Obere Elbe Obere Elbe

Revier: Obere Elbe – sächsische Schweiz

In den Himmel

Morten Strauch am 24.04.2016

Türme aus Stein prägen das Panorama des Elbsandsteingebirges und das einmalige Revier zwischen Dresden und tschechischer Grenze. Steigen Sie mit auf!

Wer sich gleichermaßen für herausragendes städtisches Kulturgut sowie atemberaubende Landschaften begeistern kann und sich dabei nicht von kulinarischen Spezialitäten wie "tote Oma" oder "kalter Hund" abschrecken lässt, für den ist der Elbabschnitt von Dresden bis zur tschechischen Grenze ein absolutes Muss.

Während sich im sogenannten Elbflorenz unzählige Kunstschätze und Prachtbauten gegenseitig die Schau stehlen, bietet die Sächsische Schweiz ein monumentales Theater der Naturgewalten.

Viele Skipper haben sich noch nicht auf eigenem Kiel in die fernöstliche Region Deutschlands gewagt, auch aufgrund von wechsellaunigen Eigenschaften der oberen Elbe. Mit etwas Pioniergeist und guter Vorbereitung steht der Reviererkundung aber nichts mehr im Wege, und auch wenn der lokale Dialekt mitunter gewöhnungsbedürftig scheint, so suchen Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Elbsachsen gegenüber Gästeskippern ihresgleichen. Und bekanntermaßen geht im Osten ja die Sonne auf!

Sehenswürdigkeiten: Dresden

Frauenkirche, Semperoper, Brühlsche Terrasse, Zwinger, Residenzschloss, Albertinum. Die sächsische Hauptstadt ist ein Muss für Geschichts- und Kunstinteressierte. Nebenbei gehört das im idyllischen Elbtal gelegene Dresden zu den grünsten Großstädten Europas und durfte sich einige Jahre als UNESCO-Welterbe rühmen. Die Galerie "Alte Meister" im Semperbau am Zwinger protzt mit Werken von Raffael, Rembrandt, Rubens und dem "Lokalmatadoren" Canaletto. Im Albertinum lassen sich dagegen die "Neuen Meister" um Caspar David Friedrich, Otto Dix und Max Liebermann bestaunen.

Das Wahrzeichen der Stadt, die wiederauferstandene Frauenkirche gehört zu den beeindruckendsten protestantischen Kirchen weltweit – wovon sich auch schon US-Präsident Obama überzeugen durfte.

Vor der Brühlschen Terrasse liegt die historische Raddampferflotte, die mit ihren neun Schiffen als die älteste und größte der Welt gilt. Die dampfenden Denkmäler verkehren täglich zwischen Diesbar-Seußlitz und Bad Schandau und lassen das Rad der Zeit im Herzen Sachsens scheinbar rückwärts laufen.

Die schönste Aussicht auf die einzigartige Stadtsilhouette Dresdens erhascht man vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke. 

Um den berühmten Canaletto-Blick nicht zu verpassen, wurde hier ein Rahmen aufgestellt. Hindurch fotografiert kann jedermann sein persönliches Postkartenmotiv inklusive Komposition des alten Meisters einfangen. Sein "blaues Wunder" erlebt der kulturverwöhnte Besucher am Abend in der Äußeren Neustadt mit ihren rund 100 Kneipen oder spätestens elbaufwärts bei km 49,79 in Form der gleichnamigen Straßenbrücke, die seit 1893 mittels ihrer imposanten Stahlkonstruktion die Elbe quert.

Schloss und Park Pillnitz

Bei km 43 am rechten Elbufer findet sich eine weitere Perle des Elbtals: Das Schloss Pillnitz mitsamt seiner üppigen Parkanlagen. Im barocken 18. Jahrhundert galt es als chic, chinesische Bauelemente zu kopieren, und so entstand diese einzigartige Schlossanlage im heutigen Stadtgebiet Dresdens.

Das Wasserpalais mit seiner großen Freitreppe zur Elbe, das Bergpalais, die Orangerie und sechs zusammenhängende Gärten mit botanischen Herrlichkeiten aus aller Welt laden zu einer ausgiebigen Stippvisite ein. Ein weiteres Highlight ist die aus Asien eingeführte Kamelie, die von Mitte Februar bis April mit zehntausenden Blüten die Besucher verzückt.

Wehlen

Hier muss unbedingt ein Aufenthalt eingeplant werden, denn die idyllische Kleinstadt besticht mit ihrem romantischen Flair im mittelalterlichen Gewand. Am Marktplatz kann man sich in einem der Cafés an "toter Oma" und "kaltem Hund" verköstigen, während man das rege Treiben um Brunnen, Fachwerkhäuser und der Radfahrerkirche beobachtet. In nur wenigen Minuten führt ein Weg den Hang hinauf, von wo man die Aussicht über Stadt, Land, Fluss am besten mit einem Bonbon aus der ebenfalls am Marktplatz gelegenen Bonbonmanufaktur genießt.

Rathen

Beidseitig der Elbe und zu Fuße einer imposanten Felskulisse aus Elbsandstein liegt der Kurort Rathen, hübsch verpackt mit Fachwerk und viel Grün. Eine alte Gierseilfähre dient als einzige Verbindung der beiden Ortsteile Ober- und Niederrathen. Als beliebter Ausgangspunkt für Wanderer und Kletterer lässt sich von hier aus auch die Hauptattraktion der Sächsischen Schweiz erklimmen: Die Bastei, eine spektakuläre Felsformation, von der man malerische Aussichten in das Elbtal und über die Sächsische Schweiz genießen kann. Einziger Wehrmutstropfen: der nächste Sportbootanleger liegt 3 km flussabwärts in Wehlen.

Nationalpark Sächsische Schweiz

"Ich fühle mich zu schwach, dieses alles lebhaft zu schildern. Diese reizende Gegend will nicht beschrieben, sondern gesehen werden."

Irgendwie schaffte es der Pfarrer und passionierte Naturfreund W. L. Götzinger dann doch im Jahr 1804 den ersten Reiseführer zu veröffentlichen, der als Wegbereiter für die touristische Erschließung des heutigen Nationalparks gilt.

Berühmt für seine Wanderwege und Kletterrouten durch bewaldete Felsreviere hat die Sächsische Schweiz auch für Bootsfahrer eine Überraschung parat: Die Elbe bietet hier nicht nur ihren ersten Abschnitt auf deutschem Terrain an, sondern auch den spektakulärsten und malerischsten. Das rechte Elbufer triumphiert mit imposanten Felsriffen, die aus dem satten Grün des dichten Waldes emporsteigen. Am linken Ufer stellen sich vereinzelte Tafelberge entgegen, darunter der hochaufragende Königstein mit seiner gleichnamigen Festungsanlage.

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Morten Strauch am 24.04.2016
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