Glastron 205 GTS

03.05.2013 Sebastian Gollasch - Dieser Bowrider ist für jedem Spaß zu haben – selbst echte „Freudensprünge“ sind mit der neuen Glastron 205 GTS bei richtiger Motorwahl garantiert.

Zum Abheben: die neue Glastron 205 GTS.
© Morten Strauch
Zum Abheben: die neue Glastron 205 GTS.

Unser Testboot gehört zur Kategorie Bowrider. Spaß auf dem Wasser steht bei diesen Booten ganz oben
auf der Aktivitätenliste. Zugelassen sind Crews mit sieben Personen, sprich Familien und Freunde haben ausreichend Platz an Bord des Gleiters. Für Wakeboard-Fahrer gibt es einen Tower auf der Aufpreis- Liste, eine Wasserskizugöse ist serienmäßig montiert. Untergebracht werden die Ski unter dem Cockpitboden, in einem langen, schmalen Staukasten. Weitere Staumöglichkeiten gibt es an Bord der GTS unter den Sitzpolstern im Bug und Heck.

Unter Letzterem befindet sich auch der Hauptschalter für die Batterie. Gehaltert wird der 88-Ah-Energiespeicher mittels Gurt im Heck neben dem Motor. Zugang erhält man über den Motordeckel, der gleichzeitig auch Sonnenliege (2,00 m x 0,90 m) ist, und den man mithilfe von zwei Gasdruckdämpfern öffnet. Eine Feuerlöschanlage suchten wir vergebens, am Durchgang von der Badeplattform ins Cockpit ist lediglich ein "Feuerlösch-Port" installiert. Die Hecksitzbank besitzt auf der Backbordseite ein ausziehbares Polster, wodurch sich die Sitzbank hinter dem Beifahrersitz erweitern lässt.

Im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Sportbooten, die ab der 6-m- Klasse breiter sind als die sondergenehmigungsfreien 2,55 m, ist die GTS 205 mit ihren 2,44 m schmal gehalten. Auch das Leergewicht von 1260 kg macht die Glastron für den Straßentransport attraktiv. Achtung: Bei diesem Gewicht muss man aber noch einiges an Ausrüstung und Kraftstoff hinzurechnen. Trailerkapitäne schauen sich daher nach einem Anhän- ger um, der eine Mindestzuladung von 1400 kg hat. In Frage kommt ein Trailer der 1800 kg-Klasse.

Die wählbare Motorisierung deckt Leistungen zwischen 200 PS und 300 PS. Dabei kann man sich zwischen einem Volvo- Penta- oder Mercury-MerCruiser-Benzin-Innenborder entscheiden. Angetrie-
ben wird unser Testboot von einem Mercury 5,0 MPI V8 Small Block. Die Leistung gibt der Hersteller mit 194 kW (260 PS) an. Der Propeller ist abzustimmen auf den Volllast-Drehzahlbereich zwischen 4600/min und 5000/min; bei der von uns erreichten Höchstgeschwindigkeit von 84,3 km/h zeigte der Drehzahlmesser 5100/min. Somit ist der 3-x-14 1/4"-x-21"-Propeller für unsere Testbeladung, bestehend aus 80 l Kraftstoff und zwei Personen, eine Nummer zu klein.

Im Hafen lässt sich die Glastron gut bewegen. Wendekreise vorwärts von 1 Bootslänge über Steuerbord und 1 1/4 Bootslängen über Backbord sowie rückwärts auf der Stelle unterstreichen diese Aussage. Einzig das Umsteuern bei rückwärts eingekuppeltem Getriebe dauert etwas länger, sprich 6 s von Steuerbord nach Backbord und 8 s wieder zurück. Der Übergang von Vertränger- in Gleitfahrt beginnt bei 2000/min durch Anheben des Bugs. Abgeschlossen ist der Vorgang bei 2800/min; in der gesamten Zeit  ist die Voraussicht nur kurz verdeckt. Hat der Skipper beim Beschleunigen aus dem Stand vergessen, den Antrieb an den Spiegel zu trimmen, dauert der Übergang länger, und die Sicht wird längere Zeit vom Bug verdeckt.

Als wirtschaftlichste Geschwindigkeit errechneten sich 42 km/h oder 3000/min. Kombiniert man Geschwindigkeit mit Drehzahl und Tankinhalt, ergibt das die Reichweite. Die maximale Reichweite bei Kanalgeschwindigkeit (10 km/h) beträgt 74 sm, bis die Reserve von 15 % angebrochen wird. Ist man mit den wirtschaftlichen 3000/min unterwegs, laufen 1,19 l/sm durch die Kraftstoffleitung. So errechnet sich mit dem 121-l-Kraftstoff-Einbautank minus Reserve eine Reichweite von 86 sm. Ein Wert, der unter unserer 100-sm-Mindestanforderung für Boote dieser Klasse liegt. Logischerweise ist die zurücklegbare Strecke mit Höchstgeschwindigkeit deutlich geringer. Im Fall der Glaston GTS 205 liegt sie bei 58 sm.

Am Steuerstand wird der Fahrer mittels vier Rundinstrumenten über den Zustand (Drehzahl, Spannung, Geschwindigkeit per Staudruck, Motortemperatur, Öldruck, Tiefe und Trimm) des Bootes informiert. Bekannt sind uns die gut ablesbaren Analoganzeigen schon aus der Glastron GT 160. Gleiches gilt für das verstellbare und griffige Sportlenkrad. Beim schnellen Fahren von Slalomkursen oder Verreißen des Steuers schaukelt der Rumpf leicht, aber ungefährlich über die Längsachse. Die 180°-Wende kann man auch mit an den Spiegel getrimmtem Antrieb nicht mit vollem Lenkanschlag fahren, da der Propeller in dieser Situation zu ventilieren beginnt. Damit er wieder kraftschlüssig wird, muss man neu anfahren. Ähnlich sieht es bei immer enger werdenden Kreisen aus. Hier bremst sich der Rumpf langsam, ohne Schaukeln und Haken, ab, bis der Propeller Luft schnappt.

Fazit: Die Glastron GTS 205 hält, was  ihr sportliches Outfit verspricht. Hinsichtlich ihrer Fahreigenschaften ist sie sicher zu handhaben. Standardmäßig ist das Boot jedoch nur mager ausgerüstet, hier kommt man um Kreuze auf der Sonderausstattungsliste nicht herum.

Datenblatt: 205 GTS

Werft: Glastron
Typbezeichnung: 205 GTS
CE-Kategorie: C - Küstennahe Gewässer
Material von Rumpf und Deck: Kunststoff
Länge (m): 6,25 m
Breite (m): 2,44 m
Verdrängung (kg): 1,26 t
Preis: 38.694,00 €
Testfazit:
Positiv:
Negativ:

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