Sloepen-Tour Sloepen-Tour

Reportage: Sloepen-Tour

Offen für neue Wege

Ingrid Bardenheuer am 20.05.2017

Tagsüber wasserandern, abends Hotelkomfort: vom Vergnügen, mit einer offenen Sloep durch die friesische Seenlandschaft zu streifen

Eines Tages lag sie bei uns daheim im Hafen. Cremefarben, Teak-Cockpit, dunkelblaue Sprayhood. Eine offene Sloep, sehr schick. Ihr Skipper erschien gewöhnlich gegen 10 Uhr. Nach und nach kamen seine Gäste, meist ein halbes Dutzend. Picknickkörbe und Badetaschen verschwanden in Staufächern, die gewaltig sein mussten.

Der Diesel sprang an und schob den stäbigen 7-m-Rumpf blubbernd vom Platz. Abends waren sie zurück, saßen noch eine Weile an Bord zusammen, plaudernd, bei Antipasti. Danach wurde gepackt. Sloepen-Fahren ist dezentes Genießen, die feinsinnige Rückbesinnung auf das Wesentliche.

Ein Trend und doch mehr: eine Lebensart. Ihr wollten wir nachspüren. Dort, wo das Revier wie dafür geschaffen ist – auf den friesischen Seen.

Sloepen sind so niederländisch wie Poffertjes (Pfannkuchen) und Hagelslag (Schokostreusel).

Ihre Vorfahren waren Arbeitsgeräte: Schiffstender und Rettungsboote. Deren Gene tragen sie, hübsch verpackt, bis heute. Sloepen lassen sich leicht manövrieren und haben Platz satt. Stabilität und Freibordhöhe sind beachtlich, eine umlaufende Tauwieling federt Rempler folgenlos ab.

Sloepen-Tour

So viel Unkompliziertheit überträgt sich. Auf die Crew, aber auch auf andere. Sloepen-Fahrer werden nicht beäugt, sie ziehen die Blicke auf sich. Und nicht wenige vergucken sich bei der Gelegenheit in die schönen Schaluppen. Nein, für uns sollte es keine jener Sloepen sein, die das Gleiten gelernt haben oder zu hochkomfortablen Yachten herangewachsen sind.

Wir wollten die ursprüngliche Variante, den Verdränger ohne Kajüte. Wenn es draußen pladdert, rückt man unter einem Verdeck zusammen. Wie damals auf dem kleinen Day- cruiser, mit dem wir angefangen haben. Neben solchen Sentimentalitäten sprach dies für eine Sloep in überschaubaren Ausmaßen: unsere klammheimliche Sehnsucht nach dem Neuen, Unbekannten. Wasserwege erkunden, die der klassischen Charter-Yacht verwehrt bleiben. Unter niedrigsten Brücken hindurchschlüpfen. Abseits bekannter Pfade wandeln. Das war es, was uns vorschwebte...

Unsere Sloepen Reportage lesen Sie in der aktuellen Juni-Ausgabe von Boote. Ab dem 24.05.2017 im Handel.

Ingrid Bardenheuer am 20.05.2017
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