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Reise: Finnland / Estland

Soumen Lahti

Christian Tiedt am 18.03.2017

Schären und stolze Städte: Über den Finnischen Meerbusen führt die zweite Hälfte unseres Ostseetörns nach Tallinn und Helsinki

Leerer Horizont vor unserem Bug:

Die weißen Buchstaben auf der stählernen Bordwand des Eisbrechers sind meterhoch. "Sisu" steht dort.  Der Begriff bezeichnet eine Charaktereigenschaft, die für die Finnen zu ihrem Selbstverständnis gehört und für die kein einzelnes deutsches Wort als Übersetzung ausreicht.

Denn Sisu paart Beharrlichkeit und zähe Ausdauer mit urwüchsiger Kraft. Der perfekte Name also für so ein Schiff, zumal wenn es eines der stärksten der Welt ist.
Im Winter, wenn das Meereis an den Enden der Ostsee Einzug hält und sich die Bottenwiek und die flachen Schärenküsten Finnlands in eine gefrorene Welt verwandeln, sind "Sisu" und Konsorten die einzigen Wegbereiter für die Schifffahrt.

Doch jetzt im Hochsommer schlummern sie an schweren Trossen an der Pier der Halbinsel Katajanokka, mitten im Zentrum ihres Heimathafens Helsinki. In langsamer Fahrt rundet die "Rolling Swiss II" die weit ausladenden Hecks der vier Giganten. Auch für uns ist der Sommer zwar noch lange nicht vorbei, ein Gefühl von Abschied herrscht dennoch an Bord: Denn der zweiwöchige Törn, der in Turku begann, wird in der finnischen Hauptstadt in Kürze seinen Abschluss finden.

Während wir in der ersten Hälfte die faszinierende Schärenlandschaft zwischen Turku und Hanko erkundeten (siehe BOOTE 2/2017), stand der Finnische Meerbusen auf dem Programm der zweiten Hälfte – und die hatte so begonnen, wie sie nun endet: mit der Ansteuerung einer Ostseemetropole.

Denn sechs Tage vorher heißt das Ziel des Tages Tallinn. Das Wetter spielt mit: der lebhafte Nordwest, der uns spätestens seit Hanko begleitet, im Schutz der Schären jedoch kaum ärgern konnte, legt zum richtigen Zeitpunkt eine Ruhepause ein.

Nur zwei Beaufort sind heute angesagt. Bei mitlaufender See und leicht bedecktem Himmel können wir uns über beste Bedingungen für die rund vierzig Seemeilen freuen, die uns auf ESE-Kurs noch von der estnischen Hauptstadt trennen.

Gestartet sind wir am Morgen auf Jussarö, einem felsigen Außenposten des Schärengartens von Ekenäs. Der Förderturm der stillgelegten Eisenerzmine, ein Klotz im dichten Wald der kleinen Insel, verschwand langsam im Kielwasser.

Den kompletten Reisebericht finden Sie in der aktuellen BOOTE-Ausgabe, die es ab dem 22.3.2017 im Handel gibt.

Christian Tiedt am 18.03.2017
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