Statistik Boots- und Motorenklau Statistik Boots- und Motorenklau

Kriminal-Statistik Bootsklau

Rekordverdächtige Zahlen bei Motoren- und Bootsklau

Gernot Apfelstedt am 11.07.2015

KBK stellt Diebesgut in Höhe von 5,8 Millionen Euro sicher. Die Gesamtschadenshöhe in Deutschland geben Ermittler des KBK mit 11 Millionen Euro an.

Das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität in Konstanz (KBK) meldet ein Rekordergebnis bei der Sicherstellung von gestohlenen oder unterschlagenen Wasserfahrzeugen und Außenbordmotoren. Gemeinsam mit Fahndungsdienststellen aus Deutschland und zehn benachbarten Ländern schlugen die Fahnder 2013 und 2014 insgesamt 260 Mal zu. Zusammen mit den zuständigen Polizeidienststellen gelang es, europaweit insgesamt 28 Sportboote – darunter eine Sunseeker Manhattan 70 (siehe dazu Seite 110 bis 115) –, sieben Wassermotorräder (Jetskis) und 225 Außenbordmotoren im Gesamtwert von etwa 5,8 Millionen Euro sicherzustellen. Die meisten Sicherstellungen erfolgten in Deutschland, aber auch in zwölf weiteren europäischen Ländern waren die Ermittler erfolgreich. 

Statistik Boots- und Motorenklau

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Leider weist die polizeiliche Kriminalstatistik bei gestohlenen Sportbooten und Außenbordern für die Jahre 2013/2014 ebenfalls einen Anstieg auf Rekordniveau aus, insbesondere in den südlichen Bundesländern.

Deutschlandweit gab es nach einem erfreulichen Rückgang der Fallzahlen bei den Außenborder-Diebstählen von 1286 Motoren in 2011 auf 998 Motoren in 2012 dann im Jahr 2013 wieder einen deutlichen Anstieg. Mit insgesamt 1257 entwendeten Motoren verzeichnete die Statistik in diesem Deliktsbereich einen Zuwachs um knapp 26 % (+ 259 Fälle). 2014 folgte ein nochmaliger Anstieg um weitere fast acht Prozent (+ 97 Motoren) auf 1354 Fälle – der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der jährlich vom KBK erstellten Statistik im Jahre 2004. 

Bei den Bootsdiebstählen bestätigt sich der Trend in ähnlicher Weise. Im Dreijahresrückblick wurden in Deutschland 2012 insgesamt 236 Diebstähle von Sportbooten gemeldet, 2013 waren es 246 (+ 5 %) und 2014 sogar 280 (+ 14 %). Damit bewegen sich die aktuellen Fallzahlen auf dem Niveau der Jahre vor 2010. Im Jahr 2005 wurden mit 347 Sportbooten die meisten Fahrzeuge entwendet, im Jahr 2012 die wenigsten (236).

In den Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen, Berlin und Mecklenburg- Vorpommern wurden mehr als die Hälfte (156) der Sportboote entwendet, in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mehr als die Hälfte der Außenbordmotoren (690). 

Die Gesamtschadenshöhe in Deutschland geben die Ermittler des KBK mit knapp 11 Millionen Euro an.

Die Entwicklung der Bootsdiebstähle in den einzelnen Bundesländern, die Vorjahreszahlen aus 2013 jeweils in Klammern: Brandenburg 59 (49), Niedersachsen 36 (14), Berlin 31 (10), Mecklenburg-Vorpommern 30 (15), Nordrhein-Westfalen 25 (30), Baden-Württemberg 20 (14), Schleswig-Holstein 14 (41), Rheinland-Pfalz 13 (10), Hamburg 12 (10), Bayern 11 (13), Hessen 10 (8), Sachsen 9 (12), Sachsen-Anhalt 6 (10), Thüringen 3 (5), Bremen 1 (5), Saarland 0 (0). Deutschland gesamt 280 (246).

Die bundesweit 1354 (1257) Motorendiebstähle im Jahr 2014 teilen sich wie folgt auf: Brandenburg 357 (355), Berlin 193 (121), Mecklenburg-Vorpommern 140 (102), Nordrhein-Westfalen 108 (83), Baden-Württemberg 103 (82), Schleswig-Holstein 95 (137), Niedersachsen 82 (112), Bayern 68 (73), Bremen 49 (30), Hessen 41 (39), Rheinland-Pfalz 37 (51), Hamburg 31 (23), Sachsen-Anhalt 30 (14), Sachsen 12 (23), Thüringen 6 (5), Saarland 2 (2).

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Gernot Apfelstedt am 11.07.2015