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Spezial: Kykladen / Griechenland

Eine ganz andere Welt

Dieter Wanke am 07.11.2017

Mit dem RIB durch die Inselwelt der Kykladen: eine Erkundungstour zu bekannten und weniger bekannten Zielen

Fotostrecke: Kykladen / Griechenland

Erst vor ein paar Minuten haben wir unsere Technohull SeaDNA 999 elegant in eine schmale Lücke zwischen zwei Fischerboote im Hafen von Naoussa auf der Insel Paros geschoben und dort festgemacht. Fender sparen wir uns, wir haben ja einen dicken Schlauch. Nach ein paar Schritten sitzen wir schon in der gemütlichen Hafenkneipe "Mediterrano" von Petros Tsounakis.

Bevor wir uns versehen, steht ein Fläschchen hausgemachter Tresterbrand auf dem Tisch. Es folgt ein kulinarisches Feuerwerk. Kurzum, besser könnte ein Törn durch die Inselwelt der Kykladen nicht beginnen.

Gestartet waren wir am Vormittag in Lavrio, südöstlich von Athen, nur 30 Kilometer vom Flughafen entfernt. Hier ist in einer großen Halle unser Charterboot von "RIB Cruises" eingelagert. Die Firma gehört Takis Marinos, der seit rund 10 Jahren in diesem Geschäft tätig ist. Seit 2013 mit seinem eigenen Unternehmen, das sich überwiegend mit der Vermietung der in Griechenland besonders beliebten großen Festrumpfschlauchboote beschäftigt. Momentan sind rund 80 Boote von gut vier bis 15 Meter Länge im Angebot – manche sogar mit Kabine – die ab Athen oder unterschiedlichen Inseln verfügbar sind. 

Grundsätzlich liefert die Firma Boote an jeden Ort des Landes und holt sie nach der Mietzeit wieder ab. Wem der passende Führerschein fehlt, der muss auf das Vergnügen keineswegs verzichten. Dann können Skipper gebucht werden. Bei einigen Booten, wie unserer Technohull 999 SeaDNA, ist das grundsätzlich erforderlich. Ausnahmen sind bei entsprechendem Erfahrungsnachweis jedoch möglich.

Schnell haben wir unser Gepäck verladen und hängen am Haken eines großen Pickups, der uns zur Rampe in die Bucht fährt. Und schon geht’s los. Das effizienteste Tempo für die von zwei kräftigen Yamaha F300 angetriebene Technohull ist zügig ermittelt: Es liegt bei sportlichen 32 Knoten, wobei die Motoren mit 3300 Touren im moderaten Bereich arbeiten und sich insgesamt stündlich 58 Liter genehmigen. Das hört sich nach viel an, ist aber auch nicht mehr als 12 Liter pro Stunde bei knapp sieben Knoten Fahrt mit einem Verdränger. Man ist nur wesentlich schneller am Ziel.

Touristenhochburgen wie Naxos, Mykonos oder Santorin überlassen wir diesmal anderen. Wir wollen die abgeschiedene Welt der Kykladen mit weniger bekannten kleinen Inseln wie Iraklia oder Pano Koufonisi erkunden.

Aber auch belebtere Ziele wie Paros oder Milos sind dabei. Weil eine schöne Badebucht zum Zwischenstopp lockt, steuern wir nach 20 Seemeilen die Südostspitze der Insel Kea an. Hier gibt es einen Vorgeschmack, was die Woche so an Highlights bereithalten wird.

Wir sind allein in der lauschigen Bucht und laufen mit dem Bug auf den Sandstrand auf. Besser geht es nicht. Auf der Weiterfahrt zu unserem ersten Ziel, der Stadt Naoussa auf Paros, schauen wir auch an der Wasserski- und Wakeboard-Schule "Natural High" am Paros Parc vorbei. Die Schule liegt in einem beliebten, geschützten Teil im Nordzipfel der Bucht von Noussa. Nach rund 70 Seemeilen machen wir dann im Hafen fest.

Nach dem bereits erwähnten Gelage ändern wir kurzerhand unseren Plan, noch nach Antiparos zu fahren. Die Atmosphäre gefällt uns, und wir quartieren uns spontan im Hotel Madaki, direkt am Hafen, ein. In Griechenland sollte man flexibel sein, das zeigt schon dieser erste Törntag. Auf den Inseln ticken die Uhren eben anders!

Der feuchtfröhliche Samstagabend klingt dann bei Cocktails im angesagten "Art Café Fotis", direkt am Hafen in der Altstadt aus. Wir sind uns sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag.

Am nächsten Vormittag geht es weiter nach Antiparos. Keine halbe Stunde, dann legen wir nach nur 13 Seemeilen im Naturhafen des gleichnamigen Inseldorfes an. Christos von unserem Hotel Kouros Village wartet schon auf uns. Ein paar Minuten später sind wir auf der anderen Hafenseite in unserem hübschen Domizil angekommen und werden freundlich von seiner Frau Iliada begrüßt. Ihre Eltern gründeten die Anlage, die heute von der Tochter geführt wird. Geplant ist die Installation von Schwimmstegen vor dem Hotel.

In der kommenden Saison (2018) können Gäste dann vielleicht schon direkt vor dem Zimmer in das RIB ihrer Wahl steigen, egal ob nur eine Tagestour ansteht oder das Boot für eine längere Zeit gemietet wurde. Uns erwarten großzügige und stilsicher dekorierte Räume. Der einladende Pool und unser Schlauchboot müssen allerdings noch warten, denn frischer Wind und dunkle Wolken bescheren uns einen nicht geplanten Nachmittag an Land. 

Den kompletten Reisebericht über die Kykladen, sowie weitere Teile des Mittelmeer-Spezials lesen Sie in der Dezember-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 15. November am Kiosk gibt. Für Abonnenten natürlich schon eher! 

Titel_Dezember_2017

Dieter Wanke am 07.11.2017
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