Dahme-Wasserstraße und Starkower Gewässer Dahme-Wasserstraße und Starkower Gewässer

Reise: Dahme-Wasserstraße, Starkower und Teupitzer Gewässer

Verliebt in BunBo

Bodo Müller am 10.08.2017

Mit einem Bungalow-Boot gingen wir zwischen Berlin und Scharmützelsee auf Entdeckungsreise und erlebten so manche Überraschung

Es ist Liebe auf den ersten Blick. Das Charterboot, das wir auf Anhieb in unser Herz schließen, ist eigentlich gar kein Boot und eine Yacht schon gar nicht. Genau ge­nommen ist es eine Bretterkiste auf zwei Schwimmern mit einem Außenborder am Heck. Es ist so simpel und schön, dass es uns vom ersten Augenblick an gefällt.

Ein Cockpit gibt es nicht, dafür eine Terrasse mit Sitzbank und Klapptisch sowie einer Feuerschale, über der man grillen kann. Von der Terrasse geht man nicht nach unten in die Kajüte, sondern auf einer Ebene und ohne irgendwo den Kopf einziehen zu müssen, in den großen, mit Ikea-Möbeln eingerichteten Wohnraum;

man hat das Gefühl, in einem Sommerhaus am Vänernsee zu sein. Von der Wohnküche gelangt man ins geräumige Duschbad im nordischen Look. Und nach achtern zweigen zwei Schlafzimmer ab. Überall kann man stehen, und es gibt weder Treppen, Stufen oder Niedergänge.

Fotostrecke: Dahme-Wasserstraße und Starkower Gewässer mit dem Bungalow-Boot

Die Steuersäule besteht aus einem Holzkasten, in dem Kaminholz und Grillanzünder lagern. Vergeb­lich suchen wir nach Instrumenten und komplizier­ter Technik. Lediglich ein Lenkrad und ein Schalt­hebel sind angeschraubt. Das ist schon beinahe alles, was die Bretterkiste zum Sportboot macht. Ich bin schon seit 30 Jahren rund um die Welt mit den tollsten Booten und Yachten unterwegs. Aber so etwas Ein­faches und Liebenswertes wie diese Bretterkiste habe ich nur selten gesehen.

Wir übernehmen das BunBo am Bootsanleger in Zernsdorf am Krüpelsee. Zernsdorf gehört zu Königs Wusterhausen und liegt am südöstlichen Stadtrand von Berlin. Der Krüpelsee ist Teil der Dahme-Wasserstraße. Die Einweisung dauert nicht länger als bei einem schwedischen Ferienhaus. 

Wohin fährt man mit der kuscheligen Kiste? Basisleiter Norbert Raumer schlägt zwei Alternativen vor: "Entweder Richtung Berlin oder in die brandenburgische Natur."

Wir entscheiden uns für die Natur, was sicher viel besser zu einem Gefährt wie diesem passt. Norbert erklärt das Ankermanöver. Vergebens suche ich nach Kette, Winsch oder Umsteckdraggen. Das BunBo hat zwei Ankerpfähle, wie man sie von niederländischen Schuten oder Binnenbaggern kennt.

Man lässt einfach einen Ankerpfahl im seichten Wasser nach unten sausen. Dann dreht man das BunBo mit dem Außenborder so, dass die Terrasse zur Abendsonne ausgerichtet ist. Anschließend rauscht der zweite Ankerpfahl nach unten. Fertig. Die Kiste steht.

Nachmittags lassen wir die Marina am Krüpelsee achteraus und steuern auf der Dahme zunächst nach Osten und dann nach Süden in Richtung Scharmützelsee. Dabei erleben wir die nächste Überraschung: Das BunBo lässt sich kinderleicht steuern und fährt dabei so schnurgerade wie auf Schienen.

Wir schippern die Dahme aufwärts zum Dolgensee. Das Revier südöstlich von Berlin scheint BunBo-Revier zu sein. An jeder Ecke kommen uns die Hausboote in ihren fröhlichen Farben entgegen, oder sie "ankern" an den flachen Rändern der Gewässer. Man grüßt sich, die Stimmung an Bord ist locker und ausgelassen. Gleich neben dem Steuerstand ist eine Hängematte gespannt, wo entweder der Part­ner oder die Kinder die Fahrt auf ganz besondere Weise genießen.

Den kompletten Reisebericht finden Sie in der September-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 16.08.2017 im Handel gibt.

BOOTE 9/17

BOOTE 9/17

Bodo Müller am 10.08.2017
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