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Attacke im Norden

Heyden, Franziska am 28.08.2018

Nicht enden wollende Diebstahlserien von Motorbooten und Außenbordern mahnen zu erhöhter Achtsamkeit!

Seit Monaten jagt in Norddeutschland eine Diebstahlmeldung die andere. Beuteschema und Vorgehensweise der
Täter zeigen dabei auffallende Parallelen: Ein Boot wird gestohlen, aber bereits wenig später und nicht weit vom Tatort entfernt wiedergefunden – ohne Motor und teilweise ausgeschlachtet.

Beispielhaft drei Fälle an der Elbe im Großraum Hamburg mit ähnlicher Handschrift: Am Morgen des 2. Juni bemerken Mitglieder des Blankeneser Segel-Clubs, dass die Tampen ihres Rettungsbootes "Ilse Borgwaldt II" – ein RIB vom Typ Tornado 5.8 – durchtrennt wurden und das Boot nicht mehr an seinem Platz liegt.

Ein zweites Motorboot des Clubs, ebenfalls losgeschnitten, treibt mit einer fremden Abschleppleine versehen im Hafen. Der BSC postet umgehend eine Fahndung auf seiner Facebook-Seite. Eine Woche später wird das leuchtend rote RIB "etwa 15 Meilen elbabwärts in einem Entwässerungsgraben irgendwo im Nirgendwo der Haseldorfer Nebenelbe" wiedergegunden – ohne den Außenborder vom Typ Yamaha F80 (Motor-Nr. 6D7-L-1016378) und ohne Instrumente.

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Vom Diebstahl gezeichnet: das RIB Tornado 5.8 des Blankeneser Segel-Clubs

In Kollmar, unweit vom Fundort der "Ilse Borgwaldt II" elbabwärts, verschwindet in der Nacht zum 14. Juni das nächste Motorboot, diesmal samt Trailer. Doch die Texas 540 Pilothouse bleibt nicht lange verschollen. Bereits tags darauf entdeckt eine Spaziergängerin mit Hund früh morgens die "Blue 4" in einer Wiese bei Borsfleth, nur 16 km vom Diebstahlort entfernt.

Freilich ist auch dieses Boot nicht mehr komplett. Am Spiegel fehlt der Mercury F100 (Motor-Nr. 2B169580). Das Radio ist weg. Offenbar wollten die Diebe ebenfalls die Schaltung und den Tank ausbauen. Wurden sie gestört und machten sich mit der Hauptbeute aus dem Staub?

Wiederum eine Woche später, in der Nacht zum 21. Juni, steuern ungebetene Gäste den Sportboothafen Tespe, Elbe-km 579,3 LU, an. Nach Tagesanbruch ist der Liegeplatz einer XO 240 RS Open mit Mercury F300 (Motor-Nr. 2B024108) verwaist. Dass die nächtlichen Besucher es nur indirekt auf das Aluminiumboot abgesehen haben – ihr Fokus liegt auf dem starken Außenborder – wird bereits einen Tag später deutlich:

Rund 30 km elbaufwärts, im Uferbereich bei Bleckede, wird die "Gin Tonic" gesichtet. Sie ist übel zugerichtet. Die Diebe haben nicht nur den Außenborder mitgenommen, sondern auch die dazugehörige Schaltung ausgebaut, die kompletten Armaturen herausgerissen und den Innenraum verwüstet.

Drei Fälle an der Elbe im Juni – es gibt noch etliche mehr und immer wieder mit demselben Strickmuster. Doch einer fällt aus dem Rahmen. In der Nacht zum 29. April wurde auf Höhe Elbe-km 590 in Drage ein Festrumpfschlauchboot mit Konsole vom Typ DSB 6.5 SR vom Liegeplatz gestohlen.

Auch das tauchte zwischenzeitlich wieder auf und wurde von der Wasserschutzpolizei sichergestellt. Erstaunlicherweise wurde dieses RIB nicht ausgeschlachtet. Diente es den nachtaktiven Plünderern möglicherweise als Arbeits-, Transport- und Schleppboot? So zumindest eine Vermutung aus Ermittlerkreisen.

Auch Flensburg wird derzeit von Dieben heimgesucht. Und die haben komplette Boote im Visier. Vier "Vermisste" seit Mitte Mai. Als erste ist dem Vernehmen nach eine Chaparral aus dem Yachthafen Sonwik verschwunden, Mitte Juni ereilte dieses Schicksal zwei Motorboote mit dem Namen "Insolvenz" (Fahrensodde) und "Maja II" (Industriehafen), Anfang Juli wurde die Bayliner 642 Cuddy "Schmidt" (Sonwik) gestohlen. Alarm an der Förde!

Heyden, Franziska am 28.08.2018