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Abenteuer: Karelien / Russland

Auf eigenem Kiel zum weißen Meer

Christian Tiedt am 07.06.2016

Eine Linssen auf Abenteuerkurs: Die Reise von Kurt und Kerstin Schneider führt auf eigenem Kiel in den äußersten Norden Russlands – und darüber hinaus bis zum Arktischen Ozean

ankt Petersburg, Stolz der Zaren! Welche Metropole des Nordens kann so viele Schätze vorweisen? Ihre prachtvollen Paläste, Kathedralen und Kirchen lägen so dicht beieinander, "wie  die Juwelen im Diadem einer Prinzessin", schrieb ein früher Reisender.

Und auch heute noch ist die Millionenstadt an der Newa der glanzvolle Höhepunkt auf der Reise vieler Besucher – besonders für Skipper auf großem Ostseetörn, bevor es wieder Richtung Heimat geht.

So war es auch für Kerstin und Waldemar Kurt Schneider. Im Sommer 2012 machten sich die beiden Dessauer das erste Mal auf eigenem Kiel auf den weiten Weg – nicht ahnend, dass sie mit ihrer Linssen Grand Sturdy 470 schon zwei Jahre später den gleichen Kurs erneut steuern sollten. Nur würde Sankt Petersburg dann nicht mehr Ziel, sondern Startpunkt sein – zu einem viel größeren Abenteuer ...

Am Anfang steht eine zufällige Begegnung

Am Anfang stand wie so oft der Zufall: Auf ihrem ersten Ostseetörn lernten die Schneiders in Russland einen jungen Mann kennen: Daniil Gavrilov. Der hatte im Jahr 2010 Schlagzeilen gemacht, als er mit seiner Yacht "Pjotr I." als Erster in einer Saison Nordost- und Nordwestpassage ohne Eisbrecherhilfe durchquert und damit den Nordpol umsegelt hatte.

Nun fragte er die beiden Deutschen, ob sie ihn auf einer anderen Unternehmung begleiten wollten: RUSARC, einem geführten Flottillentörn über Ladoga- und Onegasee zum Arktischen Ozean. Das Ziel im Jahr 2014: Archangelsk am Weißen Meer.

Die Schneiders erkannten die einmalige Gelegenheit, denn für ausländische Skipper war die Nutzung der russischen Binnenschifffahrtswege noch immer mit so hohen Hürden verstellt, dass überhaupt noch keine Motoryacht aus Deutschland diese Route gefahren war. RUSARC jedoch übernahm nicht nur die Planung und Durchführung der Reise. Durch das Flottillenmodell entfiel auch die ansonsten zwingende Verpflichtung für ausländische Schiffe, jederzeit einen russischen "Lotsen" an Bord zu haben.

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Christian Tiedt am 07.06.2016
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