150 Jahre DGzRS Ostfriesland 150 Jahre DGzRS Ostfriesland
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150 Jahre Seenotretter in Ostfriesland

Christian Tiedt / DGzRS am 04.06.2011

Der erste deutsche regionale Verein zur Rettung Schiffbrüchiger wurde 1861 in Emden gegründet. Jetzt erinnert eine Sonderausstellung an das Ereignis.

150 Jahre DGzRS Ostfriesland

150 Jahre Seenotrettung in Ostfriesland: Die ersten Stationen entstanden auf den Inseln Borkum (Bild), Juist und Langeoog.

Mit einer großen Sonderausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum Emden erinnert die DGzRS in diesem Sommer an die Anfänge des organisierten Seenotrettungswesens in Deutschland vor 150 Jahren. Von Ostfriesland aus nahm 1861 das ausschließlich durch Spenden finanzierte, privat organisierte und nur vier Jahre später als Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aus der Taufe gehobene einheitliche Seenotrettungswerk für alle deutschen Küsten seinen Anfang.

Vom 29. Mai, dem Gründungstag der DGzRS, bis zum 4. September 2011 ist die Jubiläumsschau zu sehen. Sie erinnert unter anderem an Georg Breusing (1820 bis 1882). Auf sein Betreiben hatte sich am 2. März 1861 in Emden der „Verein zur Rettung Schiffbrüchiger an der ostfriesischen Küste“ konstituiert. Schwere Schiffsunglücke wie das der „Alliance“ waren vorausgegangen.

Breusing, gebürtig aus Osnabrück, war seit 1854 Oberzollinspektor in Emden. Er und seine Mitstreiter reagierten mit ihrer Vereinsgründung auf die Aufrufe von Adolph Bermpohl und Carl Kuhlmay. Der Vegesacker Navigationslehrer und sein befreundeter Advokat hatten im Herbst 1860 in mehreren nordwestdeutschen Zeitungen Seenotrettungseinrichtungen nach britischem und niederländischem Vorbild auf privater Basis gefordert.

Finanziert aus Spenden entstanden nun auf den ostfriesischen Inseln schnell die ersten Rettungsstationen. In den nächsten Jahren erfolgte die Gründung weiterer regionaler Vereine in Hamburg, Bremen, Kiel, Lübeck, Rostock, Stralsund, Stettin, Stolpmünde und Danzig. Auf ihren sinnvollen Zusammenschluss wirkte der Bremer Redakteur Dr. Arwed Emminghaus hin, bis schließlich am 29. Mai 1865 die DGzRS in Kiel gegründet wurde.

Seither haben die Seenotretter über 77.700 Menschen aus Seenot gerettet oder aus Gefahr befreit. Heute unterhält die DGzRS 61 Rettungseinheiten auf 54 Stationen entlang der Nord- und Ostseeküste. Finanziert wird ihre gesamte Arbeit wie schon vor 150 Jahren ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen, ohne jegliche staatlich-öffentliche Mittel.

In der Sonderausstellung in Emden können Besucher Original-Exponate wie einen Raketenapparat und großformatige Bilder sehen oder mit dem Museums-Seenotkreuzer GEORG BREUSING funken. Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Schau. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite des Museums

Christian Tiedt / DGzRS am 04.06.2011
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