Analog-TV: Das Aus kommt Anfang Mai

23.01.2012 Ralf Marquard - Am 1. Mai 2012 wird das analoge Fernsehen abgeschaltet. Wir sagen, worauf Sie achten müssen, damit der Bildschirm an Bord dann nicht schwarz bleibt.

DVB-T-Empfang am Beispiel Waren/Müritz: Im Hafen mit herkömmlicher Bordantenne praktisch unmöglich.
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DVB-T-Empfang am Beispiel Waren/Müritz: Im Hafen mit herkömmlicher Bordantenne praktisch unmöglich.

Ab dem 1. Mai 2012 bleiben die Bildschirme analog gespeister Fernseher, wozu die meisten Bord-TVs gehören dürften, schwarz. Grund ist die komplette Umstellung des Satelliten-Empfanges auf Digitaltechnik. Was bedeutet das für uns Bootsleute? Wer ab dem genannten Datum noch Satelliten-Fernsehen schauen möchte, muss seine Antennen und Receiver genauso austauschen wie bei der normalen Hausanlage auch.

Dazu gehören der Signal-Umwandler, das sogenannte LNB (Low Noise Block) am Parabolspiegel und der Receiver, der die Signale vom LNB in Video-Signale umwandelt. Bei einfachen Anlagen mit feststehenden Parabolschüsseln liegen die Kosten um die 100 Euro. Diese einfachen Anlagen haben jedoch den großen Nachteil, dass sie, beispielsweise an der Reling befestigt, nicht funktionieren, weil sich unsere Boote immer bewegen, jedoch eine genaue Ausrichtung benötigt wird, um ein Signal zu empfangen.

Den Spiegel mit einem speziellen Fuß auf den Schwimm-Steg zu stellen, hat meist auch nur wenig Sinn, denn auch in diesem Fall ist für einen sauberen Empfang zu viel Bewegung an der Antenne. Haben früher die Fernseher bei geringen Bewegungen teilweise noch ein verschneites Bild gezeigt, sieht man bei Digitalanlagen und schlechtem Empfang nur ein Standbild aus zusammengesetzten „Bildklötzchen“ oder den Hinweis: „Kein oder fehlerhaftes Signal“.

Digitalanlagen müssen also noch genauer ausgerichtet sein als ihre alten Analog-Kollegen. Ergo, wer keinen festen Stand (beispielsweise fester Steg oder Grünstreifen) am Liegeplatz für die Sat-Schüssel hat, kann die einfache Anlage vergessen.

Lösung: selbstnachrichtende Satellitenantennen. Für die genaue Ausrichtung dieser Antennen auf den Satelliten sorgen Stellmotoren, Zahnriemen und Gewindestange, was sogar Fernsehen während der Fahrt zulässt. (siehe dazu Praxistest in BOOTE 6/10). Nachteil: Diese Anlagen können um die 5000 Euro kosten. Etwas günstigere Antennen in diesem Bereich sind die Hafen- beziehungsweise Ankerplatzanlagen. Sie führen nicht ganz so schnell nach wie die teuren Versionen.

Wer mit seinem Boot nur in Deutschland liegt, hat noch eine weitere Empfangsmöglichkeit, um einheimische Programme zu schauen, das DVB-T-Fernsehen (Digital Video Broadcasting – Terrestrial). Auch dieses Digitalfernsehen hat die alte analoge Übertragungstechnik mit den Gitterantennen auf dem Dach abgelöst. Im Juni 2009 wurde der letzte terrestrische Analogsender abgeschaltet.

Das neue Fernsehen wird auch als „Überallfernsehen“ bezeichnet. Ein Ausdruck, der Mut auf einen unbeschwerten Empfang macht. Hier werden jedoch besonders Skipper auf Revieren an der Mecklenburgischen Seenplatte und einige Ostseemarinas enttäuscht. In manchen Gebieten ist selbst mit einer Dachantenne kein Empfang möglich. Häufig funktioniert das DVB-T-Fernsehen nur in Ballungsräumen wirklich sicher.

Informationen, wie gut die geplante Urlaubsregion oder der Dauerliegeplatz mit digitalem terrestrischem Fernsehen versorgt ist, bekommt man im Internet (www.ueberallfersehen.de) auf einer zoombaren Deutschland-Karte.

Wer am Liegeplatz keinen Empfang hat, fragt sich selbstverständlich zu Recht, wofür er seine Rundfunkgebühren zahlt. Als Tipp können wir hier nur geben:  Fernseher von Bord verbannen, das Bücherregal auffüllen, aktuelle Zeitungen und Zeitschriften lesen oder – wer hat – das mobile Internet  (UMTS, GPRS) für wichtige Informationen nutzen.

Fazit: Fernsehen an Bord ist auf einigen Revieren mit einfachen Mitteln nicht möglich, es sei denn, man hat die Chance, eine herkömmliche Satelliten-Schüssel auf festem Untergrund zu platzieren. Ansonsten ist nur die teure Lösung mit den selbstnachführenden Sat-Anlagen sicher.

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