Sunseeker Manhattan 63

04.11.2012 Ralf Marquard - Sunseeker Manhatten 63: eine Flybridge-Yacht mit Raffinesse und Sportgeist. Wir fuhren die edle Engländerin auf der Elbe.

Sunseeker Manhattan 63
© Sunseeker
Sunseeker Manhattan 63

Damit Großwerften wie Sunseeker ihren Kunden immer das richtige Produkt bieten können, haben sie drei Bootslinien im Programm. Die sportlichen Portofino 40 bis zur Predator 130, die Megayachten bis 155 Fuß und die Flybridge-Serie von 53 bis 73 Fuß. Wir fuhren die Manhattan 63, die genau in der Mitte der Flybridge-Serie liegt.

Gefertigt wird sie wie ihre „Geschwister“ im englischen Pool (siehe dazu auch BOOTE 7/2003). Dass die dortigen Bootsbauer ihr Handwerk verstehen, zeigt sich nicht nur auf den ersten Blick, sondern ebenfalls hinter den Kulissen, sprich im Innenbereich. Das Laminat im Motorraum schützt beispielsweise ein lückenloser Schutzanstrich, an dem es keine Laminatspitzen oder schlecht getränkte Rowingmatten gibt. Bis auf das unstimmige Spaltmaß einer Pantry-Schublade, fallen die Einbauten und Polsterarbeiten auf dem gesamten Boot erstklassig aus.

Test Sunseeker Manhatten 63
© Werft
Test Sunseeker Manhatten 63

Zum Fahren stehen üblicherweise zwei Fahrstände zur Verfügung. An unserem grauen und windigen Testtag auf der Elbe vor Wedel wählten wir die geschützte Abteilung unter Deck im Salon. Hier findet der Fahrer einen in allen Richtungen elektrisch verstellbaren, hochwertigen Pilotensitz. Gleichen Komfort plus einen soliden Haltegriff genießt der Beifahrer. Das Armaturenbrett gestaltet Sunseeker klar gegliedert und gut ablesbar. Steuerung und doppelte Einhebelschaltung sind gut positioniert und lassen sich leichtgängig und exakt bedienen. Der Blick durch die geteilte Windschutzscheibe wird nicht getrübt. Diesen garantieren ungetöntes Glas, geringe Spiegelungen (dunkler Fahrstand), stabile Scheibenwischer mit Waschanlage und Defrosterdüsen.

Positiv für die Voraussicht: Der Bug steigt in der Beschleunigungsphase von Verdränger- in Gleitfahrt mit heruntergefahrenen Trimmklappen nur gering an.Mit zunehmender Geschwindigkeit fährt man die Klappen immer weiter hoch und kann sie bei Vollgas komplett nach oben fahren. Um 14 kn erzeugt die Sunseeker eine kräftige Hecksee, die sich ab 18 kn, der kleinsten Cruising-Geschwindigkeit, wieder beruhigt. 

Der gesamte Fahrbericht steht in der aktuellen BOOTE 8/2012Die Reichweite liegt dann bei knapp 200 sm plus 15 % Reserve, was für diesen Bootstyp nicht üppig ausfällt. Mit voller Fahrt bei etwa 31 kn errechnet sich für das 2400-PS-Gespann noch eine Reichweite von gut 160 sm. Positiv ist dabei die maximale Lautstärke von nicht mehr als 75 dB/A. Völlig entspannt verläuft auch die schnelle, enge Kurvenfahrt auf der Elbe. Obwohl der Wind (4 Beaufort) gegen den Strom blies und eine kurze Kabbelsee aufwühlte, zeigte sich der Sunseeker-Rumpf völlig unbeeindruckt: nur geringes Stampfen und keinerlei Spritzwasser bis auf die Scheiben. Manko: In den Kurven legte sich das Boot so kräftig auf die Seite, dass der Blick nach Backbord auf dem unteren Fahrstand nur noch eingeschränkt möglich war.

Im Hafen überzeugt die Wendigkeit mit zwei entgegengesetzt eingekuppelten Getrieben und der Einsatz von Bug- sowie Heckstrahlruder. Um in der Marina nicht zu schnell zu fahren (beide Getriebe eingekuppelt mit Standgas über 5,3 kn), hilft nur dauerndes Ein- und Auskuppeln oder die Gangart mit nur einem Motor (etwa
3,5 kn). Fällt auf See ein Motor aus, lässt sich die Sunseeker immerhin noch mit maximal 11,5 kn weiterfahren, um das Ziel sicher zu erreichen.

Damit dieser Zustand möglichst nicht eintritt, installiert die Werft je Motor zwei Dieselfilter, die mit elektronischem Wasseralarm ausgerüstet sind. Für weitere Betriebssicherheit sorgen Handfeuerlöscher, Feuerlöschanlage im Motorraum, reichlich automatische Bilgenpumpen und eine leistungsstarke Flutpumpe sowie Wasseralarm. Cockpit und Seitendeck lenzen nach außenbords. Bewegungssicherheit geben wirksame Antislipstrukturen, solide Handläufe und die Reling mit Unterzug.

Damit der Weg auf die Fly kein Balanceakt wird, installiert Sunseeker eine Außentreppe mit rutschsicheren Stufen und Handlauf. Auf dem oberen Open-Air-Bereich findet die Fahrgemeinschaft reichlich bequeme Sitz- und Liegemöglichkeiten sowie den zweiten Fahrstand. Bei Letzterem sitzt man auf Stühlen, die ordentlich Seitenhalt geben. Schaltung und Steuerrad positioniert die Werft griffgünstig; beides lässt sich wie unten leichtgängig und exakt bedienen. Die Tochterins-trumente auf der Fly liest der Fahrer uneingeschränkt ab, vor Fahrtwind schützt ein nach vorn schräger Plexiglas-Windabweiser. Einziges Manko: Den Blick nach achtern schränkt die lang nach hinten gezogene Fly selbst ein. Hier ist eine Heckkamera sinnvoll.

Eine Etage tiefer im Cockpit gibt es eine Heckbank und praktische Tische zum Ausklappen. Für den einfachen Zugang auf die Badeplattform installiert Sunseeker zwei große Hecktüren. Badelustige steigen über eine vom Wasser aus gut zu bedienende Vier-Stufen-Niroleiter kinderleicht ins und aus dem kühlen Nass. Wer sich nach dem Baden kurz abduschen möchte, erledigt das an einer Heckdusche mit Warm- und Kaltwasser. Das Relaxen in der Sonne ermöglichen die Flächen auf der Flybridge oder (gegen Aufpreis) eine Bugsonnenliege.

Unter Deck schlafen die Passagiere auf Matratzen mit Gitternetzunterlage. Dass der Eigner dabei den edelsten und größten Raum plus riesengroßem Badezimmer im hinteren Bootsbereich bekommt, versteht sich von selbst. Seine VIP-Gäste genießen die Bugkabine mit separater Nasszelle. Zwei weitere Kabinen für Gäste und Kinder bietet die Sunseeker in der Mitte und eine Crew-Kabine im Heck.

Für das Wohlfühlen im Salonbereich sorgen edles Design und viel Licht. Hier bringt Sunseeker nicht nur Sofa- und Essecke unter, sondern auch den Smutje, der so mitten im Geschehen steht. Zu seiner Ausrüstung gehören 3-Platten-Kocher, Mikrowelle-Ofen-Kombination, Spülmaschine, tiefes Spülbecken, Kühl-/Gefrierschrank, Dunstabzugshaube, passende Arbeitsfläche, Ablagen und Staumöglichkeiten. Das Beiboot verstaut man auf der absenkbaren Badeplattform.

Wer die beiden Dieselmotoren sucht, findet sie in einem ausreichend hohen Raum unter dem Cockpitboden. Hier ist alles sauber verlegt und installiert. Gleiche Sorgfalt zeigen die Befestigungspunkte der zehn soliden Klampen und Winschen, mit denen man das Boot sicher festmacht.

Fazit: Die Sunseeker Manhattan 63 ist eine moderne Flybridge-Yacht mit guten Fahreigenschaften und sauberer Verarbeitung.
              

Datenblatt: Sunseeker Manhattan 63

Werft: Sunseeker
Typbezeichnung: Sunseeker Manhattan 63
CE-Kategorie: A - Hochsee
Material von Rumpf und Deck: Kunststoff
Länge (m): 21,07 m
Breite (m): 5,08 m
Verdrängung (kg): 36,00 t
Preis: 1.909.950,00 €
Testfazit: Fazit: Die Sunseeker Manhattan 63 ist eine moderne Flybridge-Yacht mit guten Fahreigenschaften und sauberer Verarbeitung.
Positiv:
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