Insel Žut Insel Žut

Spezial: Žut / Kroatien

Rund Žut

Bodo Müller am 09.11.2017

Traumhaft: Es gibt sie noch, die gebührenfreien Kornaten. Žut gehört zwar zum Archipel, nicht aber zum Nationalpark. Acht Törntipps

Fotostrecke: Žut / Kroatien

Die Inselwelt der Kornaten gilt als eines der schönsten Reiseziele an der dalmatinischen Küste. Der größte Teil des Archipels gehört seit 1980 zum Nationalpark Kornati und das Befahren ist gebührenpflichtig. Zahlte im Jahre 2002 eine zweiköpfige Crew auf einem 11-Meter-Boot in der Hochsaison für ein Tagesticket im Park noch 100 Kuna (etwa 13 Euro), so sind es heute schon 900 Kuna (122 Euro).

Für diese saftige Preissteigerung von 900 Prozent gibt es so gut wie keine Gegenleistung. Das Geld versickert wie eh und je in der Nationalparkverwaltung und Ministerialbürokratie.

Wer die Kornaten liebt, aber den Gebührenwucher nicht mitmachen will, hat eine Alternative: Die Insel Žut. Sie ist die zweitgrößte Insel des Archipels, gehört aber selbst nicht zum Gebiet des Nationalparks und darf daher gebührenfrei angelaufen werden. Rund um Žut gibt es genügend Reiseziele für einen einwöchigen Törn, wo man die gesparte Nationalparkgebühr sinnvoller in einer Konoba kulinarisch anlegen kann.

Die Insel Žut hat einen ausgeprägten mediterranen Charme. Auf dem karstigen Eiland gedeihen Oliven, Feigen und Weinreben. Ständig bewohnte Siedlungen gibt es nicht. Die Fischer, Viehzüchter und Bauern von der Insel Murter halten sich überwiegend in den Sommermonaten in ihren Einsiedeleien auf.

Die Entfernungen zwischen den Spots sind kurz. Es bleibt viel Zeit zum Baden im glasklaren Wasser und zum Genießen der einzigartigen Landschaft oder der Spezialitäten in den Konobas. Wir beginnen unseren Törn in der ACI Marina Žut und runden dann einmal die Insel im Uhrzeigersinn.

ACI Marina Žut 

Mit nur 135 Liegeplätzen zählt Žut zu den kleinsten Marinas des ACI-Verbundes. Der Hafen hat eine sehr schöne Lage am Westufer der Luka Žut. Bei Nordost-Winden (Bora) sollte man vorzugsweise im nördlichen Teil der Marina anlegen, bei Südostwinden (Jugo) besser im südlichen Teil. Es gibt sanitäre Anlagen, Waschmaschinen, Mini-Markt, Restaurant und neuerdings sogar einen Geldautomaten. Wegen der Insellage sind Wasser (nur von 8–10 Uhr) und Strom (8–12 und 18–24 Uhr) rationiert.

In der Hauptsaison zahlt man für ein 11-Meter-Boot 70 Euro pro Nacht. An einer der 15 Muringbojen kostet es etwa die Hälfte. Damit zählt Žut zu den teuren Marinas der ACI-Kette, was aber aufgrund der Insellage verständlich ist. Bei unserem Besuch im September, als die Marina nur noch zu einem Drittel belegt war, fanden wir die Sauberkeit der Sanitäranlagen grenzwertig. Tel. 022-786 02 78. www.aci-marinas.com

Fischerhaus "Sandra" 

Gleich südlich an die ACI Marina schließt sich der Steg des Fischerhauses "Sandra" an. Die Schwimmsteganlage wurde 2017 auf die doppelte Länge erweitert, ein zusätzliches "L" schützt vor Wellen bei Bora. Zwölf Boote können an der Nordseite des Steges an Murings festmachen, weitere drei Boote längsseits an der Innenseite des Steges. Gäste des Lokals liegen gratis, inklusive Strom. Wasser (sofern vorhanden) muss bezahlt werden. In der Konoba des Profi-Fischers Damir Božikov gibt es stets fangfrischen Fisch in sehr guter Zubereitung. Tel. 098-923 50 33, e-Mail: sandra.konoba@gmail.com. Zwischen den Anlegern von "Sandra" und "Fešta" (siehe unten) wird während der Saison ein kleiner Supermarkt betrieben.

Den kompletten Reisebericht über die Insel Žut, sowie weitere Teile des Mittelmeer-Spezials lesen Sie in der Dezember-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 15. November am Kiosk gibt.

Titel_Dezember_2017

Bodo Müller am 09.11.2017
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