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Folgen von Covid-19

Bootsmessen weltweit abgesagt

Gernot Apfelstedt am 09.04.2020

In Zeiten der Pandemie sind Großveranstaltungen undenkbar. Eine Boat-Show nach der anderen wurde abgesagt, abgebrochen, verschoben. Einige kamen gerade noch durch

Was für ein Start ins neue Wassersport-Jahrzehnt! Als die „Boot Düsseldorf“ am 26. Januar 2020 schloss, stand ein Ergebnis zu Buche, das dem Gros der über 1900 Aussteller aus 71 Ländern eine positive Saison verhieß: Mehr als 250 000 Wassersportfans aus 106 Ländern strömten während der neun Tage durch die 17 Ausstellungshallen. Wer damals prophezeit hätte, die Existenz der Branche würde bald ernsthaft gefährdet, wäre für verrückt erklärt worden.

Auch die traditionell auf die „Boot“ folgenden Boat-Shows mit eher regionaler Ausrichtung gingen im Februar noch wie gewohnt über die Bühne.

Die 30. Ausgabe der „Boot Holland“ zog etwa 26 000 Besucher nach Leeuwarden. Die Münchner Reise- und Freizeitmesse „F.re.e“ zählte bei ihrem Jubiläum (50 Jahre!) über 130 000 Gäste, die von 1300 Ausstellern aus 60 Ländern erwartet wurden. Business as usual auf der Leipziger Wassersportmesse „Beach & Boat“, sie erreichte mit 21 100 Besuchern fast das Vorjahresergebnis.

Die zunehmend schnellere Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zeigte Anfang März erste Wirkung bei laufenden Veranstaltungen, bevor sie eine riesige Absagewelle hervorrief.

Mit einem blauen Auge davon kam die „Austrian Boat Show“ in Tulln: Sie fand zwar wie geplant vom 5. bis 8. März statt, musste aber einen Besucherrückgang von mehr als 13 000 gegenüber 2019 (46 173) hinnehmen.

Nun zogen Regierungen und Behörden die Reißleine: Die am 7. März eröffnete „Stockholm International Boat Show“ musste bei „Halbzeit" schließen, die „HISWA Amsterdam Boat Show“ bereits einen Tag nach Start am 11. März. Danach fiel der Messebetrieb weltweit ins Koma. Einige Events wurden auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr verschoben, die meisten ganz gecancelt, wie etwa die „Palm Beach International Boat Show“ in Florida, die für Mitte Mai avisiert war.

Die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg hofft dagegen, die ursprünglich Mitte März geplante „Magdeboot“ vom 16. bis 18. Oktober 2020 nachholen zu können.

Die Frühlingsshow der Motorboot Sneek Anfang April wurde ebenso abgesagt wie die „Ultramarin Boat­show“ in Kressbronn am Bodensee im Mai und das „Hamburg Ancora Yachtfestival“ in Neustadt in Holstein im Juni, dessen Veranstalter bis zuletzt auf eine Entspannung der Lage gehofft hatten – vergebens.

Gernot Apfelstedt am 09.04.2020
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