Schweriner See Schweriner See

Torn: Schweriner See

Von See zu See

Christian Tiedt am 16.05.2016

Abstecher: Rund um Schwerin gibt es jede Menge schiffbares Wasser – und neben viel Natur am Ufer sogar ein echtes „Märchenschloss“ zu entdecken.

Fotostrecke: Schweriner See

Wer Schwerin auf eigenem Kiel erreicht, hat das Gefühl, tief im Landesinneren Mecklenburgs zu sein. Denn der Weg von der Küste ist weit, egal, ob man von der Elbe oder von der Oder kommt. Nach dem schmalen, von dichtem Grün eingerahmten Lauf der Müritz-Elde-Wasserstraße und nicht gerade aufregenden Kilometern auf dem schnurgeraden Störkanal, wirkt es deshalb wie eine Befreiung, wenn die Ufer sich nach Norden und Osten zurückziehen und den Blick voraus freigeben auf die silberne Fläche der Schweriner Sees.

Ein kleines Meer für sich, immerhin 25 Kilometer lang und mit einer Fläche von rund 60 Quadratkilometern der viertgrößte See Deutschlands. Eine Sackgasse zwar, aber, was den Sportbootskipper betrifft, die vielleicht schönste Deutschlands!

Auf dem letzten Törn des Jahres nehmen wir uns noch Zeit für diesen Abstecher. Es ist Mitte Oktober. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter, doch gerade beim Wasserwandern im kleinen Boot, dicht dran an der Natur, hat die Spätsaison mit ihren Nebelmorgen voller Stille einen ganz eigenen Reiz. Unterwegs sind wir mit einer "Mecklenburgerin", die gut ins Revier passt – einer SBM 760 (siehe Bild oben links). Am Ende der Reise in gut einer Woche werden wir das gemütliche Kajütboot in Waren an der Müritz abgeben.

Der Innensee

Schon beim ersten Blick auf die Gewässerkarte fällt die "Wespentaille" des Schweriner Sees ins Auge: An dieser Engstelle rund sechs Kilometer nördlich von Schwerin spannt sich der Paulsdamm (mit der Bundesstraße 104) von einem Ufer zum anderen – und teilt den See praktisch in zwei Hälften, die an dieser Stelle nur durch einen kurzen Kanal verbunden sind – den Innensee im Süden und den Außensee im Norden. 

Wir folgen dem betonnten Fahrwasser der Störwasserstraße, das entlang des südlichen Seeufers verläuft, Richtung Schwerin und passieren auf diesem Weg an Steuerbord zwei bewaldete Inseln

Zunächst wäre da das einen knappen Kilometer lange Ziegelwerder, danach das etwas größere Kaninchenwerder. Hier gehen wir im Süden an einem der zu dieser Jahreszeit verlassenen, hölzernen Feststege des kleinen Hafens längsseits. Die Wassertiefe wird in der Karte mit einem Meter angegeben, was unserer Beobachtung vor Ort entspricht.

Ein beliebtes Ausflugsziel

Im Sommer gilt Kaninchenwerder als beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel der Schweriner, die Weiße Flotte pendelt dann mehrmals täglich zwischen Schloss und Insel. Dann hat auch das Ausflugslokal "Tanatara" unweit des Hafens geöffnet . Dort gibt es leckere Kleinigkeiten für hungrige Inselbesucher. Wanderwege durchziehen den Wald, und mit Glück (und scharfem Auge) entdeckt man in einem der vielen Biotope seltene Pflanzen wie Johanniskraut, Storchschnabel oder Ruchgras.

Da wundert es kaum, dass Kaninchenwerder als Naturschutzgebiet ausgewiesen und der Uferstreifen (bis auf den Anleger) für Wassersportler gesperrt ist. Tonnen liegen aus, flach ist es ohnehin. Vorsicht deshalb auch vor den zustätzlich mit Lateralzeichen bezeichneten (also außerhalb des Fahrwassers liegenden) Untiefen im Westen und Norden. Service gibt es am Steg zwar nicht, aber bei einem kurzen Besuch stört das auch nicht weiter.

Wer danach wieder Kurs auf Schwerin nimmt, darf sich von der goldenen Kuppel des Schlosses nicht ablenken lassen, das nun backbord voraus sichtbar wird.

Denn vor dem Westufer mit der Schlossbucht liegen gleich vier Untiefen dicht beeinander. Alle sind zwar von den entsprechenden Kardinalzeichen umringt, bei der großen Anzahl der Tonnen sind Verwechselungen jedoch möglich.

Das gesamte Revierprorträt über den SCHWERINER SEE finden sie in der AKTUELLEN BOOTE-AUSGABE 6/2016, die AB DEM 25. MAI 2016 erhältlich ist.

Christian Tiedt am 16.05.2016
Kommentare zum Artikel