Lagebild Bootskriminalität Deutschland 1 Lagebild Bootskriminalität Deutschland 1

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Negativrekord

Apfelstedt, Gernot am 18.07.2017

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 1437 Außenbordmotoren gestohlen – so viel wie noch nie! Beim Bootsklau hingegen ist ein Rückgang um 25 Prozent zu verzeichnen.

Licht bei den Bootsdiebstählen, Schatten beim Außenborderklau. Das vom Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität in Konstanz kürzlich veröffentlichte Lagebild könnte kaum gegensätzlicher sein.

Nachdem im Jahr 2014 mit 1354 gestohlenen Außenbordmotoren in Deutschland ein Höchststand erreicht war, folgte 2015 ein leichter Rückgang auf 1323 (–2,3 %). 2016 wurden bundesweit 1437 Außenborder entwendet. Mit dieser Steigerung um 8,6 % gegenüber dem Vorjahr erreicht die Statistik im Deliktsbereich Bootsmotorendiebstahl eine neue Rekordmarke.

Im bun­desweiten Vergleich der absoluten Zahlen am stärksten betroffen sind Brandenburg (425 entwendete Motoren, 19 % mehr als 2015), Mecklenburg-Vorpommern (211, +25 %) und Berlin (169, –16 %). Im Westen liegt Schleswig-Holstein mit 167 entwendeten Motoren im Jahr 2016 fast gleich­auf mit Berlin. Allerdings kam es im nördlichsten deutschen Bundesland gegenüber dem Vorjahr (2015: 92 Motorendiebstähle) fast zu einer Verdoppelung der Fallzahlen und damit zu einer Steigerung um 82 %.

Die Bundesländer Branden­burg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Schleswig-Holstein verzeichneten 2016 knapp 68 % der Außenborderdiebstähle.

Baden-Württemberg bleibt mit 84 entwen­deten Motoren auf Platz 5 der Gesamtstatistik und damit exakt auf dem statistischen Vorjahresniveau. Auffallend ist eine Konzentration auf den „Untersee“ ge­nannten Teil des Bodensees mit allein 65 Diebstählen am deutschen und 30 Diebstählen am Schweizer Ufer. Dem Trend entgegen steht der deutliche Rückgang in Niedersachsen von 104 auf 47 Fälle (–55 %).

Erfreulich ist fast ausnahmslos die Entwicklung beim Bootsklau. 2016 wurden bundesweit „nur“ 208 Fälle erfasst.

Bei der Gegenüberstellung der Zahlen aus den vergangenen drei Kalenderjahren (280 Diebstähle 2014, zwei weniger 2015) ist bei den Diebstählen von Sportbooten bundesweit ein Rückgang um 70 (–25 %) zu verzeichnen. Lediglich in Brandenburg – das Bundesland nimmt auch hier eine negative Sonderstellung ein – gab es 2016 einen signifikanten Anstieg von 41 auf 63 Bootsdiebstähle (+35 %). 53 % der Boote wurden in den vier auch von Motorendiebstählen am stärksten betroffenen Ländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein entwendet.

Im Ländervergleich war Brandenburg im Jahr 2016 sowohl bei den Diebstählen von Sportbooten als auch bei den entwendeten Bootsmotoren mit jeweils 30 % unangefochten Spitzenreiter.


Die Entwicklung der Bootsdiebstähle in den einzelnen Bundesländern, die Vorjahreszahlen aus 2015 jeweils in Klammern: Brandenburg 63 (41), Nordrhein-Westfalen 22 (34), Mecklenburg-Vorpommern 18 (25), Baden-Württemberg 17 (17), Schleswig-Holstein 17 (26), Rheinland-Pfalz 12 (8), Berlin 12 (33), Hessen 11 (15), Sachsen-Anhalt 9 (11), Niedersachsen 9 (25), Hamburg 7 (11), Sachsen 6 (13), Bremen 2 (1), Bayern 2 (17), Thüringen 1 (1), Saarland 0 (0). Deutschland gesamt 208 (278).

Die bundesweit 1437 (1323) Motorendiebstähle im Jahr 2016 teilen sich wie folgt auf die Bundesländer auf: Brandenburg 425 (356), Mecklenburg-Vorpommern 211 (169), Berlin 169 (196), Schleswig-Holstein 167 (92), Baden-Württemberg 84 (84), Nordrhein-Westfalen 71 (77), Bayern 49 (50), Niedersachsen 47 (104), Hamburg 40 (30), Bremen 36 (32), Sachsen 34 (16), Sachsen-Anhalt 32 (37), Rhein­land-Pfalz 30 (22), Hessen 22 (31), Thüringen 13 (23), Saarland 7 (4).

Apfelstedt, Gernot am 18.07.2017