Kieler Förteaser Ostsee Journal

Kieler Förde

Des Kaisers Kielwasser

Christian Tiedt am 02.02.2017

Ostseespezial, Teil 1: Stille Buchten, felsige Schären und schattige Kiefernwälder prägen die Küsten der Ostsee ebenso wie ihre prachtvollen Metropolen. Also ab ins Blaue!

Wir stellen fünf Ziele vor: Kieler Förde, Wismarbucht, Usedom, Danziger Bucht und Öland

Fotostrecke: Kieler Förde

Vieles an der Kieler Förde ist noch heute untrennbar mit Deutschlands letztem gekrönten Haupt verbunden. Kaiser Wilhelm II., vernarrt in Seemacht und Seefahrt, verankerte die bis dato eher unbekannte Ostseestadt fest in der öffentlichen Wahrnehmung der Gründerzeit.

Der Kieler Yacht-Club (damals stand das "K" noch für "Kaiserlich"), war sein Verein, die Kieler Woche seine Veranstaltung. Hier weihte er den Nord-Ostsee-Kanal mit großem Pomp ein, ließ seine Flotte auf der Kaiserlichen Werft vergrößern und nahm über die Toppen geflaggt ihre Paraden ab. "Kaiserwetter" – das waren jene strahlend blauen Tage im Sommer, an denen sich Seine Majestät höchstselbst am Steuer seiner Rennyacht "Meteor" auf der Förde zeigte. Und alle Untertanen ebenfalls aufs Wasser eilten, um sich in der Nähe von "SM" zu zeigen. Viel von diesem besonderen Flair ist noch heute zwischen Düsternbrook und Laboe zu spüren, wenn der Wind stimmt und die Förde weiß mit Segeln ist. Ein kleines, außergewöhnliches Revier – auch ohne deutsche Royals und donnernde Hurras.

1 Leuchttürme der Förde

Drei Leuchttürme weisen auch bei Nacht den sicheren Weg von der Kieler Bucht in das Innere der Förde: Der Leuchtturm Kiel auf seiner Seeposition knapp vier Seemeilen nordöstlich der Bülker Huk, der Leuchtturm Bülk, der seinerseits vor dem gefährlichen Stollergrund im Norden warnt, und der Leuchtturm Friedrichsort mit seinem Leitsektor für das durchgängig befeuerte Hauptfahrwasser.

2 Schilksee/Strande

Zusammen kommen die beiden großen Sportboothäfen im Nordwesten der Förde auf mehr als 1200 Liegeplätze – wobei drei Viertel davon auf den Olympiahafen Schilksee entfallen. Die weitläufige Anlage, deren nüchterne Wohnblocks unverkennbar aus den betonverliebten Sechzigerjahren stammen, enstand für die Sommerspiele 1972 in München. Kiel war damals Austragungsort der Segelwettbewerbe. Die erloschene Fackel findet man noch immer auf der Aussichtsplattform über der Hafenmeisterei. Beide Häfen bieten vollen Service, Strandzugang und Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Ins Kieler Zentrum sind es etwa 15 Kilometer. www.sporthafen-kiel.de, www.hafen-strande.de

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Christian Tiedt am 02.02.2017
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