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Gestohlene Boote: Baja Boss 302

Baja-Besitzer muss aufwendig restauriertes Boot hergeben

Gernot Apfelstedt am 29.07.2015

Die Freude währte nicht lange: Bereits bei der ersten Fahrt wurde der neue Besitzer von der Berliner Polizei kontrolliert und sein Boot sichergestellt

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Fahndungserfolge sind grundsätzlich etwas Positives: für die Polizei sowie private Ermittler, für bestohlene Eigner, aber auch für das Bootsvolk insgesamt. Denn Diebstähle treiben die Schadenquoten der Versicherungen in die Höhe, was möglicherweise steigende Prämien zur Folge hat.

Wird ein gestohlenes Boot wiedergefunden, bekommt der Versicherer zumindest einen Teil der Entschädigung zurück. Doch solche Erfolge können auch weh tun, wie der Fall der am 17. Oktober 2014 in Berlin mitsamt Trailer geklauten Baja Boss 302 "Desperada" zeigt. Das Boot wurde von einem Hehler über ein polnisches Internetportal zum Verkauf angeboten und hatte das Interesse eines anderen Berliner Skippers geweckt, der das Boot gutgläubig erwarb und aufwendig restaurierte. 

Doch die Freude über sein in neuem Glanz erstrahlendes Powerboat währte nicht lange. Bereits bei der ersten Fahrt wurde der neue Besitzer von der Berliner Polizei kontrolliert. Vom Outfit her war die Baja Boss 302 zwar kaum wiederzuerkennen – ihr zuvor weißer Rumpf mit blauen und roten Streifen war nun schwarz lackiert – doch die verfälschte Rumpfnummer brachte die Beamten auf die Spur.

Das Boot wurde bald als die gestohlene "Desperada" identifiziert und sichergestellt. Und ihr stolzer neuer Käpt’n ist der Gelackmeierte. Denn nach deutschem Recht kann an gestohlenen Sachen kein Eigentum erworben werden. Boot weg und die Aussicht, das Geld vom Verkäufer zurückzubekommen, gleich null.

An dieser Stelle sei noch einmal an die Tipps in BOOTE 5/2015 unter der Rubrik "Wanted" erinnert, wie man sich vor dem Kauf eines gestohlenen Bootes schützen kann. Wer sich unsicher ist, ob es sich bei dem anvisierten um ein gestohlenes handelt, wendet sich an das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität bei der Wasserschutzpolizei Konstanz (KBK), Telefon 07531-59 02 300. Die KBK-Experten beraten gerne und prüfen die Plausibilität der angegebenen Individualnummern.

Einen Treffer ohne bitteren Beigeschmack landeten Beamte der Gemeinsamen Diensteinheit Rostock Ende April bei einer Kontrolle am Autobahnrastplatz Speckmoor (A 20), Fahrtrichtung Osten. Auf der Ladefläche eines polnischen Kleintransporters befanden sich zwei hochwertige Außenborder mit Zubehör, bei denen offensichtlich sämtliche Versorgungsleitungen abgetrennt waren. Einen Eigentumsnachweis für die Motoren konnte der Fahrer, ein 22-jähriger Pole, nicht vorlegen.

Die Überprüfung ergab, dass einer der Motoren in Norwegen gestohlen wurde und international zur Fahndung ausgeschrieben war. Daraufhin beschlagnahmte die Polizei beide Bootsmotoren in einem Gesamtwert von etwa 20 000 Euro. Die Ermittlungen zur Herkunft des zweiten Außenborders laufen. Neben den Motoren stellte die Gemeinsame Diensteinheit Rostock Aufbruchswerkzeug und weiteres Beweismaterial sowie das Kraftfahrzeug sicher.

Sie setzt sich aus Beamten der Polizeiinspektionen Güstrow und Rostock sowie der Bundespolizeiinspektion Rostock zusammen. Ihre Tätigkeiten sind auf die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität ausgerichtet.
Doch die Raubzüge gehen weiter: Auf einem Campingplatz bei Röbel/Müritz entwendeten unbekannte Täter am 7. Mai ein Boot.

Sie waren gerade dabei, den Motor abzumontieren, als sie gestört wurden und ohne Beute die Flucht ergriffen. Die Langfinger hingegen, die zehn Tage später in Friedland (Niederlausitz) ans Werk gingen, konnten ihre "Arbeit" leider unbemerkt vollenden. Von drei im Wasser liegenden Booten stahlen sie die Außenborder, darunter zwei 50-PS-Suzuki.  

Boot weg, was tun?
Schicken Sie Fotos, Daten und
die genaue Beschreibung des gestohlenen Bootes an:
BOOTE, ABC-Str. 21, D-20354 Hamburg,
E-Mail: wanted@boote-magazin.de

Gernot Apfelstedt am 29.07.2015