Ostfriesland Ostfriesland

Ostfriesische Küste

Hinter den Inseln

Christian Tiedt am 18.06.2017

Salzwiesen, Watt und weiter Himmel: Die ostfriesische Küste zwischen Ems und Jade ist ein ganz besonderer Landstrich. Die grüne Deichlinie wird nur von den Sielhäfen unterbrochen.

Greetsiel

Die Zwillingsmühlen sind das Wahrzeichen Greetsiels, dem westlichsten der Sielhäfen Ostfrieslands. Von einem Orkan vor wenigen Jahren böse gerupft, erstrahlen die rote und die grüne Mühle inzwischen wieder in vollem Glanz – und locken mit Kuchen, Tee und schöner Aussicht von der Galerie. Der alte Fischereihafen, gut geschützt durch Sperrwerk und Schleuse Leysiel, ist der schönste und lebendigste im ganzen Revier. Gäste sind an den Schwimmstegen des Yachtclubs Greetsiel willkommen. www.yachtclub-greetsiel.de

Norddeich

Gleich zwei Inseln werden von der Reederei Frisia von Norddeich aus angesteuert: Juist und Norderney, Letztere mit Autofähren im Sommer sogar stündlich. Entsprechend lebhaft ist das Kommen und Gehen im zwar gebaggerten, aber sehr schmalen Fahrwasser vor dem Hafen. Der moderne Urlaubsort selbst gehört sicher nicht zu den Highlights in der Region, aber dafür sind Versorgung und Ver­kehrs­anbindung ausgezeichnet. Die Steganlage des Yachtclubs Norden liegt im ruhigen westlichen Hafenbecken. www.yacht-club-norden.de

Neßmersiel

In seinem Abenteuerklassiker "Das Rätsel der Sandbank" von 1903 beschreibt der anglo-irische Autor Erskine Childers – der das Revier als Segler gut kannte – die Siele noch als "unbedeutende Schlicklöcher", die nur für wenige Stunden des Tages zu Häfen würden. Tourismus war damals selbst auf den vorgelagerten Inseln noch kein Thema.

Daran hat sich zwar inzwischen viel geändert, aber in Neßmersiel – dem kleinsten der Sielhäfen, mit der kleinsten Ferieninsel (Baltrum) davor – bekommt man zumindest noch einen Eindruck davon, wie beschauliches an dieser Küste vor rund 100 Jahren zuging. 

Wer Ruhe sucht, findet sie bei einem langen Deichspaziergang. Der Steg des Nordsee-Yacht-Clubs-Neßmersiel fällt trocken – aber zum Glück besteht der Grund noch immer aus dem gleichen weichen Schlickbett wie zu den Zeiten von Erskine Childers. www.nycn.de

Dornumersiel


Wie schwer die Nordsee selbst im Schutz der vorgelagerten Inseln noch wüten kann, zeigt die Geschichte von Dornumersiel: Immer wieder wurde der kleine Ort von Stürmen verwüstet, etwa in der großen Petriflut von 1651 oder erneut zu Weihnachten 1717, als von 122 Häusern alle bis auf sieben fortgespült wurden.

Gelegentlich wurden auch fremde Piraten vom Wind an seine Küste verschlagen, wie der irische Freibeuter Dorough Macarty im Jahr 1707. Das moderne Siel mit seinem Hafenbecken für Kutter stammt von 1965. Der sehr gut ausgestattete Sporthafen des Yachtclubs Accumersiel befindet sich nordöstlich davon. Westlich liegt der Badestrand, der Ort rund 15 Gehminuten entfernt landeinwärts. www.ycacc.de

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Christian Tiedt am 18.06.2017
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