Jetten Bommelaer 47 Sedan

01.12.2012 Ralf Marquard - Bommelaer 47 Sedan: Linien und Bauweise dieses niederländischen Stahlverdrängers erinnern an Vorbilder aus der Berufsschifffahrt – kein Zufall!

Jetten Bommelaer 47 Sedan
© Morten Strauch
Jetten Bommelaer 47 Sedan

Klassische Formen finden im Schiffbau immer wieder Anwendung. So auch bei unserem Testboot, der Bommelaer 47 Sedan. Besonders markant ist der gerade Steven, mit dem Berufsschiffe schon früher fuhren. Traditionelle Linien bedeuten aber keinesfalls, dass man an Komfort und Technik gespart hat: Unser Testboot zeigt im Salon eine großzügige Aufteilung und bequeme Ausstattung mit L-Sitzbank, frei stehendem Tisch, versenkbarem Flachbildschirm und Dachluk von Webasto. Außerdem steht dort die praktisch und großzügig ausgerüstete Pantry. Eine Lösung, die die Nähe zum Smutje garantiert und damit die Kommunikation fördert.

Weiter vorn und eine Etage tiefer liegt an Backbord eine Kabine mit zwei Einzelbetten oder – wie in unserer Testversion – mit einem Einzelbett und Schreibtisch. Direkt im Bug befindet sich die Doppelkoje mit weichen Polstern und Lattenrost darunter. Die Lüftung der Bugkabine übernehmen vier Bullaugen und ein Fluchtluk. Staumöglichkeiten bietet die normal große Kabine passend, im Niedergangsbereich sind zusätzlich zwei Schränke eingebaut, einer davon mit integriertem Gefrierfach.

Wie häufig üblich bei dieser Bootsgröße, findet man die Nasszellen in einen Duschraum und WC-Raum getrennt. Beides lässt sich sowohl vom Flur als auch von der Bugkabine aus betreten. Die Türanordnung ist teilweise nicht optimal, da beispielsweise Erwachsene beim Betreten der Dusche vom Flur aus erstmal die Tür zur Bugkabine etwas öffnen müssen, um ungehindert zur Dusche zu gelangen.

Im Duschraum installiert die Werft eine Sitzbank, Trennwand und Waschbecken. Letzteres findet man ebenfalls im WC-Raum an Steuerbord. Beide Räumlichkeiten haben Deckenlüfter und Bullaugen für die Be- und Entlüftung. Einen großen Frischluftbereich bietet die Bommelaer nicht nur im Cockpit, sondern auch auf dem Vordeck. Hier installiert die Werft eine Doppelsitzbank mit bequemen Polstern vor dem Kajütdach.

Den Cockpitbereich rüstet Jetten mit einer komfortablen U-Sitzecke und großem, frei stehendem Holztisch aus. Das aufgebaute Cabrioverdeck wandelt das Cockpit in ein zweites Wohnzimmer. Wer ins „Freibad“ möchte, klettert über die verlängerte Badeleiter vom Achterdeck auf die Plattform.

Wie bei Sedan-Versionen üblich, bringt auch Jetten den Fahrstand im Salon unter. Dort sitzen Fahrer und Beifahrer auf einer gut gepolsterten Doppelbank, als Fußstütze dient ein Rohrbügel. Nimmt der Fahrer direkt vor dem Steuerrad Platz, liegt die breite Fensterstrebe genau in seinem Blickfeld. Bessere Sicht durch die leicht grün getönten Thermoscheiben hat der Skipper, wenn er sich seitlich versetzt nach Steuerbord begibt. So positioniert hat er außerdem die leichtgängige und exakt arbeitende Morse-Schaltung günstig im Griffbereich.

Wie bei Sedan-Versionen üblich, bringt auch Jetten den Fahrstand im Salon unter. Dort sitzen Fahrer und Beifahrer auf einer gut gepolsterten Doppelbank, als Fußstütze dient ein Rohrbügel. Nimmt der Fahrer direkt vor dem Steuerrad Platz, liegt die breite Fensterstrebe genau in seinem Blickfeld. Bessere Sicht durch die leicht grün getönten Thermoscheiben hat der Skipper, wenn er sich seitlich versetzt nach Steuerbord begibt. So positioniert hat er außerdem die leichtgängige und exakt arbeitende Morse-Schaltung günstig im Griffbereich. 

Über die Betriebszustände von Motor und Boot informieren zwei Monitoren, die über Tastatur und Mauskugel oder übers iPad gesteuert werden. Möglich macht dies ein Bus-System. Beim Blick nach achtern und in den Motorenraum helfen Videokameras. Beim Antrieb verlässt sich die Werft auf Vetus-Deutz-Einbaumotor und Wendegetriebe. Lässt man den Sechszylinder mit Standgas (etwa 750/min) drehen, fährt die Bommelaer mit gut 3,5 kn durchs Wasser. Als Marschfahrt empfiehlt die Werft 1600/min mit gut 7 kn.

Die Berechnung der Reichweite von fast 1000 sm mit einer Tankfüllung abzüglich 15 % Reserve zeigt, dass die Werft die Reisegeschwindigkeit richtig einschätzt. Um etwa das Dreifache erhöht sich der Verbrauch (3,76 l/km) bei Vollgas (2500/min) mit gut 9 kn. Dementsprechend reduziert sich die Reichweite auf magere 328 sm. Gut: Maximal steigt der Geräuschpegel auf 71 dB/A.

Über den gesamten Drehzahlbereich läuft das Boot stur geradeaus. Wer auf langen Touren nicht lenken möchte, überlässt dies der Selbststeueranlage und übernimmt nur den Ausguck. Im Hafen muss der Fahrer das Ruder wieder selbst bedienen, um die Bommelaer anzulegen. Dabei helfen ihm Bug- und Heckstrahlruder (Aufpreis). Nur mit dem normalen Ruder gefahren, betragen die Wendekreise etwa 1 1/2 Bootslängen vorwärts und um die drei Bootslängen rückwärts eingekuppelt. Umsteuern in Rückwärtsfahrt ist nur mit einem Abfangen (Gasstoß auf „voraus“) möglich.

In voller Fahrt und bei Ruder-Volleinschlag legt sich der Rumpf etwas auf die Kurvenaußenseite und schwingt locker in die eigene Welle ein. Wie sich das Boot im Rauwasser verhält, können wir aufgrund fehlender Wellen nicht beurteilen. Konstruktion und Bullaugenausführung (mit Schotts) weisen darauf hin, dass die Bommelaer für größere Fahrt gedacht ist, was die Einstufung in die CE-Kategorie A (Hochsee) bestätigt.

Um auf solchen Revieren die technische Sicherheit zu gewährleisten, installiert die Werft beispielsweise doppelte See- und Dieselfilter sowie eine Unterdruckuhr, die anzeigt, wann die Spritfilter verstopft sind. Zur weiteren Sicherheitsausrüstung gehören Löschanlage im Motorraum, ein Handfeuerlöscher, Motorraumge-bläse und eine Vielzahl von elektrischen und manuellen Lenzpumpen.

Damit man sich auf dem Boot sicher bewegt, versieht Jetten die Trittflächen mit Stabdeck oder Antislipstrukturen und bringt eine solide Reling auf hohem Süll an.
Stabil sind auch vier Klampen, vier Poller und die dicke Wieling. Bis auf wenige Ausnahmen hinterlassen die Bootsbauer aus Sneek bei der Stahl-, Lackier- und Inneneinrichtung sowie bei den Installationen einen positiven Eindruck.

Fazit: Die Bommelaer 47 ist ein solides Boot, das durch die mäßige Durchfahrtshöhe prob-lemlos auf Kanälen fährt, sich jedoch genauso gut für die große Fahrt eignet, was die Reichweite von etwa 1000 sm in Marschfahrt unterstreicht.

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