiter geht es  an der Westküste Chichagof Islands nach Norden, im schweren Schwell des Pazifiks jetzt, der die Flotte ordentlich stampfen und rollen lässt, bevor er in weißen Gischtwolken an den schwarzen Felsen explodiert. Hinein in den Schutz von Lisianski Inlet, einem tief eingeschnittenen, schnurgeraden Fjord von rund 20 Seemeilen Länge.

Etwa auf halber Strecke liegt Pelican, Außenposten der Fischindustrie, auch wenn der Wind durch die offenen Tore der Fischfabrik weht und der general store unlängst schließen musste. Versorgt werden die 130 Einwohner jetzt hauptsächlich mit Wasserflugzeugen, den "Buschtaxis" des Nordens. Die Beavers und Cessnas transportieren alles, vom Angeltouristen über Schlittenhunde bis zu Erdnussbutter und Programmzeitschiften.

Sobald die sechs Grand Banks an den Schwimmstegen festgemacht haben, geht es auf den "Highway No 1" hinauf. So nennen die Einwohner, mit einem schönen Schuss Selbstironie, ihren boardwalk aus ergrauten Holzbohlen, der auf hohen Stelzen an der Wasserfront entlangführt, und an dem fast alle Häuser liegen. Tempolimit: 12 Meilen. Die Promenade trägt nur Quads, keine Autos – aber die gibt es ohnehin kaum. Warum auch? Die unbefestigte Piste, die an den boardwalk anschließt, führt gerade mal zur Schule und zum Abfallsammelplatz etwas außerhalb, wo sonst nur die Bären vorbeischauen.

Zielstrebig wird zunächst das "Lisianski Café" für einen Mittagsimbiss angesteuert – zum Glück ist man dort vorgewarnt! Schnell sind alle Plätze besetzt, und unter vergilbten Fotos von Fischern machen sich die Crews über Lachsburger und clam chowder her, eine Muschelsuppe mit ordentlich Einlage. Danach zieht man ein paar Häuser weiter zu "Rose’s Bar". Die soll weltbekannt sein. Und wenn man die Geldscheine aus aller Herren Länder sieht, die an die Decke über dem Tresen gepinnt sind, glaubt man es sofort.

Wer sein erstes Bier bestellt, wird von der 80-jährigen Besitzerin Rosie aufgefordert, an der Decke ebenfalls einen Schein oder zumindest ein Autogramm zu hinterlassen – nur um dann im besten Moment die Hosen heruntergezogen zu bekommen; zum fröhlichen Gegröhle und Bierflaschenklirren der anderen Gäste, versteht sich. Es wird ein rauschendes Fest, so weit in der Wildnis. Früher soll "Rose’s" übrigens ein Freudenhaus gewesen sein – allerdings scheint der Mangel an privaten Separées dieser Behauptung zu widersprechen. Andererseits ist man ja in Alaska ...

Der Ausgang von Lisianski Inlet führt uns am Tag danach hinaus auf den Cross Sound. Am gegenüberliegenden Ufer, zehn Seemeilen entfernt, ragt der mächtige Brady-Gletscher auf, eine erstarrte Wand aus Eis am Horizont. Seine höheren Lagen verlieren sich in düsteren Wolken. Sie verbergen auch den Berg vom Anfang unserer Geschichte: Mount Fairweather.

In diesem gewaltigen Theater der Natur, mit seinen ehernen Rängen aus Fels und Eis und der weiten Wasserfläche als Bühne, wirken unsere sechs Grand Banks klein und verloren – umso mehr, da unsere Formation jetzt weit auseinandergezogen ist. Doch ganz allein sind wir auch hier nicht. Das Meer lebt: Weißstreifendelfine schießen an uns vorbei, Papageientaucher jagen über die Wellenkämme, und immer wieder steigen die Blasfontänen der Buckelwale um uns herum in die Höhe. 

Während wir durch braune, bis an die Oberfläche ragende Kelpfelder den kleinen Fischerort Elfin Cove an der Nordspitze von Chichagof Island ansteuern,  fragen wir uns, ob wir ähnliches Glück haben werden wie damals Captain Cook und auf besseres Wetter hoffen dürfen. Skipper Brian wiegt nachdenklich den Kopf. Doch um seine Mundwinkel scheint dabei ein wissendes Lächeln zu spielen.

Der Sprühregen lässt sich davon jedoch noch nicht beeindrucken, als wir Boot für Boot am Gaststeg von Elfin Cove längsseits gehen. Zwei Grand Banks müssen ins Päckchen, mehr Platz ist nicht. Auch dieses Dorf, das im Winter kaum zwei Dutzend Einwohner hat, lebt von der kurzen Sommersaison, vom "geschuppten Gold", wie coho, chinook, sockeye und den anderen Lachsarten, oder vom Heilbutt, der hier mannsgroß wird und noch am Haken mit der Schrotflinte erledigt werden muss, bevor er an Deck gehievt werden kann.

Auch in Elfin Cove verbindet ein Bohlenweg die weiß und gelb gestrichenen Häuser, die im Halbkreis einer steilen Bucht um Hafen und Fischerboote herum gezimmert wurden. Ein kleines Postamt gibt es, einen Laden, doch dann kommt der undurchdringliche Urwald, in dessen Schatten salmon berries leuchten und devil‘s club mit haarfeinen Stacheln lauert.

Die meisten der gut zahlenden Gäste kommen aus den lower forty-eight; andere jedoch von weiter nördlich: Nate und Svenn etwa, die wir in der "Cohos Bar" beim Bier treffen, ziehen jedes Jahr vom Yukon nach Süden, um Vorrat für den Winter in der Einsamkeit zu fischen: "Nur die Hitze macht uns hier ordentlich zu schaffen", grinst Nate und krault sich genüsslich durch den wilden Vollbart.

"Hey!": Ob wir erraten hätten, dass er bis vor Kurzem als Systemtechniker in Seattle viel Geld verdient hätte. Kopfschütteln. Und jetzt? Ohne zu zögern, zeigt er auf das Fenster, durch das erste Sonnenstrahlen fallen: "Freedom" – Freiheit!

Teil 2 folgt in BOOTE 4/2013                         

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