Ostfriesland Ostfriesland

Törn: Ostfriesland binnen

Friesische Freiheit: Ostfriesland mit dem Boot

Jürgen Straßburger am 21.12.2015

Hoher Himmel, weiter Blick: Ein Törn über die Flüsse und Kanäle Ostfrieslands macht bei einer frischen Brise den Kopf wieder frei.

Warum eigentlich Ostfriesland? "Das liegt doch am Ende der Welt, wo sich Hasen und Füchse gute Nacht sagen". Doch das Vorurteil ist zugleich größter Vorzug einer Region, in der die Uhren vielleicht etwas langsamer gehen und die "Segnungen" kommerzieller Entwicklungen etwas behutsamer voranschreiten als anderswo. Mit der Folge, dass wir in dem Gebiet zwischen Ems und Jade unzersiedelte Landschaften durchfahren, deren Ursprünglichkeit vom intensiven, ständig wechselnden Licht unverwechselbare Konturen bekommt. Das bleibt im Kopf.

>>> Über Weser und Hunte nach Oldenburg

Aber auch der Fortschritt hinterlässt in Ostfriesland bemerkenswerte Bilder: Von den Holländerwindmühlen, die vorwiegend der Entwässerung dienten, sind nur wenige geblieben. Umso eindrucksvoller sind dafür die modernen Windräder zur Stromerzeugung über Wiesen und Felder in den Himmel gewachsen.
Und dann: Sehenswerte, quirlige Städtchen wie Leer, Emden und Aurich. Wassersportzentren, wo niemand sie vermutet, wie Barßel und Timmel. Fehndörfer wie Rhauderfehn, Großefehn und Elisabethfehn. Überspannt von fliegenden Wolken, träumen wir von der "Friesischen Freiheit" und lassen die Seele baumeln.

Wir nähern uns über Weser und Hunte. Wie schon die Weser unterhalb von Bremen ist auch die Hunte Tidengewässer. Da macht es Sinn, am Sportbootanleger im Elsflether Stadthafen festzumachen, das Städtchen und sein Schifffahrtsmuseum (www.schiffahrtsmuseum-brake.de) zu besuchen und den richtigen Zeitpunkt für den Aufbruch nach Oldenburg abzuwarten. Am Schwimmsteg gibt es Wasser und Strom. Duschen und WC sind im Restaurant "Panorama" untergebracht. An der Pier liegt die "Großherzogin Elisabeth": "Lissi", einst Frachtensegler, dann Küstenmotorschiff und schließlich wieder Dreimastschoner für Reisen unter Segeln, wird von einem Schulsschiffverein in Fahrt gehalten (www.grossherzogin-elisabeth.de).

Auf der Hunte sind die Brücken ein besonderes Thema: Die Eisenbahnbrücke Elsfleth-Orth und die Hubbrücke Huntebrück sind beweglich und öffnen auf An-forderung (UKW-Kanal 73). Ihre Durchfahrtshöhen in geschlossenem Zustand betragen 4,50 bzw. 4,30 m bei MThw. Brückenpegel sind vorhanden. Achtung an der Hubbrücke: Revierkenner sagen, dass es wegen der starken Strömung problematisch sein kann, bei mitlaufendem Wasser vor der Brücke zu drehen! Die Eisenbahnbrücke in Oldenburg ist bei MThw nur 1,9 m hoch. Sie öffnet neunmal am Tag zu festen Zeiten nach Anmeldung. Signal: Zwei lange Töne oder Kontakt über UKW-Kanal 73. Vor der Brücke soll gekreuzt, aber nicht angelegt werden.

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Jürgen Straßburger am 21.12.2015
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