Ostsee im Winter Ostsee im Winter

Essay: Ostsee im Winter

Stille Nacht

Christian Tiedt am 02.12.2017

Häfen im Winter: Wo im Sommer kein Platz frei bleibt, herrscht in der dunklen Jahreszeit vor allem eines: Ruhe. Entlang der Kieler Bucht haben wir Eindrücke gesammelt, von Fehmarn bis zum Kleinen Belt

Auf dem Grillplatz liegt das Treibgut knöcheltief, Strandgras, Seetang und kleine Äste, das die Sturmflut der letzten Tage hier abgelegt hat. Jetzt sind Wasser und Wind wieder verschwunden, und auf der flachen Bucht knistert das dünne Eis. Der Hafen von Orth liegt so verlassen wie zuvor da, eine lange Reihe von Holzpfählen erstreckt sich vor dem leeren Steg bis zur Einfahrt. Im trüben Zwielicht ist die Fehmarnsundbrücke gerade noch auszumachen: ein dürrer Bogen unter rissigem Himmel.

Ostsee, Anfang Januar.

Fotostrecke: Stille Nacht

Der Sommer scheint endlos weit entfernt. Wer jetzt hier zwischen den langen Molen einlaufen sollte, fände zwar einen Liegeplatz, aber die Zeit müsste er sich allein vertreiben. Die einzigen anderen Dauergäste – zwei Motorsegler – halten Winterschlaf.

Auch an Land findet man statt einladendem Licht nur entschuldigende Worte in den Fenstern: Winterpause, Auszeit, Betriebsferien. Warme Gedanken macht nur ein Wegweiser: "Hawaii: 9836 Seemeilen". Der Seewetterbericht beim Hafenmeister stammt vom 31. Oktober und warnt vor Starkwind auf dem Skagerrak. Heute herrscht Stille. Ein paar Monate noch, dann werden die Boote wieder dicht an dicht liegen und ihre Crews sich über einen freien Tisch im "Kap Orth" freuen...

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Januar-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 13. Dezember im Handel gibt. Für Abonnenten natürlich schon eher.

Christian Tiedt am 02.12.2017
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