AIS-SARTs im Praxistest

16.12.2011 Thomas Bock - Ein Search and Rescue Transponder – kurz SART – soll Rettern den Weg zu einer Person im Wasser weisen. Wir testen fünf Geräte der neuesten Generation.

Die AIS-gestützte Seenotfunkbake vom norwegischen Hersteller Jotron wird in Deutschland von Furuno vertrieben.  Das solide Gerät ist voll schwimmfähig.
© Thomas Bock
Die AIS-gestützte Seenotfunkbake vom norwegischen Hersteller Jotron wird in Deutschland von Furuno vertrieben. Das solide Gerät ist voll schwimmfähig.

a nur der Kopf herausragt, ist das Auffinden einer im Wasser treibenden Person extrem schwierig. Die Chancen auf Rettung steigen allerdings deutlich, wenn das verunglückte CrewMitglied eine Rettungsweste trägt. Doch auch mit den leuchtfarbenen Auftriebskörpern der Weste bleibt das Ziel im Vergleich zur umgebenden Wasserwüste oft nur winzig klein. Je nach Fahrtgebiet und Wetterverhältnissen wird die Suche noch durch Seegang, Gischt, Regen und/oder Dunkelheit erschwert. Ein Grund, warum die meisten Offshore-tauglichen Rettungswesten mit selbstaktivierenden Rettungslichtern ausgerüstet sind. Aber auch diese Hilfsmittel stoßen bei schlechten Sichtverhältnissen an ihre Grenzen.

Mögliche Positionen des SART in der Notsituation: Je höher sich die Antenne über der Wasseroberfläche befindet, desto größer ist die Reichweite.
© YACHT
Mögliche Positionen des SART in der Notsituation: Je höher sich die Antenne über der Wasseroberfläche befindet, desto größer ist die Reichweite.

Gänzlich ohne Sichtkontakt kommen dagegen die sogenannten SARTs aus. SART steht für „Search and Rescue Transponder“. Man bezeichnet damit  Geräte, die Rettungskräfte und Suchfahrzeuge zur Unglücksstelle leiten sollen. Die bisher verfügbaren Geräte arbeiten auf Radarbasis. Je nach Abstand zum Transponder, wie man die SARTs auch im Fachjargon nennt, werden auf den Radarschirmen der Suchfahrzeuge Punkte oder Striche sichtbar, die sich bei Annäherung in ein kegelförmiges Radarecho umwandeln.

Zwischen Sender und Empfänger muss Sichtkontakt bestehen. Auch beim Empfänger ist die Antennenhöhe das entscheidende Kriterium. Wellen können das Signal ebenfalls beeinflussen.
© YACHT
Zwischen Sender und Empfänger muss Sichtkontakt bestehen. Auch beim Empfänger ist die Antennenhöhe das entscheidende Kriterium. Wellen können das Signal ebenfalls beeinflussen.

Ein bewährtes und störungsfreies Verfahren, das in der Berufsschifffahrt nach wie vor verwendet wird. Allerdings sind die dort eingesetzten Geräte ziemlich groß. Etwa im Format einer Magnum-Champagnerflasche, sind sie allein schon durch ihre Größe für Sportboote kaum und für die dauerhafte Befestigung an der Rettungsweste gar nicht geeignet.

Für den letzteren Einsatz darf eine Auffindhilfe maximal Handygröße haben, zumal das Gerät zusammen mit CO2-Patrone, Automat, Notlicht, Bergeschlaufe usw. mit unter die Schutzhülle der Weste passen muss. Dank des seit 2002 in der Schifffahrt eingeführten Automatischen Identifikations Systems AIS sind seit Kurzem SARTs in „diesem Kaliber“ im Handel. Anstelle eines Radarechos machen diese Geräte mittels eines AIS-Signals auf sich aufmerksam.

Ähnlich wie bei den AIS-Aussendungen der Schiffe, werden auf dem Kartenplotter/Radar Position, Entfernung und Peilung des SARTs angezeigt und mit einer Zusatzmeldung  „SART ACTIVE“ versehen. Die dabei übermittelte Identifikationsnummer ist neunstellig und beginnt in jedem Fall mit den Ziffern 97. Die angezeigte Zahlenabfolge ist aber weder personalisiert, noch steht sie im Zusammenhang mit einer dem DSC (Digital Selctive Call) -Funksystem zugeordneten MMSI (Maritime Mobil Ship Identification)- Nummer. Lediglich der Hersteller des AIS SART lässt sich anhand der übertragenen Nummer sicher identifizieren.

DEN GESAMTEN TEST FINDEN SIE IN DER AKTUELLEN JANUAR-AUSGABE VON BOOTE, DIE ES AB DEM 21. DEZEMBER IM HANDEL GIBT.

Wenn ein AIS-SART-Signal empfangen wird, sollte dieses eigentlich als Kreis mit einem Kreuz in der Kartendarstellung des Plotters sichtbar werden. Allerdings schafft das bisher nicht jeder Kartenplotter. Viele der heute verbreiteten Geräte können dieses Symbol (noch) nicht darstellen und bilden stattdessen das klassische keilförmige Schiffssymbol ab. Dies ist aber lediglich ein geringfügiges Problem, das sich mittels Software-Update beheben lässt.

Wer im „Bach“ liegt, hat da schon ganz andere Sorgen. Neben dem Wunsch, so schnell wie möglich wieder ins Trockene zu gelangen, ist „Aufmerksamkeit zu erregen“ das höchste Gebot für eine über Bord gegangene Person. Außer der Aktivierung aller verfügbaren optischen Seenotsignalmittel (Lampe, Seewasserfärber, Rauch usw.) gehört auch die Auslösung des SART (wenn vorhanden) zur den überlebenswichtigen Maßnahmen. 

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